Fabian Demuth neuer Ortsbürgermeister von Otze
Nach dem Rücktritt von Andreas Meyer hat der Ortsrat Otze am heutigen Donnerstag, 29. Januar 2026, einen neuen Ortsbürgermeister gewählt: Fabian Demuth (CDU) setzte sich mit drei zu zwei Stimmen gegen Stephan Kanthak (Bündnis 90/Die Grünen) durch. Rund 30 Zuschauer, darunter auch Cord Reißer, Ortsbürgermeister von Schillerslage, und das Ratsmitglied Cord-Heinrich Schweer, verfolgten die Sitzung im Feuerwehrgerätehaus am Kapellenweg, bei der Meyer seinen Rückzug aus der Kommunalpolitik emotional begründete und der handlungsfähige Ortsrat wiederhergestellt wurde. Neu im Ortsrat ist auch Silke Lippert.
Rücktritte werden formell angenommen
Zu Beginn der Sitzung übergab der scheidende Ortsbürgermeister Andreas Meyer die Sitzungsleitung an Otto Raguse (UWO), der als stellvertretender Ortsbürgermeister die Amtsgeschäfte übernahm. Raguse stellte den Verzicht auf die Mandate von Andreas Meyer und Gustav-Adolf Buchholz (beide CDU) zur Abstimmung. Der Ortsrat nahm den Rücktritt mehrheitlich – auch mit Wehmut – an. „Ich hätte es auch gerne rückgängig gemacht“, kommentierte Raguse.
Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn würdigte Meyer bei der Übergabe von Urkunde, Blumenstrauß und Gutschein: Meyer war seit 1. November 2016 Mitglied des Ortsrates und seit 7. Mai 2022 Ortsbürgermeister von Otze. „Das ist nicht Anlass zur großen Freude“, so Pollehn.


„Alles hat mal ein Ende“ – Meyer erklärt seinen Rückzug
Andreas Meyer nutzte die Gelegenheit, seinen Rückzug ausführlich zu begründen: „Alles hat mal ein Ende, es bedarf auch mal einer Pause.“ Er stellte klar, dass sein Rücktritt nicht nur mit dem Kita-Beschluss des Rates zu tun habe, sondern mit der Kombination mehrerer Beschlüsse. „Vor allem: Uns wird die Erweiterung genommen“, kritisierte er. Zwei Tage später sei die Kita beschlossen worden. „Ein Widerspruch in sich: Einerseits dürfen wir uns nicht entwickeln, sollen aber die Kinder aus der Kernstadt raus.“
Meyer zeigte sich auch verletzt über den Umgang in den sozialen Medien: „Ich bemängele die offene Kommunikation. Von hinten zu sticheln – daran erkennt man den Charakter der Menschen. Das kann ich nur belächeln.“ Die Otzer könnten seine Entscheidung nachvollziehen. „Das Bild des Ortsrates ist bei den Otzern widergespiegelt“, erklärt Meyer, der aus dem Ort Zuspruch erfahren hatte.
Er dankte der Verwaltung für die Zusammenarbeit und den Ortsratsmitgliedern: „Hier ging es in erster Linie um die Sache, das finde ich sehr gut und hat mir Spaß gemacht.“ Auch den Otzern dankte er, „die die Sitzungen durch Fragen mitgestaltet haben, Input vor und nach der Sitzung gekommen ist“.
Über die 9,5 Jahre im Ortsrat sagte Meyer: „Ich konnte auch persönlich dazulernen, werde den Posten auch vermissen.“ Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „Es kann sich noch was ergeben, bin ja noch jung, kann ja noch mal was passieren. Mein Rückgrat ist gerade.“ Er wünschte dem Ortsrat alles Gute für die Zukunft.
Die Anwesenden und Ortsratsmitglieder verabschiedeten Meyer mit großem Applaus. Meyer verließ daraufhin den Vorsitzplatz und setzte sich in die Zuschauerreihen.
Bürgermeister Pollehn zeigt Verständnis
Bürgermeister Pollehn zeigte Verständnis für Meyers Entscheidung. Er erinnerte daran, dass er sich damals im Rat enthalten habe. „Es war eine schwierige Situation – einerseits aus Sicht der Verwaltung, andererseits den Ortsrat nicht zu hören.“ Der Verwaltungsausschuss habe am Dienstag beschlossen, das halbe Baugebiet Sieen Meerfeld als Bebauungsmöglichkeit zu beschließen. „Ganz großen Dank für die Zusammenarbeit, lieber Andreas.“
Neue Ortsratsmitglieder verpflichtet
Otto Raguse verpflichtete anschließend die neuen Ortsratsmitglieder: Silke Lippert (CDU) und Fabian Demuth (CDU) rücken für Gustav-Adolf Buchholz und Andreas Meyer nach. Beide sprachen die Eidesformel und wurden als Ortsratsmitglieder aufgenommen.
Damit war der Ortsrat wieder vollständig und handlungsfähig mit fünf Mitgliedern: Otto Raguse (UWO, stellvertretender Ortsbürgermeister), Silke Lippert (CDU), Fabian Demuth (CDU), Stephan Kanthak (Bündnis 90/Die Grünen) und Niklas Peisker (SPD). Hinzu kommen die beratenden Mitglieder Joachim Höfner (Ratsmitglied CDU) und Anika Lilienthal (Ratsmitglied FDP).

Wahl zum Ortsbürgermeister: Demuth setzt sich durch
Für die Wahl zum neuen Ortsbürgermeister wurden zwei Kandidaten vorgeschlagen: Fabian Demuth und Stephan Kanthak. Niklas Peisker und Joachim Höfner, beratendes Mitglied) fungierten als Wahlhelfer.
Bei fünf Wahlberechtigten erhielt Demuth drei Stimmen, Kanthak zwei Stimmen. Damit wurde Fabian Demuth neuer Ortsbürgermeister von Otze.
Demuth dankte für das Vertrauen: „Dank für die Wahl und das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde.“ Er verwies auf die verbleibende Amtszeit: „Noch elf Monate – ich hoffe, dass wir es gut weiterführen können.“ Er wolle dem Dorf gerecht werden und könne die Entscheidung seines Vorgängers definitiv nachvollziehen. „Da sist kein in den Rücken fallen“, betonte er und kündigte an, „die angefangene Arbeit gut zu Ende bringen“ zu wollen.
Hintergrund: Streit um Kita und Windkraft
Der Rücktritt von Andreas Meyer hatte im Dezember für Aufsehen gesorgt. Der Stadtrat hatte gegen das Votum des Ortsrates beschlossen, eine neue Kindertagesstätte im Kapellenweg in Otze zu bauen. Meyer hatte seinen Rückzug damit begründet: „Wenn der Ortsrat nein sagt, der Rat aber trotzdem zustimmt, brauchen wir keinen Ortsrat mehr.“
Neben der Kita-Entscheidung spielten auch die Beschlüsse zu Windkraftflächen und Baugebietserweiterungen eine Rolle. Meyer kritisierte, dass Otze einerseits Flächen für Windkraft zur Verfügung stellen solle, andererseits aber keine eigenen Entwicklungsmöglichkeiten erhalte.

