Wedemark

Die Wedemark macht Kläranlage zum Energieproduzenten

Neuer Faulturm in Bissendorf geht in Betrieb und stärkt Energieeffizienz sowie Klimaschutz

[BISSENDORF]

Seit dem 9. Februar wird der neue Faulturm der Kläranlage Bissendorf schrittweise in Betrieb genommen. An zwei Tagen wurden jeweils rund 300 Kubikmeter sogenannter Impfschlamm aus Langenhagen angeliefert. Mit ihm gelangen die notwendigen Mikroorganismen in den 1.300 Kubikmeter fassenden Behälter, um den biologischen Faulprozess zu starten.

Der Faulturm ist vorab mit Wasser befüllt und auf konstant 38 Grad Celsius aufgeheizt worden – eine Temperatur, die für die Aktivität der Bakterien zwingend erforderlich ist. Zusätzlich wird täglich energiereicher Primärschlamm aus der Vorklärung eingebracht, damit die Mikroorganismen ausreichend Nährstoffe erhalten. Rund zehn Tage nach dem Animpfen folgt vorentwässerter Überschussschlamm aus der biologischen Reinigung. Nach etwa zweieinhalb Wochen ist der Faulturm vollständig mit Schlamm gefüllt.

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Bereits in der ersten Woche entsteht Faulgas. Sobald der Methangehalt bei mindestens 60 Prozent liegt, kann das neue Blockheizkraftwerk (BHKW) betrieben werden. „Aus einer Anlage, die früher viel Energie verbraucht hat, wird Schritt für Schritt eine Anlage, die Energie erzeugt. Der Faulturm ist dabei ein zentraler Baustein“, erklärt Kläranlagenleiter Henning Luttermann.

Der erzeugte Strom soll nahezu vollständig für den Eigenbedarf der Kläranlage genutzt werden. Die bei der Gasverwertung entstehende Wärme wird zur Beheizung des Faulturms sowie des Betriebsgebäudes eingesetzt. Perspektivisch sollen gemeinsam mit Photovoltaikanlagen bis zu 65 bis 70 Prozent des jährlichen Energiebedarfs gedeckt werden.

„Das ist kein symbolischer Knopfdruck, sondern echte Handarbeit“, betont Abwassermeisterin Alexa Fella. „Der Schlamm bringt die Bakterien mit, die wir brauchen. Ab dann beginnt im Inneren des Faulturms das eigentliche Leben.“

Die Modernisierung der Kläranlage läuft seit der Übernahme in kommunales Eigentum im Jahr 2015. Insgesamt investiert die Gemeinde Wedemark rund 25 Millionen Euro in die technische und bauliche Erneuerung. Mit der Inbetriebnahme des Faulturms ist dieses Programm nahezu abgeschlossen. Die Sanierung des bestehenden Nachklärbeckens soll bis Sommer 2026 beendet werden.

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