110 & 112BurgdorfLehrte

Fußballspiel in der 1. Kreisklasse endet mit Polizeieinsatz und Spielabbruch

[BURGDORF/LEHRTE]

Am vergangenen Sonntag, 10. August 2025, trafen in der 1. Kreisklasse Region Hannover I der 1. FC Burgdorf und SV Yurdumspor Lehrte zum ersten Punktspiel der Saison aufeinander. Bei sonnigem Wetter verfolgten auf der Anlage des 1. FC an der Steinwedeler Straße in Burgdorf zahlreiche Zuschauer die Begegnung, die nach Angaben der Lehrter „zunächst fair und sportlich begann“.

„In der zweiten Halbzeit kam es zu einem Vorfall, als ein Spieler des 1. FC Burgdorf nach einem Tor in Richtung der Ersatzbank und des Zuschauerbereichs von Yurdumspor Lehrte lief und lautstark politische Provokationen äußerte“, berichtet Yetiş Özdemir, 1. Vorsitzender des SV Yurdumspor Lehrte, gegenüber der Presse in einer Mail am gestrigen Montag. Nach seinen Angaben unterblieb danach auch ein Einschreiten seitens des Burgdorfer Teams.

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Daraufhin traf Yetiş Özdemir gemeinsam mit dem Trainer die Entscheidung, das Spiel nicht fortzusetzen und das Spielfeld geschlossen zu verlassen. „Politische Aussagen und Gesten gehören nicht auf den Fußballplatz. Fußball ist ein Ort der Fairness, des Respekts und des sportlichen Miteinanders – unabhängig von Herkunft, Religion oder politischer Haltung“, erklärt er in einer Stellungnahme. Das Spiel wurde vom Schiedsrichter daraufhin abgebrochen. Eine Bewertung durch den Staffelleiter oder auch ein Sportgericht stehen aus.

Auf dem Weg in die Umkleidekabinen hätten nach den Angaben des 1. Vorsitzenden von Yurdumspor Lehrte zudem Spieler und Betreuer dann festgestellt, dass sich auf dem Parkplatz „mehrere vollbesetzte Fahrzeuge aus Burgdorf versammelt hatten“. Daraufhin wurde die Polizei informiert, die mit mehreren Streifenwagen eintraf, die Situation beruhigte und dafür sorgte, dass alle Anwesenden den Sportplatz sicher verlassen konnten. Körperliche Übergriffe habe es nicht gegeben.

Der SV Yurdumspor Lehrte bedankt sich in der Stellungnahme an die Presse bei der Polizei für das schnelle Eingreifen und betont, dass das Ziel bleibe, Fußballspiele in einer Atmosphäre auszutragen, in der sportliche Leistung im Vordergrund steht und sich alle Beteiligten sicher und respektiert fühlen. „Wir appellieren an alle Spieler, Betreuer und Zuschauer, gemeinsam dafür einzutreten, dass der Fußball das bleibt, was er sein soll: ein verbindendes Spiel für alle“, hieß es vom 1. Vorsitzenden des SV Yurdumspor abschließend.

Update Mitwoch, 13. August: eine Stellungname des 1. FC Burgdorf ist unter folgendem Link zu finden:

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Ein Kommentar

  1. Es ist unbestritten, dass politische Parolen und Provokationen auf dem Fußballplatz nichts zu suchen haben. Doch wer den Vorfall vom vergangenen Sonntag einseitig darstellt, greift zu kurz. Auch von den Reihen des Vereins Yurdumspor blieben politisch motivierte Äußerungen nicht aus. Darauf reagierte der Burgdorfer Verein seinerseits mit einer politischen Gegenposition – vor dem Hintergrund eines seit Jahrzehnten bestehenden Konflikts, der weit über den Sport hinausgeht. Zudem wurde aus dem Zuschauerbereich von Yurdumspor nach Augenzeugenberichten das Handzeichen der rechtsextremen „Grauen Wölfe“ gezeigt – eine Geste, die in Deutschland zu Recht als extremistisch eingestuft wird.

    Gerade deshalb ist es wichtig, nicht nur einzelne Szenen herauszugreifen, sondern das gesamte Geschehen im Blick zu behalten. Wer ein faires Miteinander im Fußball ernst meint, muss anerkennen, dass Provokationen oft nicht einseitig entstehen, sondern sich gegenseitig hochschaukeln. Verantwortung tragen in solchen Momenten alle Beteiligten – Spieler, Betreuer und Zuschauer gleichermaßen.

    Fußball sollte Brücken bauen, nicht Gräben vertiefen. Einseitige Schuldzuweisungen helfen nicht weiter; nur offene Kommunikation und gegenseitiger Respekt können verhindern, dass politische Konflikte auf dem Spielfeld ausgetragen werden.

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