„Gar nichts zu machen ist das Schlimmste“ — Otze bekommt öffentlich zugänglichen Defibrillator am Feuerwehrhaus
Foto: Bastian Kroll
Die Idee ist fast zehn Jahre alt — nun hängt das Gerät: Am heutigen Mittwoch, 24. Juni 2026, wurde am Feuerwehrhaus in Otze offiziell ein öffentlich zugänglicher Defibrillator eingeweiht. Initiiert und hartnäckig vorangetrieben hat das Projekt Norbert Dünker, der 44 Jahre im Krankenhaus tätig war und die Bedeutung des Geräts aus eigener Erfahrung kennt.
Vor einem Herzstillstand warnt der Körper oft — mit Kammerflimmern. Genau dann kann ein Defibrillator Leben retten. „Es heißt, dass rund 90 von 100 Reanimationen damit erfolgreich verlaufen“, sagt Dünker. Und er weiß, dass viele Menschen zögern, wenn es darauf ankommt: „Viele haben Angst, was falsch zu machen, doch gar nichts zu machen ist das Schlimmste. Schlimmer als der Tod kann es nicht werden.“ Er ermutigt ausdrücklich, im Notfall zu helfen — das Gerät leite selbst durch den Einsatz.


Fast zehn Jahre von der Idee zur Umsetzung
Die Idee für einen Defibrillator in Otze gab es schon vor fast zehn Jahren — lange vor der Pandemie. Die Corona-Zeit brachte das Projekt jedoch zum Stillstand. Norbert Dünker nahm es danach wieder auf und brachte es nun zum Abschluss. Rund 2.200 Euro waren für Gerät, Aufhängung und Tasche nötig. Das Geld wurde durch mehrere größere und kleinere Spenden zusammengetragen: Maßgeblich beteiligt waren Carsten und Melanie Lahmann, Cord Meyer sowie Friedrich W. Krull. Weitere Mittel kamen bei der Verlosung des Lebendigen Adventskalenders zusammen sowie bei der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr — „dabei kam eine nicht unerhebliche Summe zusammen“, so Dünker.
Bewusst draußen — rund um die Uhr erreichbar
Das Gerät hängt zwischen den Toren am Feuerwehrhaus, ein Hinweisschild macht auf seinen Standort aufmerksam. Gegenüber liegt der Lindenbrink, auf dem nicht nur zur Otzer Woche Veranstaltungen stattfinden. Dass der Defibrillator außen hängt, ist Absicht: Er soll jederzeit erreichbar sein — für Anwohnerinnen und Anwohner ebenso wie für die Feuerwehrkräfte selbst. Werden diese beispielsweise zu einer hilflosen Person hinter verschlossener Tür gerufen, können sie das Gerät direkt mit Tasche zum Einsatzort bringen. Das Gerät ist für Erwachsene wie auch für Kinder geeignet.
Die Verantwortlichen hoffen, dass es pfleglich behandelt wird — denn im Notfall können Sekunden zwischen Leben und Tod entscheiden. Die Wartung des Gerätes haben die Otzer Vereine und Verbände übernommen. Ihr Vorsitzender Hans Jörg Fischer weist darauf hin, dass Folgekosten anfallen: „Das Gerät braucht beispielsweise alle vier Jahre eine neue Batterie. Auch muss es wieder instandgesetzt werden, wenn es benutzt wird.“ Weitere Spenden seien daher willkommen. „Wir hoffen natürlich, dass des Gerät nie benötigt wird“, fügte Fischer hinzu.
