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Burgdorf
Freitag, 19.02.2021 - 17:19 Uhr

Christel Hoffmann-Pilgrim und Adolf Pilgrim erhalten das Bundesverdienstkreuz

Christel Hoffmann-Pilgrim und Adolf Pilgrim wurden mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.Aufn.: Region Hannover / Schiermann

BURGDORF

Der Bundespräsident hat Christel Hoffmann-Pilgrim und Adolf Pilgrim in Anerkennung ihrer besonderen Verdienste um das Allgemeinwohl das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Am heutigen Freitag, 19. Februar 2021, wurde es ihnen durch Regionspräsident Hauke Jagau im Regionshaus überreicht.

 

Christel Hoffmann-Pilgrim engagiert sich seit 48 Jahren im sozialen Bereich und seit 41 Jahren auf kultureller Ebene. 20 Jahre lang ist sie in der Kommunalpolitik tätig gewesen.

 

Seit 1971 ist Christel Hoffmann-Pilgrim Mitglied der Arbeiterwohlfahrt e. V. (AWO) Ortsverein Burgdorf. Von 2007 bis 2017 hatte sie das Amt der Vorsitzenden wahrgenommen. Neben den üblichen Leitungs- und Ortsgruppenaufgaben organisierte Christel Hoffmann-Pilgrim zahlreiche Treffen, kulturelle Veranstaltungen und Fahrten für die AWO-Mitglieder. Dabei setzte sie sich mit hohem persönlichem Einsatz nicht nur für die Seniorenarbeit ein, sondern hatte auch die Interessen und Belange von Kindern und Jugendlichen im Blick. Durch neue Ideen und kreative Impulse konnte Christel Hoffmann-Pilgrim die Arbeit des Ortsvereins nachhaltig weiterentwickeln.

 

Beim Verkehrs- und Verschönerungsverein Stadt Burgdorf e. V. (VVV) ist Christel Hoffmann-Pilgrim seit 1978 aktives Mitglied. Seit 2006 bringt sie sich als Beisitzerin in die Vorstandsarbeit ein. Der Verein möchte das Image der Stadt Burgdorf verbessern und ihre Attraktivität steigern. Dazu leistet der VVV breitgefächerte Kulturarbeit. Zudem beteiligt und vertritt er die Bürger Burgdorfs in lokalen Belangen. Der VVV ist Träger des Stadtmuseums, der KulturWerkStadt, der Aufführungen des Theaters für Niedersachsen im Theater am Berliner Ring und der Schloss- und Barockkonzerte. Er vereint 30 Sparten und Arbeitskreise, die gut 100 Veranstaltungen im Jahr organisieren.

 

Christel Hoffmann-Pilgrim wirkt seit vielen Jahren intensiv in den Arbeitskreisen Stadtmuseum und KulturWerkStadt mit. Sie konzipiert, organisiert und gestaltet seit etwa 15 Jahren umfangreiche stadtgeschichtliche Ausstellungen. Dabei betreibt sie auch stadtgeschichtliche Forschungsarbeit. Des Weiteren betreut Christel Hoffmann-Pilgrim regelmäßig die VVV-Informationsstände bei den großen Veranstaltungen in Burgdorf wie dem Pferde- und Hobbytiermarkt, dem Stadtfest und dem Kunstmarkt. Sie ist an der Organisation des jährlichen VVV-Sommerfestes beteiligt und bringt sich insbesondere bei Aktivitäten für Kinder ein. Darüber hinaus übernimmt sie mehrmals im Jahr die Verteilung der Einladungen, Kalender und Kulturbroschüren an die VVV-Mitglieder.

 

Zudem ist Christel Hoffmann-Pilgrim seit 1998 Mitglied des Fördervereins Stadtmuseum Burgdorf e. V.

 

Im Rahmen der Kommunalpolitik war Christel Hoffmann-Pilgrim von 1986 bis 2001 Mitglied der Verbandsversammlung des Kommunalverbandes Großraum Hannover (KGH). Dort gehörte sie der SPD-Fraktion an und brachte sich in die Arbeit mehrerer Gremien ein. Von 1997 bis 2001 war Christel Hoffmann-Pilgrim Stellvertretende Vorsitzende der KGH-Verbandsversammlung. Des Weiteren war sie Vorsitzende des Verkehrsausschusses sowie Vorsitzende der Haushaltskommission.

 

Nach der Auflösung der KGH und der Bildung der Region Hannover im Jahr 2001 war Christel Hoffmann-Pilgrim ab 2001 bis 2006 Mitglied der Regionsversammlung der Region Hannover und von 2001 bis 2006 Erste Stellvertretende Regionspräsidentin. Während dieser Zeit wirkte sie als Mitglied im Verkehrsausschuss und im Regionsausschuss mit.

 

Während dieser 20-jährigen Tätigkeit hat sich Christel Hoffmann-Pilgrim insbesondere der Verkehrspolitik und der Verbesserung der Infrastruktur in der Region Hannover gewidmet. Für ihr langjähriges und besonderes Wirken um das Gemeinwohl ist Christel Hoffmann-Pilgrim 2006 mit der Ehrennadel der Region ausgezeichnet worden.

 

Adolf Pilgrim hat sich 30 Jahre lang ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagiert und bringt sich seit vielen Jahren in der Kirche sowie in der Friedensarbeit ein.

 

Von 1981 bis 1986 und von 1991 bis 1996 war Adolf Pilgrim (SPD) Mitglied des Kreistages Hannover. Während dieser Zeiten hatte er sich in die Arbeit des Kultur- und Sportausschusses sowie des Bau- und Planungsausschuss eingebracht.

 

Bei der Stadt Burgdorf war Adolf Pilgrim von 1996 bis 2016 Ratsmitglied. Er wirkte in zahlreichen Ausschüssen als Mitglied mit, insbesondere von 1996 bis 2011 im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen, von 1996 bis 2016 im Umlegungsausschuss, von 2001 bis 2016 in der Gesellschafterversammlung der "Wirtschaftsbetriebe Burgdorf GmbH", von 2001 bis 2006 als Beigeordneter und ab 2006 bis 2016 als ordentliches Mitglied in der Mitgliederversammlung im Stadtmarketing Burgdorf. Von 1996 bis 2016 übte er die Funktion des SPD-Fraktionsvorsitzenden aus.

 

Während dieser langen Zeit hat Adolf Pilgrim sich für die nachhaltige Weiterentwicklung der Stadt Burgdorf eingesetzt und insbesondere zur Verbesserung der Infrastruktur sowie der Stärkung sozialer Belange beigetragen. So war er zu wesentlichen Teilen an den Entscheidungen zum Bau der Umgehungsstraße "B188 neu", zur Schaffung des Gewerbegebietes "Nordwest", zum Umbau und zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt sowie zur Ausweisung neuer Wohngebiete beteiligt. Adolf Pilgrim setzte sich sehr für die Gründung der Stadtwerke Burgdorf GmbH und die Wirtschaftsbetriebe Burgdorf GmbH ein. Des Weiteren unterstützte er nachdrücklich die Einrichtung der Integrierten Gesamtschule Burgdorf, die Gründung des Bündnisses für Familien und die Einsetzung einer hauptamtlichen Frauenbeauftragten. Aufgrund seines herausragenden langjährigen Einsatzes für das Gemeinwohl ist Adolf Pilgrim 2017 zum Ehrenratsherr der Stadt Burgdorf ernannt worden.

 

1979 war Adolf Pilgrim an der Gründung des Vereins Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen e. V. beteiligt, der als Trägerverein für das Friedenszentrum Antikriegshaus tätig ist. 1981 wurde das Antikriegshaus eröffnet, das seit 2014 zusammen mit der örtlichen St. Martinsgemeinde das "Nagelkreuzzentrum Sievershausen" bildet. Adolf Pilgrim war lange Jahre Mitglied des Vorstands und hat den Verein insbesondere im organisatorischen Bereich und bei der inhaltlichen Arbeit mit auf- und ausgebaut. Von 1979 bis 1982 kümmerte er sich als Schatzmeister um die finanzielle Unterstützung durch Dritte und nahm von 1982 bis 1984 die Aufgaben des stellvertretenden Vorsitzenden wahr. 1987 war Adolf Pilgrim Gründungsmitglied des Kuratoriums, dessen Vorsitz er von 2008 bis zur Kuratoriumsauflösung im Jahr 2015 innehatte. Als 2006 der Vereinsvorsitzende verstarb, stand Adolf Pilgrim dem neu gewählten Vorstand hilfreich zur Seite, um eine Auflösung des Vereins zu verhindern. Auch in seiner Funktion als Kuratoriumsvorsitzender begleitete und unterstützte Adolf Pilgrim den Vereinsvorstand.

 

Seit 2014 ist Adolf Pilgrim Mitglied im Stiftungsrat der kirchlichen Stiftung "Frieden ist ein Menschenrecht" Sievershausen, die sich dem Grundsatz verschrieben hat, dass alle Menschen das Grundrecht auf Frieden besitzen und gerade darin auch ihre Würde besteht. Die Stiftung fördert die Friedensarbeit in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Dabei setzt sie sich insbesondere für die Förderung und Fortentwicklung der Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen e. V. ein, unterstützt Opfer von Krieg und Folter sowie friedenspolitische, -pädagogische und -kulturelle Ziele.

 

Des Weiteren wirkt Adolf Pilgrim seit vielen Jahren aktiv im "Arbeitskreis Gedenkweg 9. November" mit, der an die Geschehnisse der Reichspogromnacht 1938 erinnert. Neben der Erforschung der Geschichte der jüdischen Gemeinde Burgdorfs werden die daraus gewonnenen Erkenntnisse der Öffentlichkeit in Ausstellungen, Veröffentlichungen und Vorträgen präsentiert. Ergänzend dazu sind durch die Verlegung von Stolpersteinen im Straßenpflaster und die Anbringung eines Gedenkfrieses im Ratssaal der Stadt Burgdorf dauerhafte Erinnerungsorte an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geschaffen worden. Darüber hinaus vermittelt der Arbeitskreis Wissen über das Judentum und fördert Gespräche zwischen Judentum und Christentum.

 

Hauptberuflich war Adolf Pilgrim von 1968 bis zum 31. Dezember 2000 Mitarbeiter des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Burgdorf; wegen der Fusion mit dem Nachbaramt ab 1. Januar 2001 bis zum Ruhestand beim Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen. Zuletzt war er als Kirchenverwaltungsoberrat Leiter des Kirchenkreisamtes Burgdorfer Land tätig. Über seine normalen dienstlichen Aufgaben hinaus setzte Adolf Pilgrim sich intensiv im sozial-diakonischen Bereich ein. Er war unter anderem Mitglied im Ausschuss für Partnerschaft und weltweite Ökumene des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Burgdorf und wirkte ab 1980 bei den Partnerschaften mit dem Kirchenkreis Borna in Sachsen/DDR und insbesondere dem Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Johannesburg-West (Western Circuit), Südafrika, sehr engagiert mit. Adolf Pilgrim war an den wechselseitigen Besuchen mit dem Western Circuit beteiligt, die im zweijährigen Turnus stattfanden, und brachte sich sehr in die Zusammenarbeit und die Förderung der dortigen Partner-Kirchengemeinden ein. Unter seiner maßgeblichen Vor- und Mitarbeit hat der Kirchenkreis Burgdorf in den 1990er-Jahren den Entschluss gefasst, im Rahmen einer "Zehntenabgabe" zehn Prozent der Gemeindearbeitsmittel der Partnerschaft zu widmen, um diese finanziell zu unterstützen und Rücklagen für Fonds zugunsten von Kirchen- und Hausbauprogrammen, Schülerstipendien sowie AIDS-Projekten zu schaffen. Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand 2003 war Adolf Pilgrim bis 2019 weiterhin Mitglied des Partnerschaftsausschusses und beteiligte sich an den Austauschen, reiste nach Südafrika und beherbergte und betreute südafrikanische Gäste bei den Gegenbesuchen in Burgdorf.

 

Über diese ehrenamtlichen Tätigkeiten hinaus ist Adolf Pilgrim seit 1998 Mitglied des Sozialverbands Deutschland e. V. Ortsverband Burgdorf. 2018 hat er das Amt des Ersten Ortsverbandsvorsitzenden übernommen.

 

Die über Jahrzehnte geleistete ehrenamtliche Arbeit findet mit der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland die ihr gebührende Würdigung und Anerkennung.