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Stadtmarketing Burgdorf
Sehnde
Mittwoch, 01.07.2020 - 17:22 Uhr

Stadt Sehnde bringt Gießsäcke an den städtischen Bäumen an

Ansgar Ritter, Mitarbeiter des Baubetriebshofs, mit einem der Gießsäcke.Aufn.:

SEHNDE

Die Stadt Sehne hat zum Bewässern derzeit bereits 250 Gießsäcke an den Bäumen im Stadtgebiet verteilt. 150 sollen nochmal dazukommen, bei Bedarf auch noch mehr. Die 60-Liter fassenden Gießsäcke sind in Reihe schaltbar und sollen so die Pflanzen mit Wasser versorgen.

 

Hierzu werden die Gießsäcke etwa alle 4 bis 5 Tage befüllt. Bei Neuanpflanzungen, die nicht in Fertigstellungspflege sind, geschehe dieses alle 2 bis 3 Tage wie die Stadtverwaltung mitteilt. Aufbereitetes Wasser aus der Kläranlage der Stadtwerke kommt zum Gießen zum Einsatz.

 

Obwohl die Pflege intensiviert wurde und die Bäume besser aussehen, als vergangenes Jahr, haben es aufgrund der Trockenheit der vergangenen Jahre viele Birken und auch Linden nicht geschafft. Bei anhaltender Hitze schließen die Bäume zum Schutz vor Vertrocknung die Spaltöffnungen der Blätter, können dann aber keine Photosynthese betreiben und so keine Biomasse für das nächste Jahr aufbauen, was zu einem langsamen Absterben führt.

 

Als Schutz gegen Schäden wie Frostrisse oder Sonnenbrand bekommen neugepflanzte Bäume in Sehnde neuerdings einen weißen Spezialanstrich. Frostrisse entstehen im Frühjahr, wenn die Temperatur-Unterschiede zwischen Tag und Nacht auf Grund von Frost in der Nacht und intensive Sonneneinstrahlung am Tag sehr hoch sind. Besonders an der Stammseite, die der Sonne zugewandt ist, verursacht das starke Spannungen und kann zu Rissen in der Rinde führen. Die Sonnennekrose, umgangssprachlich auch Sonnenbrand genannt, entsteht wie bei Menschen im Sommer. Wird die Rinde zu heiß, trocknet sie aus und platzt auf. Diese Gefahr besteht vor allem bei Jungbäumen nach dem Verpflanzen aus dem geschützten Quartier der Baumschule auf Solitärstandorte und Bäumen mit dünner Rinde. Der weiße Anstrich wirkt der Rissbildung entgegen, indem er die Rinde vor zu starker Erwärmung schützt. Die weiße Farbe reflektiert die Sonnenstrahlen. Auf diese Weise entsteht kein zu großer Temperaturunterschied zwischen Rinde und Stamm und die Rissbildung wird vermieden.

 

Bei Neupflanzungen werde in der Stadt Sehnde auf "Klimabäume" gesetzt: Bäume die mit dem sich ändernden klimatischen Bedingungen besser klarkommen sollen. Dieses sind Zierapfel 'Evereste' (Malus 'Evereste'), Dreilappiger Zierapfel (Malus trilobata), Eisenholzbaum (Parrotia persica 'Vanessa'), Baummagnolie (Magnolia kobus), Traubenkirsche 'Schloss Tiefurt' (Prunus padus 'Schloß Tiefurt'), Wollapfel (Malus tschonoskii), Mehlbeere 'Dodong' (Sorbus commixta 'Dodong'), Purpur-Erle (Alnus x spaethii), Hainbuche (Ostrya carpinifolia), Lederhülsenbaum (Gleditsia triacanthos 'Skyline'), Ulmen Hybride (Ulmus Hybride 'Lobel'), Purpur-Esche (Fraxinus pennsylvanica 'Summit'), Ungarische-Eiche (Quercus frainetto 'Trump'), Schnurbaum (Sophora japonica 'Regent'), Silber-Linde (Tilia tomentosa 'Brabant'), Amberbaum (Liqudamber styraciflua) und Zerr-Eiche (Quercus cerris).

 

Es werde allerdings vermieden, dass ganze Straßenzüge mit nur einer Baumart bepflanzt werden, um bei Krankheiten nicht viele Bäume auf einmal zu verlieren. Es werde zudem auf ausreichenden Wurzelraum geachtet. Hierbei komme ein Substrat-Einbau zum Einsatz, welches sich nicht Verdichten lässt und dennoch begehbar ist. Da wo es möglich ist, wird mit Absprache der Straßenbauer versucht, die Baumscheiben zu vergrößern.

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