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BBS-Schüler erforschen NS-Geschichte vor der eigenen Haustür

[BURGDORF/REGION]

Geschichte lernt man nicht nur aus Büchern. Man muss Menschen treffen, Fragen stellen, recherchieren, diskutieren und bereit sein, genau hinzusehen. Genau das haben Schüler zweier zwölfter Klassen des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft an der BBS Burgdorf in diesem Schuljahr getan.

Gemeinsam mit dem Historiker Sven Voigt erforschten sie regionale Spuren der NS-Zeit und ihrer Folgen. Dabei beschäftigten sie sich unter anderem mit dem Ausländerkinderpflegeheim in Papenhorst, dem Schicksal von Zwangsarbeiterinnen, den Ereignissen zum Kriegsende in Ramlingen, der Geschichte eines sogenannten „Halbjuden“ sowie dem Todesmarsch durch Großburgwedel. Die Themen machten deutlich, dass Geschichte nicht irgendwo stattgefunden hat, sondern direkt vor der eigenen Haustür.

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Möglich wurde das Projekt vor allem durch das ehrenamtliche Engagement von Sven Voigt. Mit Fachkenntnis, Offenheit und viel Zeit begleitete er die Schüler, schuf Zugänge und machte historische Zusammenhänge greifbar. Dafür bedankten sich die beiden Klassen gemeinsam mit Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer der Berufsbildenden Schulen Burgdorf mit Burgdorf-Gutscheinen im Wert von 150 Euro.

Besonders eindrucksvoll waren die Rückmeldungen der Schüler. „Die für uns gefühlt so weit entfernte Geschichte ist anderen noch ganz nah. Unsere Zeitzeugin begann zu weinen, als sie von ihren Erlebnissen sprach“, berichtete Charlotte. Luis hielt fest: „Geschichte wird durch Einzelschicksale greifbar.“ Rubyn beschrieb den lokalen Bezug: „Die Ortsgeschichte zeigt die Auswirkungen des Kriegsendes direkt vor Ort – und macht die große Geschichte an einem kleinen Ort erfahrbar.“

Auch die Bedeutung des Erinnerns wurde in den Rückmeldungen deutlich. „Dies ist ein aktiver Beitrag gegen das gesellschaftliche Vergessen“, erklärte Nico. Mia betonte: „Geschichte fand nicht irgendwo statt, sondern auch hier, direkt in unserer Umgebung – das zeigt auch unsere Verantwortung heute.“ Leon hob den Unterschied zum klassischen Unterricht hervor: „Den Geschichtsunterricht macht das Ganze viel spannender, weil man nicht einfach nur Texte liest, sondern viel näher dran ist.“

Nach Angaben der BBS Burgdorf zeigt das Projekt, wie wertvoll Lernen wird, wenn es Menschen begegnet, Perspektiven erweitert und einen Bezug zur eigenen Lebenswelt schafft. Der Dank der Schule gilt Sven Voigt für seinen Einsatz, den engagierten Schülern für ihre intensive Forschungsarbeit, dem Förderverein der BBS Burgdorf sowie den beteiligten Lehrkräften, insbesondere Kerstin Oßenbrügge, die das Projekt ermöglicht haben.

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