Burgdorf

Aus dem Burgdorfer Feuerwehrausschuss

Feuerwehrbedarfsplan kommt im September: Sondertermin statt schneller Abstimmung

[BURGDORF]

Der Feuerwehrausschuss der Stadt Burgdorf ist am heutigen Donnerstag, 21. Mai 2026, zu seiner regulären Sitzung im Ratssaal des Schlosses am Spittaplatz zusammengekommen — und das wichtigste Signal des Abends kam gleich zu Beginn: Der lang erwartete Feuerwehrbedarfsplan wird erst im September den politischen Gremien zur Beratung vorgelegt. Ein eigens angesetzter Sondertermin am 3. September soll ausreichend Raum für eine gründliche Diskussion schaffen.

Bedarfsplan: 200 Seiten brauchen Zeit

Ordnungsamtsleiter Christian Enderle erläuterte in den Mitteilungen des Bürgermeisters, dass die Verwaltung erst vor zwei Wochen die finale Fassung des Feuerwehrbedarfsplans erhalten habe — ein Dokument von mehr als 200 Seiten. Es sei unfair gewesen, diesen Umfang heute zur Beschlussfassung vorzulegen, so Enderle. Stattdessen soll am 3. September ein Sondertermin stattfinden, der zeitlich mit einer Ratssitzung zusammenfällt, sodass dort die endgültige Entscheidung getroffen werden kann. Der ursprünglich für den 1. Oktober vorgesehene Ausschusstermin solle schlicht vier Wochen vorgezogen werden. Der Bedarfsplan gelangt damit erstmals in die politischen Gremien der Stadt.

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Einsätze, Megahub und neues Erscheinungsbild

Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer berichtete über die Einsätze seit der letzten Sitzung. Neben dem „Tagengeschäft“ wie hilflose Personen hinter verschlossenen Türen, technische Hilfeleistungen und Bränden wie auch ausgelöste Brandmeldeanlagen und Rauchwarnmelder war die Drehleiter war sechsmal außerhalb des Stadtgebiets im Einsatz, und Tauchereinsätze führten die Burgdorfer Kräfte nach Wunstorf und Isernhagen. Hinzu kam eine Alarmübung. Besonders erwähnenswert war ein realer Einsatz beim Megahub in Lehrte: Dort war die Ortsfeuerwehr Hülptingsen gemeinsam mit dem ABC-Zug der Region Hannover Ost bei einer Leckage an einem Kerosintank im Einsatz. Im April fand außerdem eine Klausurtagung des Stadtkommandos statt, bei der auch die Entwurfsfassung des Feuerwehrbedarfsplans besprochen wurde.

Beim Erscheinungsbild bewegt sich ebenfalls etwas: Eine Arbeitsgruppe befasst sich mit dem Corporate Design der Burgdorfer Feuerwehr und entwickelt ein eigenes Signet. Auch bei der Dienstkleidung gibt es Neuerungen — aus dem Feuerwehrbudget werden neue Jacken und eine Hose beschafft, und die bisherigen hellblauen Hemden werden künftig durch weiße ersetzt.

Drohnen, Peers-Team und 18 neue Kameraden

Heuer berichtete von mehreren strukturellen Fortschritten. Die Ortsfeuerwehr Otze verfügt inzwischen über ein waldbrandfähiges Fahrzeug, das auf die Bekämpfung von Vegetationsbränden spezialisiert ist. Die Ortsfeuerwehr Dachtmissen soll eine Drohnengruppe aufbauen.

Für die psychosoziale Unterstützung nach belastenden Einsätzen steht ein sogenanntes Peers-Team bereit. Es besteht aus zwei Einsatzkräften aus Ramlingen-Ehlershausen und Dachtmissen, ist alarmierungsfähig und soll nach eigenen Angaben niedrigschwellig erreichbar sein — gerade dann, wenn Kameradinnen und Kameraden nach schweren Einsätzen Gesprächsbedarf haben.

Abgerundet wurde der Bericht durch eine erfreuliche Zahl: 18 neue Kameradinnen und Kameraden haben sich der Burgdorfer Feuerwehr angeschlossen. 17 von ihnen kommen aus dem Stadtgebiet Burgdorf, einer aus Uetze. Alle haben die Qualifizierungsstufe 1 (QS 1) erfolgreich abgelegt.

E-Fahrzeuge: Für Einsatzwagen keine Bedenken

Andrea Buhndorf (SPD) fragte nach, inwiefern Elektrofahrzeuge bei der Feuerwehr angeschafft werden. Die Beschaffung eines Gerätewagens für die hauptamtliche Wache als Elektrofahrzeug sei geplant. Bei Einsatzfahrzeugen bestünden keine Bedenken, da entsprechende Stromeinspeisung vorhanden sei. Darüber hinaus sei in diesem Bereich aktuell nichts Weiteres vorgesehen.

Toilettenanhänger für lange Lagen

In der Einwohnerfragestunde kam die Frage auf, ob die Feuerwehr einen Dusch- und Toilettenanhänger benötige. Heuer stellte klar, dass es nicht um Duschen gehe, denn das werde auch bei Berufsfeuerwehren nicht vor Ort gemacht. Es gehe um einen Toilettenanhänger für längere Lagen, wenn Einsatzkräfte über viele Stunden – wie beim Großbrand in Schillerslage 2024 – bis in den nächsten Morgen hinein im Einsatz seien und nicht auf umliegende Infrastruktur zurückgreifen könnten. „Im Rahmen der Vorsorge wird ein Toilettenanhänger beschafft“, so Heuer. Hygiene und die Möglichkeit, sich umzukleiden und zu waschen, seien dabei durchaus mitgedacht.

Auf die Nachfrage, ob eine regionale Lösung nicht sinnvoller wäre, antwortete Heuer, das wäre zwar denkbar — die Regionsfeuerwehr sei in dieser Hinsicht jedoch nicht so agil. Andere Landkreise stellten entsprechende Ausstattung über das Feuerwehrtechnische Zentrum (FTZ) zur Verfügung; in der Region Hannover sei das nicht üblich. Christian Enderle ergänzte, dass zudem kommerzielle Anbieter keine 24-Stunden-Bereitschaft böten. Auf die Frage nach den Kosten — rund 30.000 Euro sowie ein TÜV alle zwei Jahre — und der Frage nach einem Stellplatz nannte Enderle mehrere Optionen: das alte Feuerwehrhaus in Schillerslage, den Standort Hülptingsen nach dem dortigen Neubau sowie auch den Betriebshof der Stadtservicebetriebe.

Der Feuerwehrausschuss tritt als nächstes am 3. September zu einem Sondertermin zusammen, um den Feuerwehrbedarfsplan zu beraten — dann mit ausreichend Zeit für ein Dokument, das die Zukunft der Burgdorfer Feuerwehr auf mehr als 200 Seiten beschreibt.

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