Lehrte

Einschränkungen im Bahnverkehr wegen Sanierung der Strecke Lehrte–Berlin

[LEHRTE]

Die DB InfraGO startet am Freitag, 2. Oktober 2026, mit der Sanierung des Korridors Lehrte–Berlin. Die 221 Kilometer lange Strecke ist nach dem Korridor Hamburg–Berlin die zweitlängste Achse, auf der die Bahn ihre Infrastruktur gebündelt erneuert. Die Verbindung gehört zu den wichtigsten Bahnstrecken zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen. Täglich fahren dort mehr als 400 Züge des Nah- und Fernverkehrs sowie etwa 90 Güterzüge.

Für Reisende bringt die Sanierung erhebliche Einschränkungen mit sich. Fernverkehrszüge zwischen Hannover und Berlin werden während einzelner Bauphasen umgeleitet und benötigen zwischen Oktober und Dezember rund eine Stunde länger. Im Nahverkehr sollen dort, wo Zugverbindungen nicht möglich sind, Ersatzbusse eingesetzt werden.

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Nach Angaben der DB InfraGO startet die erste Bauphase am 2. Oktober. Bis Sonnabend, 12. Dezember 2026, wird zunächst der östliche Abschnitt zwischen Fallersleben und Berlin-Spandau gesperrt. Anschließend soll dort von Dezember 2026 bis Oktober 2027 eine abschnittsweise eingleisige Befahrung über die parallel verlaufende Lehrter Stammbahn möglich sein.

Für die Region Hannover besonders relevant ist die Bauphase im westlichen Abschnitt Lehrte–Fallersleben. Dort ist von Freitag, 5. Februar 2027, bis Freitag, 9. Juli, eine Totalsperrung erforderlich. In diesem Zeitraum sollen die gebündelten Sanierungsarbeiten durchgeführt werden. Die gesamte Korridorsanierung soll Ende 2027 mit einer weiteren Totalsperrung im östlichen Abschnitt Fallersleben–Berlin-Spandau abgeschlossen werden.

Während der Arbeiten erneuert die DB InfraGO mehr als 175 Weichen, 260 Kilometer Gleise und 13 Kilometer Lärmschutzwände. Außerdem werden 25 Bahnhöfe modernisiert und teilweise barrierefrei ausgebaut. Auch Brücken, Durchlässe und Weichenheizanlagen werden ersetzt. Die Oberleitungsanlagen sowie die Leit- und Sicherungstechnik werden instandgesetzt. Auf der Schnellfahrstrecke werden zudem umfangreiche Abschnitte der festen Fahrbahn westlich und östlich von Stendal saniert.

Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB InfraGO, sieht in dem weiterentwickelten Baukonzept Vorteile für die Reisenden. „Das Konzept der Sanierung aller Anlagen entlang eines Korridors bewährt sich. Im Fall von Lehrte – Berlin elektrifizieren wir die parallel verlaufende Lehrter Stammbahn abschnittsweise in einem der größten laufenden Elektrifizierungsprojekte Deutschlands. So können Züge während der Sanierung der Schnellfahrstrecke dort entlangfahren. Anders als bei Hamburg – Berlin können wir daher einzelne Abschnitte phasenweise für den Zugverkehr öffnen. Das ist eine gute Lösung für unsere Kundeninnen und Kunden.“

Im Fernverkehr werden Züge zwischen Hannover und Berlin während der Sperrungen im östlichen Bauabschnitt jeweils von Oktober bis Dezember 2026 und 2027 umgeleitet. Sie halten dann abwechselnd in Braunschweig und Magdeburg. Die Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin verlängert sich um 60 bis 80 Minuten. Die Züge zwischen Amsterdam und Berlin werden über Hamburg umgeleitet. Dadurch verlängert sich die Fahrzeit um etwa 70 Minuten. Zwischen Dezember 2026 und Oktober 2027 sollen Fernzüge in Richtung Hannover über die reguläre Verbindung über Wolfsburg fahren. In Richtung Berlin bleibt die Umleitung über Magdeburg bestehen.

Auch der Nahverkehr im Großraum Braunschweig ist betroffen. Ab dem 2. Oktober 2026 bis voraussichtlich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2027 fahren die Züge der Linie RE70 zwischen Hannover und Braunschweig sowie der Linie RE50 zwischen Braunschweig und Wolfsburg nur im Stundentakt. In der Bauphase von Februar bis Juli 2027 entfallen die Züge der Linie RE30 zwischen Lehrte und Wolfsburg. Dafür sind drei Buslinien im Schienenersatzverkehr geplant. Vorgesehen sind Direktbusse ohne Halt zwischen Lehrte und Wolfsburg, Expressbusse mit ausgewählten Halten sowie Busse mit allen Unterwegshalten.

Für ausfallende Regionalzugverbindungen werden Ersatzbusse eingesetzt. In der ersten Bauphase werden diese Verkehre durch das Unternehmen go.on gefahren. Die Busse sollen barrierefrei sein und über WLAN, USB-Steckdosen, optische Haltestellenanzeigen im Innenraum sowie automatische Haltestellenansagen verfügen.

Reisende sollen die Fahrpläne für die erste Bauphase ab Ende Juni in den digitalen Auskunftsmedien wie dem DB Navigator oder den Apps der Verkehrsverbünde abrufen können.

Für Anwohner und Interessierte bietet die Deutsche Bahn am Dienstag, 30. Juni, um 17:30 Uhr eine virtuelle Informationsveranstaltung an. Dabei soll der aktuelle Planungsstand vorgestellt werden. Fragen können ebenfalls gestellt werden. Die Teilnahme ist über www.db-buergerdialog.de/lehrte-berlin möglich.

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