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Montag, 23.08.2021 - 12:50 Uhr

Jazzfreunde freuen sich über Kalibahnfahrt und Konzert der Oldtimer’s Jazz Band

Die Oldtimer’s Jazz Band vor der alten Lok am Kaliberg in Hänigsen.Aufn.:

BURGDORF/HäNIGSEN

Das zweimal wegen Corona verschobene "Pfingst-Event" der Jazzfreunde Altkreis Burgdorf ging am vergangenen Wochenende mit einem lachenden und einem weinenden Auge über die Bühne. Perfekt und lustig, gut gelaunt und gewohnt vielseitig präsentierte sich die Oldtimer’s Jazz Band aus Prag am Sonnabend im Zelt der Kalibahn in Hänigsen und am Sonntag im Stadthaus.

 

Beim Besuch der Kalibahn strahlte die Sonne und 60 Jazzfreunde ratterten mit dem Schienenbus vorbei an der alten Heeresmunitionsanstalt (Bergwerk) Hänigsen, die noch mit dem ehemaligen "Arbeitslager Celler Weg" mit gut erhaltenen Massivbaracken zu sehen ist. Während der Munitionsbergung kam es am 18. Juni 1946 zu einem schweren Explosionsunglück, bei dem insgesamt rund 11.000  Tonnen Munition detonierten, 83 Tote waren zu beklagen.

 

Von 1950 bis 1996 ist der Kali- und Steinsalzabbau durch die "Kali und Salz AG" ausgeführt worden. Mit der Endabbaustufe bei einer Teufe von 1525 Metern, gemessen ab Schachtansatzpunkt, gilt der Schacht "Riedel" als das tiefste Kaliwerk der Welt.

 

Dann ging es zum Kaliberg. Wie Achim Leiner, der Vorsitzende des Vereins "Kalibahn", erläuterte, gehe von diesem steinernen Berg keine Gefahr aus. Trotzdem gibt es seit Jahren Pläne von K+S, die 85 Meter hohe Rückstandshalde des stillgelegten Hänigser und Wathinger Bergwerks Niedersachsen-Riedel mit zerkleinertem Bauschutt und Bodenaushub abzudecken und anschließend zu begrünen.

 

Jährlich sollen 600 000 Tonnen Material an bis zu 250 Betriebstagen im Jahr auf der Halde eingebaut werden. Dafür sind im Schnitt täglich 100 Anlieferungen erforderlich. Wegen der Rückfahrten wären es insgesamt 200 Lastwagenfahrten pro Betriebstag. Es hagelte Bürgerproteste von allen Seiten.

 

Nach der interessanten Fahrt wurde die Gruppe bereits von der Musik der tschechischen Band empfangen. Und es wurde gegrillt. In gemütlicher Runde klang der Abend aus.

 

Am Sonntag musste erstmalig in der Geschichte der "Pfingst-Frühschoppen" kurzfristig umgeplant werden. Wegen des drohenden Starkregens und des angekündigten aber ausgebliebenen Gewitters wollte Gastronom Piet Widdel kein Risiko eingehen. So wurde der Gig ins Stadthaus verlegt. "Leider haben viele Fans die Nachricht über die Änderungen nicht erhalten", so der Vorsitzende der Jazzfreunde, Paul Rohde.

 

Anders Dr. Hendrik Hoppenstedt, Staatsminister im Kanzleramt, der zu einer Stippvisite kam. Und durch einen Hinweis des Jazzfreunde-Vorsitzenden traf man sich am Nachmittag zur gemütlichen Kaffeerunde am Speicher in Otze. Organisator Carl Hunze konnte dem Ehepaar Hoppenstedt allerdings keinen Butterkuchen mehr anbieten: Ausverkauft. Hunze gab bekannt, dass der Kartoffelmarkt nicht stattfindet. Aber es werde einige Aktivitäten während der "Otzer Tage" geben.