Burgdorf

Dritter Stellplatz vorerst gestrichen: Verwaltung bremst Pläne der Ortsfeuerwehr Dachtmissen

[DACHTMISSEN]

Die Ortsfeuerwehr Dachtmissen wünscht sich beim bevorstehenden Umbau ihres Feuerwehrhauses einen dritten Fahrzeugstellplatz — doch die Stadtverwaltung Burgdorf hat die Planung dafür zunächst zurückgestellt. Begründung: Der Feuerwehrbedarfsplan, über den der Rat der Stadt am 17. September 2026 abstimmen soll, stellt keinen zusätzlichen Stellplatzbedarf fest. Der Feuerwehrausschuss wird am 3. September darüber informiert.

Hintergrund ist das laufende Projekt zum Anbau des Feuerwehrgerätehauses Dachtmissen. Die Planung sieht vor, die bestehende Fahrzeughalle durch einen Neubau zu ersetzen und die alte Halle künftig als Funktionsbereich — etwa für Lager- und Nebenräume — zu nutzen. Darüber hinaus meldete die Ortsfeuerwehr Bedarf an einem dritten Einsatzfahrzeug-Stellplatz an. Baulich relevant: Der Spielplatz, der direkt links an das Gebäude angrenzt, müsste im Zuge der Baumaßnahme verlegt werden.

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Auf Bitte der Stadtverwaltung begründeten Jannis Haase, Ortsbrandmeister in Dachtmissen, und Dennis-Frederik Heuer, Burgdorfs Stadtbrandmeister, den Bedarf schriftlich. In ihrer Stellungnahme führen sie acht Argumente an: die geplante Gründung einer Drohneneinheit in Dachtmissen, die perspektivisch ein eigenes Fahrzeug benötige; wachsende Mitgliederzahlen in der Jugendfeuerwehr, die zu logistischen Engpässen führten; Anforderungen aus dem stadtweiten Logistik- und Katastrophenschutzkonzept; sowie den Wunsch nach einem witterungsgeschützten Stellplatz für einen WC-Anhänger bei Langzeiteinsätzen. Auch Synergieeffekte durch eine größere Dachfläche für eine Photovoltaikanlage werden angeführt.

Bedarfsplan gibt den Ausschlag

Die Stadtverwaltung hat das Bauprojekt zwar weitergeführt, die Planung eines dritten Stellplatzes dabei jedoch ausdrücklich ausgeklammert. Der Feuerwehrbedarfsplan — ein strategisches Gutachten zum personellen und materiellen Bedarf der Freiwilligen Feuerwehr Burgdorf — habe keinen Bedarf für zusätzliche Stellplätze festgestellt. Eine Berücksichtigung des dritten Platzes vor dem Ratsbeschluss hätte einer verwaltungsseitigen Abweichung von den Bedarfsplan-Ergebnissen entsprochen, heißt es in der Mitteilungsvorlage.

Pikant dabei: Während der Beteiligung der Ortsfeuerwehren am Feuerwehrbedarfsplan — durch schriftliche Stellungnahmen, persönliche Gespräche mit dem Gutachter und im Rahmen einer Klausurtagung — seien seitens der Ortsfeuerwehren keine zusätzlichen Bedarfe hinsichtlich Stellplätzen oder Fahrzeugen eingebracht worden.

Für einen etwaigen Neubau müsste der angrenzende Spielplatz verlegt werden.
Foto: Bastian Kroll

Kosten: Stahlbau deutlich günstiger

Für das Gesamtprojekt liegen nun erste Kostenschätzungen vor. Je nach Bauweise — Stahl- oder Massivbauweise — belaufen sich die Kosten auf 2,71 bis 3,3 Millionen Euro (indexiert). Nicht enthalten sind darin Planungskosten, die Kosten für die Verlegung des angrenzenden Spielplatzes sowie eventuelle Altlastensanierungen — allesamt noch offene Kostenblöcke. Ein dritter Stellplatz würde in Massivbauweise rund 247.500 Euro zusätzlich kosten, in Stahlbauweise rund 119.975 Euro (jeweils brutto, nur Kostengruppen 300 und 400). Die Verwaltung favorisiert die Stahlbauweise aus wirtschaftlichen Gründen.

Die Stellungnahme von Haase und Heuer soll den Gremien als Grundlage dienen, um die angemeldeten Bedarfe bei der Beratung über den Feuerwehrbedarfsplan am 17. September berücksichtigen zu können — eine politische Entscheidung über den dritten Stellplatz bleibt damit vorerst offen.

Ausführliche Informationen stehen in den Ratsunterlagen zur Verfügung: Fahrzeugstellplätze Ortsfeuerwehr Dachtmissen , Mitteilungsvorlage.

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