Burgdorf

Rathaus I: Stadtmarketing soll im Erdgeschoss koordinieren — Rat stimmt mit großer Mehrheit zu

Der Rat der Stadt Burgdorf hat am heutigen Donnerstagabend, 18. Juni 2026, das Nutzungskonzept für das sanierte Rathaus I beschlossen. Mit 23 zu 4 Stimmen votierte der Rat dafür, den Stadtmarketing Burgdorf (SMB) für fünf Jahre als Koordinator im Erdgeschoss zu verankern. Im Frühjahr 2027 soll das Gebäude eröffnen.

Das Erdgeschoss des Rathauses I am Marktplatz soll künftig als öffentlicher Anlaufpunkt dienen. Der iPoint — die städtische Touristik- und Informationsstelle — zieht ein und soll sieben Tage die Woche geöffnet sein: montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr, sonnabends von 11 bis 14 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Daneben sind im Erdgeschoss das Kinder- und Jugendbüro, der Seniorenbeirat, das Schiedsamt sowie Besprechungsräume für Vereine und Verbände untergebracht. Der Stadtmarketing Burgdorf erhält ein eigenes Büro mit rund 80 Quadratmetern und übernimmt die Koordination des gesamten Hauses — ohne Miete, dafür mit klarer Verantwortung. Im Obergeschoss arbeiten die städtische Wirtschaftsförderung und das Citymanagement; der Ratssaal bleibt ebenfalls erhalten.

Hier für den täglichen Newsletter anmelden

Henning Köneke (CDU) ordnete die Verhältnisse zahlenmäßig ein: Das SMB-Büro entspreche lediglich sechs bis sieben Prozent der Gesamtfläche von rund 1.130 Quadratmetern. Etwa 450 Quadratmeter seien für die Öffentlichkeit vorgesehen, rund 600 Quadratmeter für die Verwaltung. Oliver Sieke (CDU) verwies auf die Stadt Münster als funktionierendes Vorbild für ein solches Gebäude in der Stadt.

Kritik kam aus zwei Richtungen. Michael Fleischmann (pafrteislos) störte sich grundsätzlich daran, dass für die Sanierung des Gebäudes Millionen investiert worden seien — und das Haus nun einem privaten Verein zur Koordination überlassen werde. Dr. Volkhard Kaever (WGS FreieBurgdorfer) hatte sich ein echtes Bürgerhaus mit professioneller Ehrenamtkoordination vorgestellt. Fünf Räume seien noch kein tragfähiges Konzept: „Wir wollten ein Haus, das dem Ehrenamt wirklich dient.“ Die WGS stimmte daher geschlossen gegen die Vorlage.

Björn Hinz (SPD) verteidigte den Ansatz: Der SMB sei eine sinnvolle Wahl, da er die koordinierende Aufgabe kostengünstiger übernehmen könne als städtisches Personal. Vieles sei noch im Detail zu regeln, aber der Grundsatz stimme.

Das Konzept war im Vorfeld kontrovers diskutiert worden. Im März hatte der Haushaltsausschuss noch zu viele offene Fragen gesehen (wir berichteten) und in der Sitzung im Juni gab der selbe Ausschuss weiterhin keine Empfehlung ab (wir berichteten).

Der Beschluss fiel mit 23 Ja-Stimmen, 4 Nein-Stimmen und keiner Enthaltung. Die Eröffnung des dann sanierten Gebäudes ist für Frühjahr 2027 geplant.

Download als PDF

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"