Vorerst zum letzten Mal auf vollem Raum: Das 155. Lehrter Schützen- und Volksfest
Foto: Bastian Kroll
Es ist das zweitgrößte Schützenfest in der Region Hannover – und in diesem Jahr könnte es vorerst das letzte seiner Art in gewohnter Größe sein: Das 155. Lehrter Schützen- und Volksfest findet vom 30. Juli bis zum 2. August 2026 auf dem Schützenplatz statt. Beim Pressegespräch des Schützencollegiums der Stadt Lehrte am heutigen Donnerstag, 2. Juli 2026, gab es viel Vorfreude – und einen nachdenklich stimmenden Ausblick.
Florian Reetz, 1. Vorsitzender des Schützen-Corps und Sprecher des Schützencollegiums, machte deutlich, dass das Festgelände nach aktuellem Planungsstand ab 2027 für mehrere Jahre eingeschränkt werden dürfte. Die Stadt Lehrte plane, auf dem angrenzenden Parkplatz Schulcontainer für den Umbau des Gymnasiums aufzustellen – das bedeute für drei bis vier Jahre engere Verhältnisse auf dem Schützenplatz. „Wir werden enger zusammenrücken müssen„, so Reetz.
In diesem Jahr ist der Festplatz erneut vollständig ausgebucht. Als neue Attraktion kommt erstmals die “Chaosfabrik“ von Schausteller Manuel Meyer zum Einsatz: ein dreistöckiges Laufgeschäft mit mehr als 50 Hindernissen wie Wackeltreppen, Drehscheiben und Wasserpassagen, das auf der Seite zum Park hin aufgebaut wird und regelmäßig deutsche Volksfeste bereist. Es ersetzt eines der vier großen Fahrgeschäfte, die traditionell das Herzstück des Schützenplatzes bilden. Das Schützencollegium tausche jedes Jahr eine Attraktion aus, um für Abwechslung zu sorgen, erläuterte Reetz.
Im Festzelt setzt das Schützencollegium auf bewährte Kräfte: Festwirt Patrick Lindemann aus Hambühren ist seit gut zehn Jahren ein verlässlicher Partner. Man sei mit ihm absolut zufrieden, sagte Reetz. Vor dem Festzelt erwartet die Besucher eine große Terrasse. Musikalisch sorgt an allen vier Abenden ein DJ für Stimmung. Uwe Kaddatz, Vorstandssprecher der Bürgerschützen-Gesellschaft, hob hervor, ein DJ biete ein deutlich flexibleres und umfangreicheres Repertoire als eine feste Band. Langfristig wolle man zusdammen mit dem Festwirt aber auch wieder eine Liveband gewinnen.
Gerechnet wird mit 800 bis 1.200 Besuchern pro Abend; der Eintritt ist an allen vier Tagen frei. Beim Bier gibt es eine leichte Anpassung: 0,2 Liter kosten 2,70 Euro – zehn Cent mehr als im Vorjahr. Am Freitagabend gibt es nach der Bekanntgabe des Stadtkönigs von 20 bis 21 Uhr eine Happy Hour mit vergünstigten Marken. Zum Festessen am Freitagabend wird Roulade für 25 Euro angeboten, Kinder bis 15 Jahre zahlen die Hälfte. Der Frühstücksteller beim Königsfrühstück – das Catering übernimmt in diesem Jahr wirder HR-Catering aus Hänigsen-Riedel – bleibt wie im Vorjahr bei 11 Euro. Den Großen Zapfenstreich vor dem Rathaus werde es in gewohnter Form geben, so Reetz. Auf den bisherigen Bustransfer nach dem Zapfenstreich verzichtet das Schützencollegium in diesem Jahr: Er habe sich schlicht nicht bewährt. Die Umzugsrouten bleiben laut Tobias Röbber gegenüber den Vorjahren unverändert.
Das Sicherheitskonzept liegt bei der Stadt Lehrte vor; für den morgigen Tag ist ein Gespräch mit Polizei, Ordnungsamt und Stadtverwaltung geplant. Reetz zeigte sich zuversichtlich, dass alles gut aufgestellt sei; Bauhof und Ordnungsamt unterstützten das Schützencollegium tatkräftig.
Was das Lehrter Schützenfest ausmache, fasste Uwe Kaddatz in Worte: Die Besonderheit sei, dass zwei eigenständige Vereine – das Schützen-Corps (rund 350 Mitglieder) und die Bürgerschützen-Gesellschaft (rund 470 Mitglieder) – in einem gemeinsamen Gremium zusammenarbeiteten. Der Wettbewerb zwischen beiden bringe das Schützenfest nach vorne. Es werde keinen Stillstand geben. „Beide Vereine sind super aufgestellt – einer alleine könnte es gar nicht machen“, sagte Kaddatz, der seit 50 Jahren dabei ist. Und er fügte hinzu: „Es gab nie ein Tal der Tränen.“
