Bürgermeisterkandidaten stellen sich im Mehrgenerationenhaus Burgdorf den Fragen junger Menschen
Das Mehrgenerationenhaus Burgdorf hat im Rahmen seines Projekts „Demokratie zum Anfassen“ eine Gesprächswoche zur Bürgermeisterwahl 2026 organisiert. Unter dem Titel „Wer wird Bürgermeister in Burgdorf?“ kamen die Kandidatin und die Kandidaten für das Bürgermeisteramt in das BMGH, um ihre Ideen und Ziele für die Stadt vorzustellen und Fragen von Kindern, Jugendlichen, Dozenten, Eltern, Mitarbeitern und Gästen zu beantworten.
Das Projekt „Demokratie zum Anfassen“ vermittelt jungen Menschen, wie Demokratie in Deutschland funktioniert und wie politische Beteiligung möglich ist. In Kursen beschäftigen sie sich mit Staatsaufbau, politischen Institutionen, Geschichte, Medien und wichtigen Fachbegriffen auf Deutsch. Ergänzt wird das Angebot durch Gespräche über aktuelle politische Themen sowie Besuche im Burgdorfer Stadtrat, im Niedersächsischen Landtag und im Bundestag. 2024 wurde das Projekt mit dem Niedersächsischen Integrationspreis ausgezeichnet.



Die Kommunalwahl 2026 bot nun Anlass, Politik direkt erlebbar zu machen. In der Projektwoche besuchten Michael Fleischmann als parteiloser Kandidat, Cord Schweer von der CDU, Rüdiger Nijenhof von der WGS und Andrea Buhndorf von der SPD das Mehrgenerationenhaus. An vier Tagen fanden insgesamt acht moderierte Gesprächsrunden statt. Die Fragen wurden überwiegend von Kindern und Jugendlichen im Nachhilfeunterricht vorbereitet. Die Antworten wurden während der Gespräche mitgeschrieben und anschließend zusammengefasst.
Die Teilnehmer interessierten sich unter anderem für Kita, Schule, Sport und Freizeit, für Sicherheit und Sauberkeit in der Innenstadt und in Parks, für die Entwicklung der Marktstraße, die Ansiedlung von Geschäften sowie für Integration und gesellschaftliches Zusammenleben. Auch Fragen zur Rolle des Bürgermeisters wurden besprochen. Dabei wurde deutlich, dass ein Bürgermeister nicht für alle Themen allein zuständig ist und nicht jede Idee unmittelbar umsetzen kann. Zeit, Geld und andere Ressourcen sind begrenzt, zudem liegen einzelne Entscheidungen, etwa zu Buslinien oder Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Marktstraße, nicht bei der Stadt Burgdorf, sondern bei der Region Hannover.
An alle vier Kandidaten wurden Entweder-oder-Fragen sowie Ja-nein-Fragen gestellt. Dadurch sollten Prioritäten sichtbar werden. Nach Angaben des Mehrgenerationenhauses legten alle vier ihren Fokus auf Sachthemen und sprachen sich für mehr Transparenz und eine Stärkung der Demokratie aus.
Durch die Besuche kamen nach Angaben des BMGH mehr als 30 Erstwähler mit den Kandidaten in Kontakt. Insgesamt seien 200 Personen im Rahmen des Projekts erstmals mit einem Bürgermeisterkandidaten ins Gespräch gekommen. Projektleiterin Ursula Wieker dankte den Kandidaten für ihren Beitrag zum Projekt „Demokratie zum Anfassen“.
Das Mehrgenerationenhaus weist zugleich auf eigene Beiträge zum Leben in der Stadt hin. So bietet das BMGH nach eigenen Angaben montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr eine öffentliche Toilette an, hat 23 von der Region Hannover gesponserte Fahrradbügel auf dem eigenen Grundstück aufgebaut und finanziert den Standort des Hannah-Lastenfahrrads mit. Viele Kinder und Eltern wünschen sich zudem, dass die zweiwöchige kostenfreie Sommerschule ab dem kommenden Jahr wieder regelmäßig stattfindet. In den Gesprächsrunden wurde außerdem der Wunsch nach zuverlässig stattfindenden Einwohnerfragestunden bei Rats- und Ausschusssitzungen geäußert.
Die Fragen und Antworten aus der Projektwoche werden im Mehrgenerationenhaus Burgdorf in der Bergstraße 4 öffentlich ausgestellt. Sie sollen auch für weitere öffentliche Veranstaltungen genutzt werden können. Das BMGH will den Wahlkampf zu den Kommunalwahlen 2026 weiter begleiten.
