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Montag, 04.04.2022 - 20:01 Uhr

Verantwortungsbewusste Werbung für Online Glücksspiel

Die verantwortungsvolle Werbung für Online Casinos wird häufig in den Medien thematisiert. Doch wie kann ein Glücksspiel Anbieter mit Verantwortung werben?

REGION

Der Glücksspielmarkt ist sehr hart umkämpft. Werbung ist das für die Glücksspiel Branche eines der effizientesten Mittel, um für die Produkte zu werben. Allerdings hat die Werbung in der Vergangenheit oft das gesunde Maß überschritten. Viele Kritiker monierten, dass die Werbung für Casinos und Sportwetten überhandnähmen. Bis hin zu Kanälen, die oft von Kindern genutzt werden, gelangte die Werbung für Slots & Co. Die Werbung für das online casino echtgeld war quasi allgegenwärtig. 

 

Es mehrten sich die Stimmen, die Werbung für Glücksspiel zu regulieren und einzuschränken. Insbesondere in Großbritannien war das Problem allgegenwärtig, denn überall war das Glückspiel präsent. Selbst auf dem Weg in die Schule waren Kinder und Jugendliche in großem Maße mit Werbung konfrontiert. Daher wurden einige Regeln aufgestellt, die die Werbeaktivitäten einschränken sollten. Gestartet in Großbritannien haben mittlerweile auch andere europäische Staaten Maßnahmen gegen zu dominante Glücksspiel Werbung ergriffen. 

 

Maßnahmen zur Einschränkung von Glücksspiel Werbung 

Schauen wir uns an, wie die Regulatorien zur Bereitstellung verantwortungsbewusster Glücksspiel Werbung in zahlreichen europäischen Nationen aussieht. Dazu muss gesagt werden, dass die Regelungen der Länder recht unterschiedlich ausfallen können. Dennoch soll an dieser Stelle ein grober Überblick darüber geboten werden, wie verantwortungsvolle Werbung für Glücksspiel und Sportwetten aussehen kann: 

  • Zur Gewährleistung von Kinder- und Jugendschutz muss die Werbung so platziert und gestaltet sein, dass Kinder und Jugendliche nicht davon beeinflusst werden. Das bedeutet, dass die Werbung dieser Gruppe nicht zugänglich gemacht werden soll. So dürfen diese Werbeanzeigen nicht auf Webseiten platziert werden, die häufig von Jugendlichen frequentiert sind. 
  • Auch dürfen die Inhalte nicht so gestaltet sein, dass sie das Interesse von Minderjährigen auf sich ziehen könnten, zum Beispiel indem mit bei Minderjährigen beliebten Figuren geworben wird. Es gab einst einen Fall, da wurde für das Automatenspiel „Jack and the Beanstalk“ von NetEnt geworben. Die Anzeige musste gelöscht werden, da der Titel des beliebten Märchens auch Kinder anziehen könnte. 
  • Was Sportwetten angeht, so haben sich in einigen Ländern Sportwetten Anbieter selbst dazu verpflichtet, keine Werbung im Fernsehen zu schalten, wenn eine Live Übertragung einer Sportveranstaltung läuft. In Großbritannien ist es jetzt sogar verboten. Man nennt es den „Whistle to Whistle Ban“, also von Anpfiff bis Abpfiff darf keine Werbung gesendet werden. 
  • Weiterhin darf Glücksspielwerbung in vielen Ländern, zum Beispiel in Deutschland, nur zu bestimmten Zeiten ausgestrahlt werden, in denen Kinder normalerweise nicht vor dem Fernseher sitzen. 


 

 

Ist keine Werbung besser? 

In einigen Ländern fordern Gegner des Glücksspiels ein totales Werbeverbot für Glücksspiel, so zum Beispiel in Großbritannien. Dort steht zurzeit eine Überarbeitung des Glücksspielgesetzes an. Daher forderte die britische Gambling Related Harm All Party Parliamentary Group (APPG), eine parteiübergreifende Gruppe aus Politikern, die sich für die Bekämpfung der Glücksspielschäden engagiert, dass Werbung für Sportwetten & Co. vollständig verboten werden müsste.

 

Doch neben dem Verbot von Werbung im Fernsehen und auf Webseiten im Internet forderte die APPG außerdem, dass VIP Mitgliedschaften in Casinos verboten werden müssten. Weiterhin sollen Menschen, die sich in Online Casinos registrieren, einer Bonitätsprüfung unterzogen werden. Auch was das Design der Spiele angeht, forderte die Gruppe Änderungen. So solle es so gestaltet sein, dass es keine spielsuchtfördernden Elemente enthalten darf. 

 

In Italien ist Werbung für Glücksspiel übrigens schon seit 2018 verboten. Es sollte dem Spieler- und Jugendschutz dienen. Allerdings war der Erfolg nur mäßig, denn die Spieler wussten nicht mehr, ob sie bei einem lizenzierten oder illegalen Anbieter spielten. Das ist der Vorteil de Werbung, denn nur Glücksspiel Unternehmen, die über eine Konzession verfügen, sind dazu berechtigt, Werbung zu schalten. 

 

Europaweite Regulierung für Glücksspiel Werbung in Sicht? 

In jedem Land dürfte man sich der Probleme bewusst sein, die Glücksspiel Werbung mit sich bringen könnte. Falsch positioniert oder zur falschen Zeit gesendet, könnte sie Gruppen anziehen, an die die Werbung sich nicht richtet. 

 

Der Verband der Glücksspielunternehmen, die European Gaming and Betting Association (EGBA), hat sich darüber auch Gedanken gemacht und im Jahre 2020 einen Kodex für verantwortungsbewusste Werbung für Glücksspiel veröffentlicht, an den sich die in der EU aktiven Unternehmen halten sollten. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Schutz der Minderjährigen. 

 

So sehen die vorgeschlagenen Maßnahmen der EGBA aus: 

  • Es soll Vorgaben geben, wie Glücksspiel Werbung gestaltet sein darf und wie nicht. 
  • Es darf keine Werbung ausgestrahlt werden, wenn Kinder- und Jugendsendungen laufen. 
  • Die Online Casinos und Sportwetten Plattformen müssen Tools zur Altersüberprüfung bereitstellen. 
  • Age Gating auf Social Media Plattformen, so dass Minderjährige keinen Zugriff haben. 
  • Regulierung des Sponsoring, so dass Minderjährige nicht angesprochen werden. 
  • Botschaften und Kampagnen, die für verantwortungsvolles Glücksspiel werben. 

 

Bereits mehrere Glücksspielverbände aus unterschiedlichen Ländern haben den Vorschlag der EGBA gebilligt. Dazu gehören Belgien, Dänemark, die Niederlande, Portugal und Norwegen. 

 

Auch wenn die Vorgaben zu Zeiten der Corona Pandemie erstellt wurden, setzt die EGBA auf langfristige Standards, um das verantwortungsvolle Spiel zu fördern. Ob es tatsächlich dazu kommt, dass die Länder sich für eine gemeinsame Regulierung des Glücksspiels und der Werbung für dieses entscheiden, ist derzeit noch nicht klar. Doch da in zahlreichen europäischen Ländern gerade umfassende Regulierungsaktivitäten vorgenommen werden, ist es nicht ausgeschlossen, dass es eine Einigung diesbezüglich geben könnte.