Labormobil testet Brunnenwasser in Lehrte
Das Labormobil des VSR-Gewässerschutz macht am Mittwoch, 10. Juni 2026, in Lehrte Station. Von 9 bis 11 Uhr können Bürger am City-Center in der Burgdorfer Straße Proben ihres Brunnenwassers abgeben.
Die Brunnenwasseranalysen am gelben Labormobil stießen in den vergangenen Jahren in Lehrte nach Angaben des Vereins auf reges Interesse. Viele Brunnenbesitzer nutzten die Möglichkeit, um zu erfahren, wofür sie ihr Wasser verwenden können. In diesem Jahr nehmen Matthias Ahlbrecht und Frank Hage, die sich in der gemeinnützigen Organisation engagieren, die Proben entgegen.
Gerade in heißen und trockenen Sommerphasen wird im Garten viel Wasser benötigt. Der VSR-Gewässerschutz möchte mit den Untersuchungen dazu beitragen, dass häufiger Brunnenwasser statt Leitungswasser genutzt wird. „Das Wasser aus dem Gartenbrunnen ist häufig mit Nitraten, Eisen, Bakterien und weiteren Stoffen belastet“, erklärt Matthias Ahlbrecht. Im Labormobil werden gegen eine Kostenbeteiligung von zwölf Euro der Nitrat-, Säure- und Salzgehalt untersucht. Diese Ergebnisse erhalten die Brunnenbesitzer noch am Infostand am Ende der Aktion.
Gegen eine weitere Kostenbeteiligung können zusätzliche Parameter analysiert werden. Dadurch erfahren Brunnenbesitzer, ob das Wasser zum Gießen von Gemüse oder zum Befüllen von Planschbecken und Teichen geeignet ist. „Außerdem können wir eine Einschätzung dazu geben, inwieweit das Wasser im Notfall zum Trinken einsetzbar ist“, betont Frank Hage. Diese Messwerte werden den Brunnenbesitzern in einem ausführlichen Gutachten per Post zugesendet. Zusätzlich bietet der Verein jeden Donnerstag von 10 bis 14 Uhr eine telefonische Beratung unter 02831/9763342 an.
Für die Probenahme empfiehlt der VSR-Gewässerschutz, eine 0,5-Liter-Mineralwasserflasche aus Kunststoff zu nutzen. Diese sollte ausgegossen, mehrfach mit Brunnenwasser gespült und anschließend bis zum Rand gefüllt werden, ohne Deckel oder Flasche von innen zu berühren.
Am Infostand in Lehrte präsentieren Matthias Ahlbrecht und Frank Hage zudem Messwerte aus 20 Jahren. Die Auswertungen der bisherigen Analyseergebnisse in der Region werden auf einem Bildschirm gezeigt. „Unser Nitratdiagramm verdeutlicht, dass die Nitratbelastung nicht so gesunken ist, wie gehofft“, berichtet Ahlbrecht. Außerdem habe der Verein festgestellt, dass andere Belastungen, etwa Bakterien nach Starkregenfällen, im Brunnenwasser zunehmen.
Nach Angaben des VSR-Gewässerschutz wird in Gesprächen mit Brunnenbesitzern häufig deutlich, dass verschmutztes Regenwasser in undichte Brunnen eindringen kann. Die Ergebnisse zeigten daher, dass es für die Nutzung im Garten wichtig sei, Brunnenwasser regelmäßig untersuchen zu lassen. So könnten Brunnenbesitzer Gesundheitsrisiken bei der Verwendung ihres Wassers ausschließen. Ausführliche Auswertungen gibt es unter diesem Link.
Der VSR-Gewässerschutz wurde 1980 als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen gegründet und engagiert sich für den Schutz des Grundwassers und der Gewässer. Die gemeinnützige Organisation führt eigene Untersuchungen durch. Bei Wasserproben aus dem Grundwasser ist der Verein auf die Mithilfe von Brunnenbesitzern angewiesen. Weitere Informationen gibt es unter VSR-Gewaesserschutz.de.
