Grüne Isernhagen fordern stärkere Vorsorge gegen Starkregen
Nach dem Starkregen in der Nacht zum 14. Juli fordern die Grünen Isernhagen zusätzliche Maßnahmen zum Schutz vor Überflutungen. Besonders betroffen war Altwarmbüchen. Nach Angaben der Feuerwehr mussten innerhalb weniger Stunden 25 wetterbedingte Einsätze abgearbeitet werden.
Für viele Betroffene hätten die Aufräumarbeiten erst nach dem Ende des Unwetters begonnen, erklären die Grünen. Keller mussten leergeräumt, beschädigte Gegenstände entsorgt und Wasserschäden beseitigt werden. Teilweise sei das eingedrungene Wasser mit Abwasser verunreinigt gewesen. Da die Feuerwehr wegen der Vielzahl gleichzeitiger Einsätze Prioritäten setzen musste, hätten manche Anwohner zunächst selbst mit Eimern, Wischern und privaten Pumpen gegen das Wasser angekämpft.
„Unser großer Dank gilt allen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden, die in dieser Nacht unter schwierigen Bedingungen Menschen geholfen haben. Dieses Engagement verdient höchsten Respekt“, sagt die Co-Vorsitzende der Grünen Isernhagen, Dr. Annette Heuer. „Die vielen ehrenamtlichen Einsatzkräfte haben erneut gezeigt, wie unverzichtbar die Freiwillige Feuerwehr für unsere Gemeinde ist.“
Nach Einschätzung der Grünen zeigt das Unwetter, dass selbst leistungsfähige Kanalisationen außergewöhnlich große Regenmengen innerhalb kurzer Zeit nicht vollständig aufnehmen könnten. Deshalb müsse das sogenannte Schwammstadt-Prinzip stärker berücksichtigt werden. Ziel sei es, Regenwasser möglichst dort zurückzuhalten und versickern zu lassen, wo es fällt.
„Wir können Starkregen nicht verhindern“, sagt der Fraktionsvorsitzende Fabian Peters. „Aber wir können unsere Gemeinde besser darauf vorbereiten. Jeder Quadratmeter entsiegelter Boden, jede zusätzliche Grünfläche und jeder neu gepflanzte Baum helfen dabei, Wasser zurückzuhalten und die Kanalisation zu entlasten.“
Die Grünen verweisen darauf, bereits 2017 im Gemeinderat eine Bewertung des Gefährdungspotenzials bei Starkregen sowie die Erstellung eines Generalentwässerungsplans beantragt zu haben. Weitere Anträge hätten unter anderem Versickerungs- und Retentionsflächen, Dach- und Fassadenbegrünungen an öffentlichen Gebäuden, die Aufforstung geeigneter Flächen und Maßnahmen gegen übermäßige Versiegelung in Baugebieten betroffen. Einige Vorschläge seien im Gemeinderat beschlossen worden, die Umsetzung lasse aus Sicht der Partei jedoch weiterhin auf sich warten.
Nach Auffassung der Grünen sei zudem eine Kombination verschiedener Maßnahmen erforderlich. Die Gemeinde solle außerdem darüber informieren, wie Privatpersonen zur Starkregenvorsorge beitragen könnten.
Viele Maßnahmen gegen Starkregen ließen sich nach Ansicht der Partei zugleich mit dem Hitzeschutz verbinden. Entsiegelte Flächen, Bäume und Grünanlagen verbesserten die Versickerung und sorgten durch Schatten und Verdunstung für niedrigere Temperaturen.
„Die Unwetternacht hat eindrucksvoll gezeigt, dass Hitzeschutz und Starkregenvorsorge zusammengehören“, erklärt Heuer. „Wenn wir Regenwasser dort aufnehmen, wo es fällt, Bäume pflanzen und versiegelte Flächen reduzieren, schützen wir unsere Gemeinde gleich doppelt – vor Hitze und vor den Folgen von Starkregen. Deshalb sollten wir diese Themen künftig gemeinsam denken.“
Viele der vorgeschlagenen Maßnahmen ließen sich nach Ansicht der Grünen vergleichsweise kostengünstig umsetzen, wenn sie mit ohnehin geplanten Straßen-, Platz- oder Schulhofsanierungen verbunden würden. „Extremwetter wird unsere Kommunen auch künftig begleiten, deshalb sollten wir heute vorausschauend handeln“, erklärt Peters. Die Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips sei ein wichtiger Baustein zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

