WGS FreieBurgdorfer lehnt Rathausneubau ab
Die unabhängige Wählergemeinschaft WGS FreieBurgdorfer spricht sich im Vorfeld der Kommunalwahl 2026 klar gegen einen zeitnahen Neubau eines Rathauses in Burgdorf aus. Nach Auffassung der Wählergemeinschaft müsse bei der Debatte nicht ein Bauprojekt, sondern die künftige Verwaltungsarbeit im Mittelpunkt stehen.
Die WGS setzt nach eigenen Angaben auf eine moderne Bürgerverwaltung, in der digitale Lösungen, Homeoffice und flexible Arbeitsweisen konsequent genutzt werden. Statt in einen teuren Neubau zu investieren, sollten zunächst vorhandene Potenziale ausgeschöpft und der tatsächliche Platzbedarf der Verwaltung ermittelt werden.
„Bei der Debatte um den Rathausneubau geht es nicht um Beton, sondern um die Zukunft unserer Verwaltung. Wir wollen eine moderne Bürgerverwaltung aufbauen, die digitale Lösungen und flexibles Arbeiten konsequent nutzt, statt Millionen in ein Bauprojekt zu stecken“, erklärt Bürgermeisterkandidat und Fraktionsvorsitzender Rüdiger Nijenhof.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dirk Bierkamp ergänzt: „Ein Neubau ist der absolut letzte Schritt. Unser Fahrplan lautet: Homeoffice-Potenziale voll ausschöpfen, den echten Platzbedarf ermitteln und vorhandene städtische Immobilien clever nutzen. Erst analysieren, dann modernisieren, statt Millionen zu verbauen.“
Die WGS verweist zudem auf die Haushaltslage der Stadt Burgdorf. Bei einem jährlichen Haushaltsvolumen von rund 100 Millionen Euro stehe die Stadt vor einem Schuldenberg von etwa 340 Millionen Euro. Ein Rathausneubau, der nach Einschätzung der Wählergemeinschaft mindestens 70 Millionen Euro oder mehr kosten könnte, sei vor diesem Hintergrund finanziell nicht zu rechtfertigen. Eine solche Investition würde den Handlungsspielraum der Stadt für lange Zeit einschränken.
Statt eines Neubaus spricht sich die WGS für eine Sanierung der historischen Bestandsgebäude mit Augenmaß aus. Zugleich solle der zentrale Stadtpark rund um das Schloss sowie die Rathäuser II und III als „grüne Seele“ Burgdorfs erhalten bleiben.
„Der Stadtpark mit dem Schloss ist die grüne Seele Burgdorfs. Ein Neubau würde dieses denkmalgeschützte Ensemble unwiderruflich zerstören. Wir setzen stattdessen auf eine behutsame und wirtschaftliche Sanierung des Bestands“, betont Dr. Volkhard Kaever, baupolitischer Fraktionssprecher und Vorsitzender der Wählergemeinschaft.
Für die WGS FreieBurgdorfer ist nach eigener Darstellung der jetzige Zeitpunkt für ein Millionenprojekt aus Beton falsch. Die Wählergemeinschaft fordert stattdessen, die Verwaltung in den bestehenden Räumlichkeiten modern, bürgernah und wirtschaftlich weiterzuentwickeln.
