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Sonntag, 19.04.2020 - 12:19 Uhr

Feuerwehren verlegen bei Feuer im Wald mehr als 1000 Meter Schläuche

Aufn.: Feuerwehr

WETTMAR

Durch einen Zeugen wurde am vergangenen Donnerstag, 16. April 2020, gegen 20:30 Uhr eine brennende Fläche in der Wettmarer Gemarkung auf Höhe der Eisenbahnbrücke im Verlauf des "Alten Dammes" gemeldet. Der Zeuge hatte die Schadenmeldung vom heimischen Telefon abgesetzt und befand sich nicht mehr vor Ort. Durch die relativ geringe Brandintensität und Rauchentwicklung sowie zunehmend einsetzender Dämmerung war die Einsatzstelle für die Feuerwehr Wettmar, die um 20:37 Uhr alarmiert wurde, nur schwer auffindbar. "Gerade bei Einsatzorten abseits der Wohnbebauung ist es von Seiten der Feuerwehr wünschenswert, den Zeugen auch als Einweiser und Erstinformanten an den markanten Zufahrtsbereichen ansprechen zu können", so ein Feuerwehrsprecher.

 

Nach intensiver Suche wurde das Feuer gefunden. Es brannte der Waldbewuchs mit üblicher Bodenvegetation. Im Bereich der Bodenvegetation hatte sich das Feuer auf einer Fläche von etwa 50x50 Meter sehr langsam ausgebreitet. "Begünstigt hat diesen Brandverlauf der noch gut angefeuchtete und begrünte Bodenbewuchs sowie die vorherrschende Windstille im Schadensareal", so die Feuerwehr.

 

Da sich der Bereich abseits der engmaschig erfassten Wasserversorgung befand, wurde die Brandbekämpfung zweistufig ausgeführt. Zunächst wurde durch die Ortsfeuerwehr Wettmar das eigene Tanklöschfahrzeug als Material- und Löschwasserpufferbasis recht nahe am Schadenort positioniert.

 

Die ergänzend alarmierten Feuerwehren aus Engensen und Thönse konnten über eine vorbereitete Zubringerleitung das von ihnen in den Fahrzeugen mitgeführte Löschwasser übergeben und haben danach beginnen, über einen Löschwasserbrunnen eine unterbrechungsfreie Löschwasserversorgung herzustellen. Hierfür war es erforderlich, dass mehr als 42 Feuerwehrschläuche mit jeweils 20 Meter Einzellänge händisch ausgerollt und verbunden werden. So entstand eine Leitungsstrecke von mehr als 840 Metern. Ergänzend waren im Schadenareal noch mehr als 200 Meter Feuerwehrschlauch für die Brandbekämpfung über vier Strahlrohre eingesetzt.

 

Um in der groben Humusauflage eine möglichst tiefe Kühlwirkung des Löschwassers erreichen zu können, wurde dem Löschwasser ein Oberflächenbrecher zugeführt, der die Oberflächenspannung des Wassers reduziert und so das Wasser besser in den Boden eindringen ließ.

 

Unter großzügigem Wassereinsatz konnten die Glutnester, die sich überwiegend im Bereich der Baumwurzeln auf Grund des massiveren Brandgutes ausfindig machen ließen, soweit herunterkühlen und löschen, dass ein Ausbreiten und Weiterbrennen des Feuers verhindert wurde.

 

In der abschließenden Phase, in der keine Rauchentwicklungen mehr erkennbar war, wurden markante Bereiche mit einer Wärmebildkamera auf verdeckte Glut- und Wärmenester überprüft und punktuell nachgelöscht.

 

Nach fünf Stunden gegen 1:30 Uhr war der Einsatz vor Ort beendet, nachdem das Schadensareal als unbedenklich in Bezug auf Wärmeentwicklung und Wiederentzündung eingestuft wurde.

 

Die grundlegende Wasserversorgungs-Infrastruktur blieb für Nachlöscharbeiten weiterhin vor Ort und das weitere eingesetzte Brandbekämpfungsmaterial wurde von den Einsatzkräften noch in der Nacht zurückgenommen und am heimischen Standort gereinigt beziehungsweiseErsatzmaterial auf den Einsatzfahrzeugen verladen.

 

Am Morgen des 17. April wurde eine Kontrolle im Schadengebiet durchgeführt, auf welche noch zwei weitere Überprüfungen im Verlauf des Tages folgten und auch am gestrigen Sonnabend überprüften Einsatzkräfte das Areal auf Glut- und Hitzenester im Waldboden. Bei allen Überprüfungen, außer der zuletzt durchgeführten, konnten noch vereinzelte Glutnester ausgemacht werden, die dann gelöscht werden konnten.

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