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Dienstag, 21.05.2019 - 20:39 Uhr

Ramlingerin wandert 670 Kilometer durch die Alpen für syrische Kinder

Die Ramlingerin ist viel unterwegs, wie hier in Slowenien.Aufn.:

RAMLINGEN

"In die Alpen geht man nicht allein" - eine Regel, die jeder Bergsteiger kennt. Die 37-jährige Romy Robst aus Ramlingen tut es dennoch. In drei Wochen startet sie ein Berg-Abenteuer. Sie wandert größtenteils allein nur mit ihrem Hund 670 Kilometer quer durch die Alpen. Acht Wochen lang. Alles was sie und ihr Hund brauchen, passt in einen 12 Kilogramm schweren Rucksack.

 

Ihr geht es um Sinnfindung, um Naturerlebnisse, vor allem aber um Frieden. Romy Robst wandert auf dem italienischen Friedensweg, dem Sentiero della Pace, und will "an etwas erinnern, was wir niemals vergessen sollten", wie sie selbst sagt. Sie wandert auf den Spuren des 1. Weltkriegs, der in den Alpen auf bis zu 3.850 Metern Höhe ausgetragen wurde. Gleichzeitig sammelt die Ramlingerin spenden für ein Schulprojekt in Idlib, Syrien, wo die Notlage derzeit groß ist.

 

Romy Robst ist viel zu Fuß unterwegs: Ob Österreich, Italien, Slowenien, Harz oder bayerische Alpen - allein in diesem Jahr werden es mehr als 1.000 Kilometer sein, die sie zu Fuß Naturlandschaften erkundet. Seit etwa einem Jahr betreibt sie einen Blog im Internet, auf dem sie die Erlebnisse ihrer Wanderungen niederschreibt. Mehr als 15.000 Mal werden die Artikel jeden Monat gelesen. Es ist für sie eine gute Plattform, Menschen zu inspirieren und zu motivieren, mehr in die Natur zu gehen und auf ihren Friedensweg aufmerksam zu machen. "Wir dürfen unsere Vergangenheit nicht vergessen", sagt sie. "Nur was wir kennen, können wir begreifen und auch in Zukunft besser machen."

 

Der italienische Friedensweg läuft entlang der Frontlinie des 1. Weltkrieges an der heutigen, südlichen Grenze des Südtirol-Trentino. Dort verlief von 1915 bis 1918 die Frontlinie des 1. Weltkrieges mitten durch das Gebirge. Noch heute zeugen Befestigungsanlagen, in den Fels gegrabene Stollen und weggesprengte Berge in den Alpen vom harten Alltag im Stellungskrieg und von einem brutalen, unerbittlichen Gebirgskrieg, der allein auf den Gipfeln der Alpen 150.000 Tote forderte. Die meisten starben durch Unterkühlung, Lawinen oder Steinschläge. Ganze Kompanien von Deutschen, Österreichern und Italienern verschwanden für immer im ewigen Eis der Gletscher.

 

"Brutal und unerbittlich ist die Situation 100 Jahre später immer noch - nur an anderen Orten", sagt die Pflegemutter eines arabischen Flüchtlings, den sie vor mehr als drei Jahren mit ihrer Familie aufgenommen hat: "In Syrien beispielsweise kämpfen zerrissene Familien gegen Witterung, Hunger und Perspektivlosigkeit. Vor allem in Idlib sind etwa 2,1 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen." Sie hat daher für den Verein SyrienHilfe e.V., der sich in Idlib seit 2016 engagiert, für ein Schulprojekt die Patenschaft übernommen. Pro Tag kostet die Schule für 360 Schüler inklusive Miete, Lehrkräften, Verpflegung und Schulmaterial 200 Euro. Für jeden Tag der Wanderung sollen diese Kinder in Idlib zur Schule gehen können. "Ich habe selbst faszinierend beobachtet, wie sich unser Pflegesohn in der kurzen Zeit in Sachen Toleranz, Einstellungen und Verhalten verändert hat", erklärt Romy Robst. "Einen riesigen Anteil an dieser Veränderung hat seine Bildung. Nicht nur das Wissen selbst, das er sich durch Schule und Ausbildung angeeignet hat, vielmehr ist es die Perspektive, die sich daraus ergibt. Die Perspektive auf eine Zukunft, von der er etwas erwarten kann. Die er gar gestalten kann. Für die er sich etwas wünschen kann." Dieses Gefühl möchte sie auch anderen jungen Menschen geben. Jugendlichen, die an größtenteils selbst gebauten Tischen und Stühlen sitzen und mit minimalster Ausstattung Mathe, Physik, Chemie, Geografie, Englisch und Biologie lernen - manchmal auch begleitet von Angst, wenn entfernte Schüsse zu hören sind.

Auf der Internetseite Opens external link in new windowwww.etappen-wandern.de kann für das Projekt direkt gespendet werden. Zudem können Interessierte dort Romy Robst auf ihrer Wanderung virtuell folgen.

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