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Sehnde
Dienstag, 15.06.2021 - 08:25 Uhr

120 Feuerwehrkräfte sind bis in die Nacht nach einem Gefahrgutunfall im Einsatz

Gefahrgutbehälter bei Verladearbeiten beschädigt

Unter Chemikalienschutzanzügen gingen die Feuerwehrkräfte vor.Aufn.: Stadtfeuerwehr Sehnde

Ein Gefahrgutaustritt in einer Spedition im Sehnder Ortsteil Höver forderte in der Nacht auf den heutigen Dienstag 120 Einsatzkräfte. Der Betrieb musste während der Einsatzmaßnahmen geschlossen werden. Personen wurden nicht verletzt.

HöVER

Gegen 21:05 Uhr am gestrigen Montag, 14. Juni 2021, wurde die ABC-Fachgruppe Sehnde und der ABC-Zug Region Hannover Ost, bestehend aus Einsatzkräften von Ortsfeuerwehren aus Burgdorf, Lehrte und der Gemeinde Uetze zu einer Spedition nach Höver alarmiert.

 

In der Speditionshalle war ein 1000 Liter IBC Behälter bei Verladearbeiten beschädigt worden. Aus dem Gebinde trat eine Säure aus, die zum Ätzen von Glas und Metallen eingesetzt wird. Insgesamt liefen etwa 850 Liter des gesundheitsgefährdenden und ätzenden Stoffes aus.

 

Durch die Ortsfeuerwehr Höver wurde die Einsatzstelle zunächst erkundet und ein Sicherheitsradius eingerichtet. Durch weitere Einsatzkräfte wurde ein dreifacher Brandschutz, unter Vornahme eines C-Rohres, eines Schaumrohres und eines Pulverlöschanhänger sichergestellt.

 

Die Einsatzkräfte der ABC-Fachgruppe Sehnde und des ABC-Zuges Region Hannover Ost gingen unter Chemikalienschutzanzügen mit Atemschutz vor. Mit technischen Hilfsmitteln wurde das Leck verschlossen und der Behälter gesichert. Im weiteren Verlauf wurde durch weitere Einsatzkräfte Chemikalienbinder auf die ausgelaufene Flüssigkeit aufgebracht. Diese Arbeiten konnten ausschließlich unter Chemikalienschutzanzügen mit Atemschutz durchgeführt werden. Bei den Temperaturen war die Arbeit sehr schweißtreibend für die Einsatzkräfte, sodass ein höherer Bedarf an Atemschutzgeräteträgern erforderlich war. Durch Messtrupps wurden im Nahbereich um die Einsatzstelle mit speziellen Messgeräten Luftproben genommen. Eine erhöhte Stoffkonzentration konnte mit den Mitteln der Feuerwehr an keiner Stelle festgestellt werden.

 

Der Einsatz dauerte bis in die Nacht an. Ein Entsorgungsunternehmen wurde beauftragt, den ausgelaufenen Stoff fachgerecht zu entsorgen.

 

Die Feuerwehr und der Rettungsdienst waren mit 120 Einsatzkräften und diversen Fahrzeugen vor Ort. Eine vorrübergehende Sperrung der Hannoverschen Straße konnte nach kurzer Zeit wieder aufgelöst werden. Es kam dennoch zeitweise zu starken Verkehrsbehinderungen.

 

Nachdem 2 Uhr bereits Kräfte von der Einsatzstelle entlassen werden konnten, war der Einsatz gegen 3 Uhr dann komplett für die Feuerwehr beendet.

 

Ein Tanklastzug des Entsorgungsunternehmen hatte bis dahin vor, den ausgelaufenen Gefahrstoff abzusaugen. Die Maßnahmen scheiterten zunächst, da das eingesetzte Fahrzeug nicht über die geeigneten Vorrichtungen zur Aufnahme des Gefahrstoffes verfügte. Die Einsatzstelle wurde daraufhin komplett abgesperrt. Erneut wurde eine weitere Lage Chemikalienbinder aufgebracht. Die Einsatzstelle wurde an die Betriebsleitung übergeben. Am heutigen Tag wird die Entsorgungsfirma weitere Maßnahmen zur Reinigung des Bereiches durchführen.