Dorfführung des Heimatbunds gibt Einblicke in die Uetzer Geschichte
Foto: W. Braatz
Rund 20 Teilnehmer haben bei der jüngsten Dorfführung des Uetzer Heimatbunds viel über die Geschichte des Ortes erfahren. Der zweistündige Rundgang begann auf dem Thielenplatz.
Dort berichtete Heimatbund-Pressewart Friedrich-Wilhelm Schiller, der die Gruppe durch Uetze führte, dass der Platz nach dem Gastwirt Hermann Thiele benannt ist. Thiele war 1895 aus dem sächsischen Moritzburg nach Uetze gekommen und kaufte das Gasthaus Zum Deutschen Hause im alten Dorfkern. In dessen Saal eröffnete Friedrich Bock 1948 die Corso-Lichtspiele, das erste Kino in Uetze.
An der Olen Dorpschaule erläuterte Schiller die Geschichte des früheren Schulgebäudes. Es wurde 1882 gebaut und war damals für 361 Schüler deutlich zu klein.
Mehrfach ging Schiller auch auf den großen Uetzer Brand von 1863 ein. Dabei seien unter anderem die beiden gemeindeeigenen Backhäuser abgebrannt und anschließend nicht wieder aufgebaut worden. Nach dem Brand sei zudem das heutige Straßennetz im alten Dorfkern angelegt worden.
Ein weiteres Thema war die Mühle Amme. „Sie war ursprünglich eine Gutsmühle“, sagte Schiller. Ab 1766 habe die Familie Amme die Wassermühle an der Fuhse zunächst gepachtet. 1842 wurden die Ammes Eigentümer.
Auch die Geschichte einzelner Bauernhöfe wurde bei der Führung angesprochen. Dazu gehörte die Halbhofstelle 9 mit dem Hofnamen Rohen-Schumacher an der Ecke Mühlen- und Osterstraße. Seit 1643 bewirtschaftet die Familie Schumacher den Hof, inzwischen in zwölfter Generation.

