Neues Außengelände für die KiTa Schillerslage: 395.000 Euro für Klettern, Wasser und ein grünes Klassenzimmer
Foto: Bastian Kroll
Mit 14 Zuschauerinnen und Zuschauern war der Ortsrat Schillerslage am heutigen Donnerstag, 21. Mai 2026, außergewöhnlich gut besucht — und Ortsbürgermeister Cord Reißer (CDU) brachte die Stimmung im Schützenheim auf den Punkt: „Was ist denn hier los? Bin ja begeistert.“ Der Grund für das große Interesse: Das Planungsbüro studio5 Freiraumplanung aus Langenhagen stellte einen umfassenden Entwurf zur Sanierung des Außengeländes der städtischen Kindertagesstätte Schillerslage vor. Das Gesamtprojekt ist auf rund 395.000 Euro veranschlagt.
Ein Außengelände, das in die Jahre gekommen ist
Die Kindertagesstätte betreut rund 50 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Ihr Außengelände umfasst knapp 950 Quadratmeter — und ist, wie es die Beschlussvorlage unverblümt beschreibt, „überwiegend unstrukturiert“. Die ältesten Spielgeräte stammen aus den frühen 2000er-Jahren, das Gelände ist im Laufe der Zeit weitgehend versandet, und für die jüngsten Kinder fehlt ein angemessenes Angebot nahezu vollständig. Erschwerend kommt hinzu, dass die Fläche außerhalb der Betreuungszeiten als öffentlicher Spielplatz genutzt wird — eine Doppelnutzung, die bei der Neuplanung ausdrücklich erhalten bleiben soll.
Eric Finke-Engels und Sophie Wolters vom Büro studio5 präsentierten den Entwurf, den sie in den vergangenen Monaten auf Grundlage der Wünsche der KiTa-Leitung, des Kollegiums und der Kinder selbst entwickelt haben. Wolters erläuterte, es handele sich um eine „Sanierung im Bestand“ — vorhandene und noch taugliche Spielgeräte wie Trampolin, Wippe und Kletterwandhaus sollen, soweit möglich, erhalten bleiben.


Drei Bereiche, ein Gesamtkonzept
Der Entwurf gliedert das Außengelände in drei klar voneinander getrennte Funktionsbereiche. Der abgetrennte Gruppenbereich für die jüngsten Kinder erhält ein Sandspielgerät, Wippen, Balancier- und Drehmöglichkeiten sowie Rückzugsorte mit Schatten. Die Heckenbepflanzung entlang des Zauns soll zur Straße hin geschlossen werden, um einen Sichtschutz zu gewährleisten.
Das große Hauptgelände wird durch eine umlaufende Rundfahrstrecke für Spielfahrzeuge strukturiert — mit Bodenwellen, um das Fahren abwechslungsreicher zu gestalten. Im Zentrum ist ein nicjht näher spezifiziertes Multifunktionsspielgerät geplant, das Klettern, Rutschen, Hangeln und Schaukeln vereinen soll. Hinzu kommen Wippen, ein Kommunikationsspiel sowie eine Wasserpumpe und ein Wasserspiel. Die Sandflächen beschränken sich auf die Bereiche rund um die Wasserspielanlage und das Trampolin. Als Fallschutz sollen Holzhäcksel eingesetzt werden, die zugleich einer erneuten Versandung entgegenwirken.
Im rückwärtigen Teil des Geländes entsteht eine sogenannte Außencafeteria — ein abgetrennter Bereich mit gepflasterter Fläche, Sitzgelegenheiten, Tischen und Sonnenschirm. Dort sollen eine Wandtafel, Hochbeete und Pflanzaquarien den Raum zum „Grünen Klassenzimmer“ für vorschulische Bildung machen. Der Bereich steht ausschließlich der KiTa zur Verfügung und soll nicht mehr als öffentlicher Spielplatz nutzbar sein.
Beim Material setzt das Büro auf Nachhaltigkeit: Pflastersteine und Natursteine aus städtischen Bauhöfen sollen wiederverwendet werden, Spielgeräte aus Holz und Stahl fügen sich in die naturnahe Gestaltung ein. Außerdem wird der Haupteingang der KiTa, der derzeit nur über eine Stufe erreichbar ist, im Zuge der Sanierung barrierefrei umgebaut.


Ortsrat: Grundsätzlich Zustimmung, aber Kritik am Verfahren
Die Reaktionen im Ortsrat waren wohlwollend — mit einer deutlichen Einschränkung. Cord Reißer begrüßte das Vorhaben ausdrücklich: Er finde es „grundsätzlich super, dass in Schillerslage was abfällt, dringend nötig.“ Gleichzeitig zeigte er sich irritiert darüber, dass weder der Ortsrat noch die Elternschaft vorab in den Planungsprozess eingebunden worden sei. „Stimmen aus der Elternschaft wurden nicht gefragt“, so Reißer, und an die Verwaltung gerichtet: „Wir hätten gerne eher davon gewusst.“
Stadträtin Silke Vierke entgegnete, dass der Ortsrat bereits bei den Haushaltsberatungen informiert worden sei, als die Mittel für die erste Planungsphase in den Doppelhaushalt eingestellt wurden. Es sei üblich, mit dem ersten Entwurf in die Gremien zu kommen. Auf Heinrichs Bührkes (WGS) Bemerkung, man hätte den Ortsrat ruhig zum Ortstermin einladen können, antwortete Vierke, das nehme sie mit.
Eine lebhafte Diskussion entspann sich um die Frage des Sichtschutzes im abgetrennten Kleinkindbereich. Während Reißer und Bührke es bevorzugten, weiterhin von außen auf das Gelände blicken zu können, betonte die KiTa-Leitung, dass der bestehende Blickschutz durch die Büsche derzeit undicht und lediglich einen Meter hoch sei. „Wichtig ist für uns der Kinderschutz“, sagte sie, „da sind auch Fremde unterwegs.“ Man wolle die Büsche verdichten. Carolin Wietfeldt (CDU) wiederum fände es „nett, wenn die Kinder noch einen Kontakt zur Außenwelt haben“ — ein Wunsch, den die KiTa-Leitung teilte: Es solle schlicht etwas mehr Schutz sein als heute, ohne den Blickkontakt vollständig aufzuheben.
Auf die Frage von Ortsratsmitglied Mario Gawlik (Freigeist Burgdorf), ob die Finanzierung gesichert sei, äußerte Vierke keine Sorgen: „Wir sind eine familienfreundliche Stadt, hier ist höhere Priorität.“
Kosten und nächste Schritte
Die Gesamtkosten von rund 395.000 Euro gliedern sich auf in Planungsleistungen in drei Stufen (zusammen rund 50.500 Euro) sowie Bauausführungskosten von etwa 340.000 Euro. Die erste Planungsstufe ist bereits abgeschlossen. Für die zweite Stufe wurden im Nachtragshaushalt 2026 Mittel in Höhe von 20.000 Euro genehmigt. Die Baukosten selbst sollen über den Doppelhaushalt 2027/2028 beantragt werden. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 oder Anfang 2028 geplant.
Der Ortsrat hat in dieser Sitzung lediglich eine Anhörungsfunktion. Die eigentliche Beratung findet am 8. Juni im Ausschuss für Jugendhilfe und Familie statt; die Entscheidung trifft der Verwaltungsausschuss am 16. Juni 2026.

