Burgdorf stoppt Fahrradstraßen-Pläne — Fokus jetzt auf Schulweg zur RBG

Der Rat der Stadt Burgdorf hat am heutigen Donnerstagabend, 18. Juni 2026, einstimmig beschlossen, die Planungen für Fahrradstraßen im ersten Bauabschnitt einzustellen. Betroffen sind die Wallgartenstraße, die Blücherstraße, Am Nassen Berg und der Wasserwerksweg. Das dafür vorgesehene Geld soll stattdessen in die Verbesserung der Radwegverbindung zur RBG fließen.
Schon im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Liegenschaften und Verkehr war im März die Skepsis groß gewesen (wir berichteten). Ein Planungsbüro hatte die vorgesehenen Straßen begutachtet und festgestellt: Zu schmal, zu wenig Platz. Vor allem der mögliche Wegfall von rund 75 Parkplätzen für Anwohnerinnen und Anwohner hatte für erheblichen Widerstand gesorgt. Da das Büro zudem kein erhöhtes Sicherheitsrisiko auf den derzeit genutzten Schulwegen festgestellt hatte, wurde der ursprüngliche Planungsansatz zunehmend in Frage gestellt.
Im Rat fiel die Entscheidung ohne große Debatte. Dr. Volkhard Kaever (WGS) sah in der Kehrtwende ein gutes Zeichen: „Das ist ein gutes Beispiel, dass man Fehler auch korrigieren kann.“ Hartmut Braun (Grüne) räumte ein, dass Fahrradstraßen in diesem Bereich vielleicht sinnvoll gewesen wären — allerdings vor dem Bau der IGS. Inzwischen hätten die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Wege gefunden; die Maßnahme wäre immer sinnfreier geworden.
Die im Haushalt eingeplanten Mittel werden nun gezielt für den Abschnitt „Vor dem Celler Tor“ vom Schwarzer-Herzog-Kreisel bis zur RBG eingesetzt. Verkehrszählungen zeigen dort ein höheres Radverkehrsaufkommen — und damit einen konkreten Bedarf. Geplant ist eine Verbesserung der Radverkehrsführung, die zugleich den Schulweg für RBG-Schülerinnen und -Schüler sicherer machen soll. Die genauen Planungen soll der Bürgermeister veranlassen und den Gremien zu gegebener Zeit vorlegen.