Burgdorf

Schützenfest Otze eröffnet: Andre Buckschun wird zum König 2026 proklamiert

[OTZE]

Rund 130 Gäste feierten am heutigen Freitagabend, 12. Juni 2026, den Kommers des Volks- und Schützenfestes des Schützenvereins „Otzenia“ Otze im Festzelt am Schützenhaus an der Straße Heeg. Nach dem feierlichen Einzug und dem hissen der Fahne am Schützenhaus eröffnete der 1. Vorsitzende Maik Heuer den Abend — mit Dank, einem Moment der Stille und dem klaren Bekenntnis, dass ein Schützenfest in Otze für weit mehr steht als für Sport und Vereinsleben.

Den Weg ins Festzelt hatten Schützerinnen und Schützen sowie Gäste gemeinsam zurückgelegt: General Sven Prieß führte den Umzug zum Festplatz, begleitet von Günter Dreblow und Orchester „Wenn die Musik kommt“. Anschließend wurde die Fahne am Schützenhaus gehisst.

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Heuer eröffnete mit einem schlichten „Hallo Otze“ — der Applaus des Zeltes gab die Antwort. Viele fröhliche Gesichter, alte und neue, das sei es, was er sehe. Was alle verbinde: Man feiere Tradition und Zukunft, und man feiere beieinander. Der zukünftige König Andre Buckschun sei noch kurz im Verzug — die Tochter heirate heute, er komme später. Auch das gelebte Schützentradition: In Otze kann man eben doch auf zwei Hochzeiten tanzen.

Einen Moment der Stille ließ Heuer nicht aus. Der Verein trauere um Karl-Heinz Dralle, der als langjähriger Vorsitzender das Vereinsleben jahrelang geprägt hatte. Alle, die heute nicht mehr dabei sein könnten, seien bei ihnen, sagte Heuer — man werde sie nicht vergessen.

Als Gastvereine begrüßte er Abordnungen der Burgdorfer Schützengesellschaft, von Club Germania und den Junggesellen, der Schützengesellschaft Sorgensen sowie der Schützenvereine aus Schillerslage, Hülptingsen, Obershagen und Fuhrberg. Er begrüßte die Otzer Vereinen — Reit- und Fahrverein, TTC, SV Hertha Otze, Kaninchenzuchtverein F404, Realverband und allen weiteren.

Der Feuerwehr Otze dankte Heuer ausdrücklich: Sie sichere das Fest ab, mache beim Kinderfest mit — und feiere 2027 selbst ein Jubiläum, ihr 125-jähriges Bestehen. Man werde dann gemeinsam feiern. Dank sprach Heuer auch dem Festausschuss aus, den Mitgliedern, die backen, Schilder drucken und Hilfseinsätze leisten, sowie den Sponsoren, Festwirt Tim Dralle aus Immensen und DJ Playman.

Burgdorfs Bürgermeister nimmt Abschied

Unter den politischen Gästen begrüßte Heuer Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn, Ortsbürgermeister Fabian Demuth sowie weitere Ratsmitglieder. Pollehn griff das auf, was Heuer als Leitmotiv gesetzt hatte: Das Schützenfest sei Tradition und Zukunft — und genau das lebe Otze. Als Teil dieser Zukunft nannte er, dass Burgdorf jedem Kind einen Kita- und Krippenplatz anbieten könne. Und dass der autonome Bus ALBUS Burgdorf zur einzigen Kommune in der Bundesrepublik mit einem solchen Projekt mache. „Burgdorf und Otze können Zukunft und Innovation“, sagte Pollehn — und: Er habe sich hier immer wohl gefühlt.

Das klang wie ein Abschiedsgruß — und das war es auch. Heuer hatte ihn zuvor als jemanden verabschiedet, der „in den politischen Abend reitet“, und sich herzlich für die gemeinsame Zeit bedankt.

Ortsbürgermeister Demuth hob hervor, dass ein Schützenfest nach fast 120 Jahren Tradition mehr leiste als Unterhaltung: Es verbinde Familien und Generationen, schließe Freundschaften fürs Leben und mache Dorfleben erlebbar. Mirco Lorenzen, Vize-Präsident des Kreisschützenverbandes Burgdorf, schloss sich dem Dank an alle Ehrenamtlichen an, die den Schießbetrieb und die Festplanung tragen.

Vier Ehrungen für verdiente Mitglieder

Lorenzen überreichte im Verlauf des Abends vier Auszeichnungen. Andre BuckschunDoris Vollbrecht und Sylvia Nietmann erhielten jeweils die Ehrennadel in Bronze des Kreisschützenverbandes Burgdorf — verliehen in Anerkennung ihrer Verdienste um das Deutsche Schützenwesen, unterzeichnet von KSV-Präsident Werner Bösche. Vorsitzender Maik Heuer selbst wurde mit der Verdienstnadel in Bronze des Niedersächsischen Sportschützenverbandes geehrt — eine Auszeichnung, die über den Kreisrahmen hinausgeht und von NSSV-Präsident Stefan Kiesewetter unterzeichnet worden war.

Die Pokalgewinner

Beim Dorfpokal siegten bei den Damen das Team des Kaninchenzuchtvereins F404 mit 218 Ringen bestehend aus Brunhilde Degener, Corina Höfner, Nicoline Dreyer und Nele Degener. Bei den Herren gewann das Team TTC I mit 226 Ringen bestehend aus Reiner Lüssenhop, Petra, Hartmut und Alexander Jung.

Das VIP- und Ortsratsschießen gewann Hartmut Jung für den TTC mit 6,3 Teilern. Die Scheibe des SV Hertha Otze holte sich ebenfalls Hartmut Jung mit 58 Ringen, die Florian-Scheibe der Feuerwehr ging an Ole Bartels mit 59 Ringen.

Beim Damenpokal  siegte Claudia Winter mit 99 Ringen und Teiler 47,0. Den Pokal der Vorsitzenden gewann Sven Prieß mit 333,4 Teilern. Den Günter-Wismer-Pokal sicherte sich Anika Lilienthal mit 322,0 Teilern. Den Parlascateller gewann Corina Höfner mit 198 Ringen. Den Helmut-Beier-Pokal holte Sven Prieß mit 134,7 Teilern. Den Pokal der Stadtsparkasse sicherte sich Anika Lilienthal mit 321 Ringen. Den Wandteller für Herren gewann Sven Prieß mit 171 Ringen. Beim Er-und-Sie-Pokal siegten Anika und Dominik Lilienthal mit 197 Ringen.

Beim Luftpistole-Pokal setzte sich Andre Buckschun mit 331 Ringen durch. Beim Schülerpokal gewann Edgar Kaminski mit 152 Ringen. Den Jugendpokal holte Mara Heuer mit 188 Ringen, den Juniorenpokal Arne Scholze mit 195 Ringen.

Proklamation der Sommerkönige 2026

Den Abschluss des offiziellen Teils bildete die feierliche Proklamation der Sommerkönige. Wie der AltkreisBlitz bereits berichtet hatte, waren die Titel beim Schießwettbewerb am 7. Juni bekannt gegeben worden. Nun wurden sie offiziell ausgerufen: König 2026 ist Andre Buckschun (46,5 Teiler), Armbrustkönig Sven Prieß. Damenkönigin ist Sonja Prieß (61,6 Teiler), Kinderkönigin Felicita Blanchard (27 Ring), Jugendkönigin Lia Heuer (8,0 Teiler) und Volkskönig Mian Meyer (18,3 Teiler). Die Ehrenscheibe gewann ebenfalls Sonja Prieß (21,0 Teiler).

Das Festprogramm für Sonnabend und Sonntag

Das Schützenfest geht weiter: Am morgigen Sonnabend, 13. Juni, findet ab 14 Uhr der Festumzug zum Anbringen der Königsscheiben statt, am Abend legt DJ Playman erneut auf. Am Sonntag, 14. Juni, beginnt der Tag um 10.30 Uhr mit dem Zeltgottesdienst, gefolgt vom Festessen mit Ehrungen um 12 Uhr. Um 15 Uhr ist eine Kaffeetafel vorgesehen — besonders für die älteren Bürgerinnen und Bürger Otzes. Um 18 Uhr wird die Schießbudenlotterie bekanntgegeben, ab 19 Uhr schließt die Zelt-Disco das Fest ab. Für Kinder gibt es am Sonntag ein Bungee-Trampolin.

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