Frühe politische Bildung stärkt Teilhabe und Demokratie – dieses Ziel verfolgt die Region Hannover mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Beteiligung junger Menschen: Heute (10. Februar) hat die Region die geplante U16-Wahl zur Kommunalwahl 2026 im Jugendhilfeausschuss vorgestellt. Sie soll einen Lern- und Erfahrungsraum für Kinder und Jugendliche schaffen, die noch nicht wahlberechtigt sind, sich aber aktiv mit demokratischen Prozessen auseinandersetzen wollen.
Warum setzt die Region auf frühe politische Bildung?
„Angesichts gesellschaftlicher Polarisierung und sinkender Wahlbeteiligung wird politische Bildung in jungen Jahren immer wichtiger“, erklärt Dr. Andrea Hanke, Jugenddezernentin der Region Hannover. „Demokratie lebt davon, dass Menschen sich beteiligen und Verantwortung übernehmen. Mit der U16-Wahl ermöglichen wir jungen Menschen, demokratische Prozesse praktisch zu erleben und ihre Meinung sichtbar zu machen. Das stärkt politisches Interesse, fördert Beteiligung und ist eine Investition in eine starke demokratische Zukunft.“
Die U16-Wahl soll jungen Menschen früh zeigen, wie Wahlen funktionieren, welche Bedeutung kommunale Politik für ihren Alltag hat und warum Beteiligung für die Demokratie wichtig ist. Auch wenn die Stimmen nicht in das offizielle Wahlergebnis einfließen, tragen sie dazu bei, eine eigene demokratische Haltung zu entwickeln. „Für viele Kinder und Jugendliche kann die U16-Wahl der erste konkrete Kontakt mit demokratischen Entscheidungsprozessen sein“, sagt Regionsjugendpflegerin Nina Krüger. „Wenn sie erleben, dass ihre Meinung zählt, stärkt das ihr politisches Interesse und ihr Vertrauen in demokratische Strukturen. Genau hier setzt die außerschulische Jugendarbeit an.“
Wie setzt die Region Hannover die U16-Wahl um?
Die U16-Wahl organisiert die Region Hannover federführend. Sie übernimmt die überkommunale Koordination und unterstützt die Städte und Gemeinden fachlich bei der Umsetzung. Die Wahl findet bewusst außerhalb des schulischen Kontextes statt, um niedrigschwellige Zugänge zu schaffen. Als Wahllokale eignen sich zum Beispiel Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, in denen junge Menschen ihre Freizeit verbringen.
Wer wählt und wo wird gewählt?
Die U16-Wahl richtet sich an Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahren. Voraussetzung zur Teilnahme an der Wahl ist, dass die Kinder alt genug sind, sich eine Meinung zu bilden und eigenständig ihr Kreuz in der Wahlkabine setzen können. Die U16-Wahl soll in der gesamten Region Hannover stattfinden. Alle 21 regionsangehörigen Kommunen können Wahllokale registrieren und sich an der Wahl beteiligen. Die Region stellt dafür Materialien und Methoden zur politischen Bildung bereit und begleitet den Prozess fachlich. Erste Kommunen haben bereits mit konkreten Planungen begonnen, weitere unterstützt die Region bei Bedarf.
Wann findet die U16-Wahl statt?
Die U16-Wahl zur Kommunalwahl 2026 ist für bis zu zehn Tage geplant und endet spätestens am 4. September 2026. Damit findet sie bewusst vor der Kommunalwahl statt und ermöglicht jungen Menschen eine inhaltliche Auseinandersetzung mit kommunalpolitischen Themen und Wahlentscheidungen. Die Ergebnisse der U16-Wahl werden nach Abschluss der Kommunalwahl 2026 veröffentlicht, fachlich nachbereitet und in einer gemeinsamen Veranstaltung mit Jugendlichen und Fachkräften diskutiert. Zudem können sie Impulse für die Weiterentwicklung von Beteiligungsformaten und pädagogischen Angeboten der politischen Bildung geben.
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