Uetze

Stehender Applaus für ein Urgestein: SV Altmerdingsen feiert den Festkommers zum 50-jährigen Jubiläum

[ALTMERDINGSEN]

Mit mehr als 200 Gästen hat der Schützenverein Altmerdingsen am heutigen Freitag, 29. Mai 2026, seinen Festkommers zum 50-jährigen Vereinsjubiläum gefeiert — im festlich geschmückten Zelt, mit Festwirt Tim Dralle und seinem Team und mit einem Abend, der sowohl in die Vereinsgeschichte blickte als auch neue Majestäten krönte.

Fiona Krummel eröffnet — und wird gefeiert

Fiona Krummel, 1. Vorsitzende des SV Altmerdingsen, begrüßte die Gäste und freute sich sichtlich über den vollen Saal. Unter den Anwesenden waren Uetzes Bürgermeister Florian GahreOrtsbürgermeister Reinhard Degotschin mit allen Mitgliedern des Ortsrates, Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch, der Vize-Präsident des Kreisschützenverbandes (KSV) Burgdorf Edmund Potratz sowie Olaf Wolff, 1. Vorsitzender des Bürgerschützenvereins Hänigsen, mit einer großen Abordnugn. Vertreter der Schützenvereine aus Eltze, Schwüblingsen, Arpke, Hülptingsen, Obershagen, Uetze, Wienhausen und Katensen waren ebenso erschienen wie Delegationen der Traditionskameradschaft Hänigsen und Umgebung, des Heimatbundes Hänigsen, des Bergmannsvereins Hänigsen, des Spielmannszuges „Riedel“ Hänigsen, der DLRG Jugend Hänigsen, der Step-Aerobic-Gruppe und der Kätzmerdingser Powerfrauen.

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Besonders herzlich wurden die eingeladenen Gründungsmitglieder begrüßt: Heinrich BergmannHinrich SchwenkeFriedrich NiemannWolfgang RießlandHeinz und Renate MeyerKlaus-Dirk NaujoksWerner Fricke und Hans Otto Könecke. Ebenfalls zugegen waren die Ehrenmitglieder Heidi WalzHermann LorenzHans-Werner Berger und Horst Schaefer. Ortsbrandmeister Mike Zamzow war mit 56 Aktiven der Ortsfeuerwehr Altmerdingsen erschienen — für sie und die Jugendfeuerwehr hatte Krummel besondere Worte parat: Ohne die Feuerwehr, so betonte sie, würde vieles beim Schützenfest nicht funktionieren. Musikalisch umrahmte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Uetze den Abend; für die Stimmung sorgte DJ Christian Boy.

Krummel gab zugleich einen Ausblick: Anlässlich des Jubiläums kehre das Fest zu seinem ursprünglichen Format zurück — drei statt zwei Tage, mit einem vielfältigeren Unterhaltungsangebot. Eine eigene Festschrift zu den vergangenen 25 Jahren, 28 Doppelseiten stark, schließe nahtlos an die Schrift von vor 25 Jahren an. Für das Gelingen dankte sie dem Vorstand, dem Festausschuss und allen Helfern. Auch den Frauen aus dem Dorf, die 30 Kuchen für die Kuchentafel an Sonnabend und Sonntag gespendet haben, spricht der Verein ausdrücklichen Dank aus. Bürgermeister Gahre kommentierte Krummels Einsatz — auch in ihrem derzeitigen schwangeren Zustand — mit einem Sonderapplaus aus dem Saal.

Stehende Ovation für Horst Schaefer

Den bewegendsten Moment des Abends bereitete Fiona Krummel einem Mann, der den Verein von Beginn an geprägt hat: Horst Schaefer. Seit der Vereinsgründung dabei — wenngleich kein eingetragenes Gründungsmitglied, da er damals beruflich verhindert war —, trug er als Schaffer und Fahnenträger von Anfang an zum Vereinsleben bei. Ab 1995 übernahm er 12 Jahre lang den Vereinsvorsitz und legte in dieser Zeit Grundlagen, die bis heute Bestand haben. Unter ihm verzeichnete der Verein seine höchsten Mitgliederzahlen. Auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Vorstand 2006 blieb er dem Verein treu — als Festausschussvorsitzender und tatkräftiger Mitgestalter. Als Schütze bewies er ohnehin über Jahrzehnte Klasse: 1997 und zuletzt noch 2025 holte er sich die Hauptkönigsscheibe. „Verlässlichkeit, Kontakt und Kontaktfreudigkeit machen ihn zum Original — wir freuen uns, dass du bei uns bist“, schloss Krummel. Im Rahmen des Abends überreichte sie Schaefer zudem die Ehrennadel in Gold für seine 50-jährige Vereinsmitgliedschaft. Der Saal erhob sich zu stehendem Applaus.

Grußworte: Dankeschön, Geschenke und ein klarer Appell

Florian Gahre überbrachte die Grüße von Rat und Verwaltung der Gemeinde Uetze und fand warme Worte für den Schützenverein: „Ihr seid ein besonderes Dorf, ihr macht Altmerdingsen besonders.“ Ein Wunsch lag ihm am Herzen: Wenn Gerüchte kursierten, solle man lieber nachfragen als urteilen. „Keiner von uns, kein Politiker, kein Ortsrat — keiner macht was absichtlich falsch. Lasst uns Uetze sein, lasst uns eine Gemeinschaft sein.“ Als Geschenk der Gemeinde überreichte er ein 50-Liter-Fass sowie alkoholfreie Getränke.

Thordies Hanisch überbrachte die Glückwünsche des Landtages. Vor 50 Jahren hätten sich 52 Menschen versammelt und den Verein gegründet — eine Entscheidung für Tradition und für das Dorf. Das Ehrenamt sei Arbeit, betonte sie, und zwar Arbeit für alle anderen, nicht für sich selbst. „Nur wer nichts macht, macht auch nichts falsch — das ist alles eine Teamleistung.“ Auch sie appellierte an den kritischen Umgang mit sozialen Medien: „Facebook und Instagram organisieren kein Fest — das sind die Menschen hier vor Ort.“

Edmund Potratz überbrachte Dank und Anerkennung des KSV Burgdorf und überreichte dem Verein eine Plakette für das Schützenheim. Olaf Wolff, Vorsitzendes des Bürgerschützenvereins Hänigsen ließ kein Zweifel an seiner persönlichen Verbundenheit: „Ich bin 57 Jahre alt und beim ersten Schützenfest hier in Altmerdingsen war ich schon dabei — gezwungenermaßen mit meiner Mutter und ihrer Freundin, die die Sektbar gemacht haben. Das hat mich geprägt.“ Ortsbürgermeister Reinhard Degotschin tauchte tief in die Vereinsgeschichte ein: Er erinnerte an den Aufbau der Schießanlage in der ehemaligen Gaststätte Hacke, an die Einweihung des Schützenheimes im Jahr 1988 — „es gab Stimmen, das werdet ihr nicht schaffen — und doch ist es gelungen“ — und daran, wie das Heim über die Jahrzehnte zum Begegnungsort für das ganze Dorf geworden sei: Babykrabbelgruppe, Linedancegruppe, Step Aerobic (seit 13 Jahren aktiv), Dart und Blasrohr sowie der gemeinsame Adventskaffee mit der Kirchengemeinde. Der Ortsrat, so Degotschin, werde den Schützenverein und die Feuerwehr auch in den kommenden Jahren finanziell unterstützen.

Neue Majestäten 2026

Bei der diesjährigen Königsscheibe war es, wie Fiona Krummel berichtete, ein regelrechtes Duell: Gleich fünf Damen schossen das Maximum von 30 Ringen — am Ende entschied der Teiler. Elke Roffka-Rühmkorf setzte sich mit 30 Ringen und einem Teiler von 95,6 durch und trägt fortan die Königskette des SV Altmerdingsen. Den Herrenbesterorden holte sich Thomas Weiss mit ebenfalls 30 Ringen und einem Teiler von 105,6 — er bleibt, wie Krummel anmerkte, der einzige Herr in diesem Feld. Bei den Jugendlichen sicherte sich Nora Zamzow (30 Ringe, 159,7 Teiler) die Jugendkönigin-Kette — sie hatte den Titel bereits 2023 getragen. Joline Schmidt wurde mit 26 Ringen und einem Teiler von 88,8 Kinderkönig — die Vorjahres-Lichtpunktkönigin krönt sich damit in einer neuen Disziplin. Vivien Baars holte sich die Lichtpunktkette: Mit 87 Ringen und 220,9 Teilern ist sie bereits zum zweiten Mal — nach 2024 — Lichtpunktkönigin.

Jubiläumsscheibe mit besonderer Zielvorgabe

Zum Jubiläum schrieb der Verein drei Sonderwettbewerbe aus. Die Zielvorgabe war dabei eigens berechnet: Gründungsjahr 1976, geteilt durch 50 Jahre, multipliziert mit den fünf bisherigen Vorsitzenden — ergibt exakt 197,6 Teiler. Bei den Schützen gewann Uwe Müller vor Wolfgang Rühmkorf (195,1 Teiler, Abweichung 2,5) und Elke Naujoks (201,5 Teiler, Abweichung 3,9). Bei Schüler und Jugend siegte Leni Zamzow (190,0 Teiler) vor Enya Peukert (184,9 Teiler) und Joline Schmidt (233,8 Teiler). Den Lichtpunktwettbewerb entschied Tom Gotthold für sich vor Johannes Suerborg (175,1 Teiler) und Tammo Altschaffel (171,2 Teiler).

Pokalwettbewerbe

Beim Ortspokal (Zielvorgabe 333,0 Teiler) siegte Guido van Hölst (311,8) vor Hajo Scheve (314,4) und Rüdiger Knoche (318,2). Den Kätzmerdinger Frauenpower Pokal (777,0) gewann Illee Knoche (755,8) vor Maria Müller(769,7) und Barbara Delster (772,9). Die Ehrenscheibe für Stepper und Orga-Team (396,2) holte Melanie Peukert(392,4) vor Melanie Overmann (393,3) und Jeanette Badnarakyl (394,3). Beim Jugendfeuerwehrpokal und den Feuerwehrpokalen lautete die Zielvorgabe 112 Teiler — die Notrufnummer, passend für die Feuerwehr. Wer am nächsten dran war, gewann. Beim Jugendfeuerwehrpokal traf Finn Kaufmann (101,5 Teiler) am nächsten, gefolgt von Lara Jakob (123,0) und Max Bartelz (141,0). Den aktiven Feuerwehrpokal gewann Hendrik Degotschin (109,1 Teiler, Abweichung 2,9) vor Tim Scheve (106,5) und Rüdiger Knoche. Beim Feuerwehrpokal für passive Mitglieder siegte Hans-Heinrich Overmann (114,8) vor Manfred Vasterling (110,9) und Bernhild Degotschin (111,0).

Das Schützenfest der SV Altmerdingsen geht am morgigen Sonnabend und Sonntag weiter. Der AltkreisBlitz hatte das Jubiläum bereits im Vorfeld vorgestellt.

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