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Burgwedel
Freitag, 12.06.2020 - 13:54 Uhr

Sommer, Sonne, Waldbrandgefahr

Die ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte überprüften die Löschwasserbrunnen im Burgwedeler Stadtgebeit.Aufn.: Feuerwehr Burgwedel

WETTMAR

Der Sommer bringt neben viel Sonnenschein auch angenehme Temperaturen mit sich, in der Regel wird er durch eher mäßigen bis kaum erwähnenswerten Niederschlag begleitet, so dass nicht nur im heimischen Garten bewässert wird, sondern auch auf den landwirtschaftlichen Flächen außerhalb der Ortschaften.

 

Eher spartanisch kommen da die weniger interessanten Nutzflächen weg, wie Waldflächen mit ihrer Vegetation. Mäßige Regenschauer kann das Baumwipfeldach auffangen und verhindert so das Erreichen von Wasser in die Humus-Bodenschicht. Diese besteht in der Regel in der oberen Deckschicht aus kleinem Gehölz, abgefallenen Tannennadeln und Blättern, sowie Buschbewuchs, erst darunter befinden sich erdähnliche Schichten, die auch Feuchtigkeit speichern.

 

Bereits im Frühjahr werden die Auswirkungen von ausbleibendem oder geringem Regenniederschlag deutlich, da zu diesem Zeitpunkt bereits Brände durch die Feuerwehren Burgwedels in den Wald- und Forstgebieten bekämpft wurden. Deutlicher wird die Auswirkung der Trockenheit bei der bald einsetzenden Erntezeit, wenn Getreide auf den Äckern gedroschen wird, Strohballen gepresst werden oder Heu auf den Wiesen endverarbeitet wird, da sich das Brandrisiko in den örtlichen Aussenbereichen damit erhöht und dabei neben hohen Sachwerten der Erntemaschinen auch Menschenleben in Gefahr sein können.

 

Deshalb haben bereits vor einigen Wochen die Feuerwehren im Stadtgebiet Burgwedels damit begonnen, die Löschwasserversorgung über sogenannte Löschwasserbrunnen, die an der Erdoberfläche nur durch das hörnchenähnlich gebogene Rohrstück zu erkennen sind, zu überprüfen. Über einen Löschwasserbrunnen kann die Feuerwehr mit ihren Förderpumpen aus höher liegenden Grundwasserschichten über eine Rohrleitung Wasser ansaugen und so zum Löschen von Bränden nutzen. Diese Löschwasserbrunnen sind mit Einströmfiltern in der Wasserschicht ausgestattet und bestehen in der Regel aus Metall. Die Überprüfung durch die Feuerwehr soll sicherstellen, dass weder der Einströmfilter verstopft ist, noch durch Korrosion oder Wurzelwerk die in der Erde verlegte Rohrleitung beschädigt ist. Damit wäre die Wasserentnahmestelle unbrauchbar und wäre zu ersetzen - gerade im Bereich der Forst eine wichtige Erkenntnis, da hier die Dichte und Häufigkeit von verfügbarem Löschwasser um ein vielfaches geringer ist, als in den Ortschaften, die zusätzlich auch noch über ein Hydrantennetz verfügen, über welches vom Wasserversorger ständig Löschwasser vorgehalten wird.

 

Die Einsatzkräfte haben zum einen die Möglichkeit, das Zusammenspiel der Feuerwehrtechnik mit dem Löschwasserbrunnen auf Bewegungsfreiheit und Aufstellflächen für die Förderpumpe, Einsatzfahrzeug und Schlauchmaterial zu prüfen, zum anderen wird in einer fast einstündigen Förderprobe die Leistungsfähigkeit des Brunnens überprüft. Das geförderte Wasser wird auf Verfärbungen und Verunreinigungen geprüft, die auf einen Filterverschluss oder Korrosion hindeuten können, zum anderen wird durch eine hohe Wasserförderrate festgestellt, ob ausreichend Wasser nachströmen kann und damit für eine Brandbekämpfung genügend Löschmittel zur Verfügung steht. In den geführten Wartungsprotokollen kann außerdem nachvollzogen werden, ob sich der Grundwasserspiegel abgesenkt oder erhöht hat, denn die Pumpentechnik der Feuerwehr kann auch nur aus einer maximalen Tiefe von ungefähr 10 Metern ansaugen, bei tiefer liegenden Wasserspiegeln wäre der Einsatz ergänzender Fördertechnik erforderlich, wie sie beispielsweise der Trinkwasserversorger anwendet, um Grundwasser aus wesentlich tieferen Schichten für den täglichen Gebrauch zu fördern.

 

Neben der reinen technischen Überprüfung der Löschwasserversorgung ist auch für die Einsatzkräfte die Anfahrt zu den jeweiligen Versorgungspunkten ein wichtiger Erfahrungspunkt. Die Überprüfung findet in der Regel einmal jährlich statt und nicht jedem sind die Orte bekannt, an denen die unscheinbaren roten Rohre aus dem Erdreich schauen. Teilweise wird das Auffinden durch Bewuchs oder schwierige Lagen erschwert, teilweise führen nur mäßig befestigte Wege zu den Löschwasserbrunnen. "Daher ist es wichtig, neben einem groben Anhaltspunkt über eine Landkarte auch den tatsächlichen Standort mit seinen Randbedingungen in der Natur kennenzulernen", erklärt die Burgwedeler Feuerwehr.

 

Die üblicherweise einfach durchzuführende Prüfung verlange in der aktuellen Zeit durch das Corona-Virus auch den Feuerwehreinsatzkräften einiges ab. Durch das Gebot von Abstands- und Hygieneregeln werden die Fahrten in den Einsatzfahrzeugen und auch Tragen der fast 170 Kilogramm schweren Förderpumpe sowie Aufbau von erforderlichem Wasserförderungsmaterial nur mit Mund-Nasen-Schutz durchgeführt und die Verteilung der Aufgaben auf eine maximal notwendige Anzahl an Einsatzkräften vorgenommen.

 

Aber allen Feuerwehren im Stadtgebiet Burgwedel ist es wichtig, schnell und effektiv im Schadenfall helfen zu können, daher wurden die Überprüfungen trotz der erschwerten Bedingungen erfolgreich durchgeführt. Damit aber sowohl Feuerwehren als auch die Bürgerinnen und Bürger sich nur auf die Gewissheit verlassen brauchen, dass die Löschwasserversorgung im Brandfall zuverlässig funktioniert, sollte sich ein jeder an die Regeln beim Betreten von Wald- und Forstflächen, aber auch beim Aufenthalt in den Gemarkungen, halten und auf den Umgang mit Feuer verzichten, den Genuss der Zigarette zu verschieben, Fahrzeuge nicht über bewachsenen Flächen abstellen und jegliche Art von Müll im häuslichen Abfalleimer zu entsorgen und nicht in der Natur zu hinterlassen. "Das hilft am Ende nicht nur, Brände zu verhüten, sondern auch das zu Hause, Lebensumfeld und Gesundheit der Waldtiere zu erhalten und zu schützen", erklären die Brandbekämpfer.

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