SPD Sehnde setzt im Wahlkampf auf weniger Plakate und mehr Gespräche
Die SPD Sehnde will im Kommunalwahlkampf weitgehend auf klassische Papierplakate verzichten. Statt einer flächendeckenden Plakatierung setzen die Sozialdemokraten nach eigenen Angaben auf Nachhaltigkeit, persönliche Begegnungen und inhaltliche Gespräche.
„Wahlplakate gehören seit Jahrzehnten zu Wahlkämpfen“, sagen die Vorsitzende der SPD Sehnde, Andrea Gaedecke, und ihr Stellvertreter Max Digwa. „Aber muss wirklich jeder Laternenmast zur Bildergalerie werden? Irgendwann kennt man die Gesichter – ob man möchte oder nicht. Mehr Plakate bedeuten nicht automatisch mehr Inhalte oder bessere Politik.“
Für die SPD Sehnde passe ein massenhafter Einsatz von Papierplakaten nicht mehr in die Zeit. Viele Plakate würden produziert, wenige Wochen später wieder abgehängt und entsorgt. Gerade dort, wo mehrere Parteien ihre Motive dicht nebeneinander platzieren, entstehe häufig eher ein unübersichtliches Straßenbild als ein echter Informationsgewinn.
„Wer Nachhaltigkeit ernst meint, sollte sie auch im Wahlkampf leben“, betonen Gaedecke und Digwa. „Jedes Plakat, das nicht produziert werden muss, spart Ressourcen. Deshalb investieren wir unsere Zeit und unsere Mittel lieber in Gespräche mit den Menschen als in massenhaftes Papier oder Polypropylen-Plakate, die nach kurzer Zeit im Container landen.“
Der Schwerpunkt des Wahlkampfs soll deshalb auf Hausbesuchen, Infoständen, Veranstaltungen und dem direkten Austausch mit den Bürgern liegen. Ergänzend verteilt die SPD Sehnde Flyer, die mitgenommen, in Ruhe gelesen und weitergegeben werden können.
Zum Wahlkampfkonzept gehört auch die Unterstützung der parteilosen Bürgermeisterkandidatin Daniela Busche. Da die Bürgermeisterwahl aus Sicht der SPD vor allem eine Persönlichkeitswahl ist, soll ihre Kandidatur durch gezielt platzierte Zaunbanner sichtbar gemacht werden.
„Eine Bürgermeisterwahl ist keine Wahl des schönsten Fotos, sondern eine Wahl des Vertrauens“, sagt Busche. „Vertrauen entsteht nicht fünf Meter über dem Gehweg an einer Laterne. Es entsteht dort, wo Menschen miteinander sprechen, Fragen stellen und ehrliche Antworten erhalten. Deshalb freue ich mich über jedes persönliche Gespräch mehr als über einen Blick auf ein Banner.“
Auch bei den Kandidaten für Ortsräte und Rat der Stadt setzt die SPD Sehnde nach eigenen Angaben auf langlebige Banner statt klassischer Plakate an Straßenlaternen. Diese seien witterungsbeständig und vermieden unnötigen Abfall.
„Wir wollen keinen Wettbewerb darum, wer die meisten Gesichter im öffentlichen Raum zeigt“, sagen Digwa und Gaedecke. „Die Menschen erinnern sich nicht daran, welches Plakat an welcher Laterne hing. Sie erinnern sich an Begegnungen, an ehrliche Gespräche und daran, ob jemand zugehört hat.“
Busche ergänzt: „Mein Gesicht darf gern bekannt werden – aber lieber, weil wir uns die Hand gegeben haben, als weil es an jeder zweiten Laterne hing. Politik lebt vom Miteinander, nicht von der Zahl der Plakate.“
Für die SPD Sehnde ist der Verzicht auf eine flächendeckende Plakatierung nach eigenen Angaben keine Sparmaßnahme, sondern Ausdruck politischer Haltung. Nachhaltigkeit und Bürgernähe sollten nicht nur auf Wahlflyern stehen, sondern im eigenen Handeln sichtbar werden.
„Am Ende entscheidet nicht, wer die meisten Plakate aufgehängt hat“, fassen Gaedecke und Digwa zusammen. „Entscheidend ist, wer glaubwürdig ist, den Menschen zuhört und Ideen hat, die Sehnde wirklich voranbringen. Darauf setzen wir.“


