Burgwedel

„Für Engensen“: Schützengesellschaft eröffnet Schützenfest mit Appell an die Gemeinschaft

Rund 150 Gäste haben am heutigen Freitagabend, 19. Juni 2026, den Festkommers des Schützenfestes Engensen gefeiert — und damit den Startschuss für ein Fest gegeben, das in diesem Jahr bewusst neue Wege geht. Im 400 Quadratmeter großen Festzelt an der TSV-Sportanlage war von Beginn an zu spüren: Das hier ist kein reines Schützenfest. Es ist ein Fest für das ganze Dorf.

Olav Lahmann, Vorsitzender der Schützengesellschaft „Zentrum“ Engensen, ließ keinen Zweifel daran, warum der Verein diesen Weg eingeschlagen hat. „Wir wollten neue Wege gehen — nicht aus Trotz, sondern aus Überzeugung“, sagte er. Das Fest werde in Eigenregie ausgerichtet, konzentriert auf das Wesentliche, getragen von den Menschen im Ort. „Dieses Fest ist nicht nur ein Fest des Schützenvereins, sondern für ganz Engensen.“ Der Schützenverein sei die treibende Kraft — und solle es bleiben. Aber das Fest könne breiter aufgestellt werden: als echtes Gemeinschaftswerk des Dorfes.

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Lahmann beschrieb offen die Herausforderungen, die zu diesem neuen Ansatz geführt haben: steigende Kosten, geänderte Rahmenbedingungen, Probleme mit Festwirten und Schaustellern. „Es läuft nicht mehr überall so rund wie früher, gerade kleinere Feste haben Probleme.“ Dass dieser Weg Interesse weckt, zeige sich an der Unterstützung von außerhalb: der Heimatverein Wettmar-Thönse-Engensen, die Schützenvereine Wettmar und Kleinburgwedel sowie die Dorfgemeinschaft Ramlingen stehen hinter dem Fest und halfen am Tresen mit Ehrenamtlichen aus. Das neue Volks- und Schützenfest sei kein starres Konzept — es dürfe und solle wachsen und sich verändern.

Besonders herzlich dankte Lahmann dem Organisationsteam: „Ihr habt in den vergangenen Monaten Außergewöhnliches geleistet.“ Man sei bei der Planung bewusst vorsichtig gewesen, um die Kosten gering zu halten. Sollte am Ende etwas übrig bleiben, fließe es in den Ort — davon sollen alle profitieren. „Es ist mehr als nur ein Wochenende. Es ist ein Zeichen, was möglich ist, wenn wir zusammenhalten — ein Zeichen, dass wir in Engensen nicht nur feiern, sondern auch anpacken können.“ Es gehe nicht um perfekte Abläufe und großen Gewinn, sondern um Begegnung und Gemeinschaft. „Lasst uns gemeinsam feiern, für Engensen.“ Kräftiger Applaus im Zelt schloss sich seinen Worten an.

Auch die Ehrengäste schlossen sich dem Tenor an. Bürgermeisterin Ortrud Wendt richtete klare Worte an den Verein: „Ihr seid richtig gut. Ihr habt euch nicht unterkriegen lassen von Widrigkeiten und Querschlägern — dafür gratuliere ich schon jetzt.“ Michael Wieckenberg (WEB) als Vertreter des Ortsrates der Ortschaft Engensen betonte: „In Engensen ist es ja Tradition, dass die Sonne zum Schützenfest alles gibt. Dieses Jahr hat unsere Gemeinschaft das komplett überstrahlt.“ Das Engagement verdiene großen Respekt — und möge eine neue Tradition werden.

Bundestagsabgeordneter Hendrik Hoppenstedt sprach über die gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamts: „Es ist schwierig, Menschen zu finden, die sich für andere einsetzen. Aber alle Mühe hat sich gelohnt.“ Er rief dazu auf, die Dorfgemeinschaft zu erhalten: „Das ist das, was menschliches Leben ausmacht.“ Werner Bösche, Präsident des Kreisschützenverbandes Burgdorf, ergänzte: „Hier geschieht was völlig Neues. Der Versuch, den ihr hier startet — ich hoffe, dass er erfolgreich ist.“

Auch die Freiwillige Feuerwehr Engensen und die Traditionskameradschaft Engensen waren im Zelt vertreten. Das Festessen am von Caterer Heiko Wöhler aus Thönse. Lahmann hob die Rolle der Feuerwehr eigens hervor: „Ohne euch könnten wir die Umzüge gar nicht durchführen. Das ist nicht mehr selbstverständlich.“ Für Musik sorgte am Abend das DJ Party Team.

Nach einer Tanzeinlage der Landjugend Burgwedel-Wedemark folgte ein besonderer Moment: Jonte Görlitz, im Jahr zuvor noch Landesvizemeister, wurde diesmal als Landesmeister in der Jugend ausgezeichnet.

Verbandspräsident Bösche ehrte im Anschluss verdiente Schützinnen und Schützen mit Auszeichnungen des Kreisschützenverbandes und des Landesverbandes. Die KSV-Ehrennadel in Bronze erhielten Raffaela Beißner, Sonja Riekenberg, Ulf Görlitz, Tom Müller, Michael Riekenberg und Lily Marie Lahmann. Edeltraut Knoche wurde mit der Ehrennadel in Silber des Niedersächsischen Sportschützenverbandes ausgezeichnet; Klaus-Werner Thöne erhielt die Ehrennadel in Silber des Fachverbandes Schießsport Region Hannover. Dann erklärte Olav Lahmann das Schützenfest Engensen 2026 feierlich für eröffnet — und erntete dafür den lautesten Applaus des Abends.

Die Königinnen und Könige 2026

Schützenkönig wurde Thomas Chorus mit einem 26-Teiler, vor Cord Kausche (48,7) und Michael Riekenberg (81,4). Schützenkönigin ist Annegret Boldt mit einem herausragenden 3-Teiler, vor Malvina Oelkers (4) und Katharina Schulz (10,4).

Den Volkskönig-Titel sicherte sich Johan Oelkers mit 6 Teilern, vor Sven Boldt (12) und Bianka Stegemerten (17). Beim Kinderschießen gewann Gregor Schulz mit 30 Ringen, knapp vor Tamme Görlitz (29) und Ida Sophie Köhne (26).

Bei den Senioren setzte sich Klaus-Werner Thöne mit 108,2 Teilern durch, vor Uwe Sonnenberg (125,1) und Edeltraut Knoche (189,6). Jugendkönigin wurde Linea Riekenberg (7,2 Teiler) vor Anna Rolinski (24,8) und Lou Heuer (39,3). Die Juniorentitel gingen an Luna Faye Lahmann (6,0 Teiler), Lily Marie Lahmann (14,4) und Tom Müller (29,8).

Im Wettbewerb „Junges Volk“ — ein Pilotprojekt, das im Vorjahr sein erfolgreiches Debüt gefeiert hatte — siegte Mads Stegemerten mit 4,2 Teilern, vor Mandy Barfigo (9,0) und Malvina Oelkers (9,2). Sieben Schützen nahmen teil.

Stadtkönigin und Stadtkönig: Sonja Riekenberg tritt die Nachfolge von Katrin Schiermann an; Michael Riekenberg verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich.

Den Ratsherrenpokal gewann Cord Kausche mit 56,3 Teilern, vor Michael Wiekenberg (79,2) und Kristoffer Engelke (102,5).

Beim Dorfpokalschießen — 15 Mannschaften traten an — holte sich die Familie „Die Riekenbergs“ (Michael, Sonja, Linea und Flinn) mit 394 Ringen den Sieg vor der Traditionskameradschaft 1 (Thomas C., Olav L., Carsten K., Heinrich G.) mit ebenfalls 394 Ringen und „Spielbude — die Schwatten“ (Cord K., Heiko W., Gerald W., Kal St.) mit 392 Ringen. In der Einzelwertung siegte Michael Riekenberg mit 100 Ringen (Zehntelwertung: 106,2) vor Holger Laue (105,1), Malvina Oelkers (104,8), Thomas Chorus (104,4) und Mads Stegemerten (104,2).

Programm für Sonnabend, 20. Juni

Das Schützenfest geht am morgigen Sonnabend in die zweite Runde. Um 10:45 Uhr treten die Schützen im Festzelt an, bevor der Abmarsch zum Anbringen der Königsscheiben folgt. Der Umzug trifft gegen 17 Uhr am Festplatz ein. Ab 20 Uhr startet die Zeltparty mit dem DJ Partyteam — und wer danach noch Fußball schauen möchte: Ab 22 Uhr gibt es Public Viewing zum WM-Spiel Deutschland gegen die Elfenbeinküste. Für das leibliche Wohl sorgen Grillimbiss und ein Pizzawagen; Getränke werden über ein Chip-System abgerechnet, das im Vorverkauf sowie am Festplatz in bar oder per EC-Karte erhältlich ist.

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