Kein neuer Bienenfutterautomat
Die Stadt Burgdorf befasst sich mit der Frage, ob nach dem Diebstahl eines Bienenfutterautomaten ein Ersatz beschafft werden soll. Es handelt sich dabei um eine Beschlussvorlage der Verwaltung mit dem Ziel, von einer Neuanschaffung abzusehen und stattdessen die dafür vorgesehenen Mittel anders zu verwenden.
Ausgangspunkt war ein Antrag der Fraktion Freie Wähler Burgdorf vom Freitag, 10. Oktober 2020, mit dem die Aufstellung eines Bienenfutterautomaten beantragt wurde. Der Verwaltungsausschuss beschloss am Dienstag, 26. Januar 2021, den Bürgermeister zu beauftragen, an einer zentralen, stark frequentierten Stelle einen Bienenfutterautomaten anzubringen und zu betreiben. Falls keine eigene Variante für eine Sammlung der Mehrwegkapseln bestehe, sollte diese mitbeschafft werden. Außerdem war eine Evaluation nach Ablauf eines Jahres vorgesehen.
Der Automat wurde im Januar 2022 bestellt und wegen eines Lieferengpasses erst im September 2022 aufgestellt. Zwischenzeitlich wurde er durch Diebstahl entwendet. Die Verwaltung empfiehlt, keine Ersatzbeschaffung vorzunehmen, weil der Betrieb nach Auswertung der bisherigen Betriebszeit nicht wirtschaftlich sei. Den Einnahmen stünden Aufwendungen gegenüber, die diese deutlich überstiegen. Eine Übersicht über Einnahmen und Aufwendungen seit der Aufstellung ist der Vorlage als Anlage beigefügt. Dabei seien die internen Personalaufwendungen noch nicht berücksichtigt, darunter Tätigkeiten der Gebäudewirtschaft wie die regelmäßige Leerung des Geldfaches, die Einzahlung der Einnahmen bei der Bank sowie die Übermittlung der Einzahlungsbelege an die Abteilung 61 und die Weiterleitung an die Abteilung Finanzen.
Nach Angaben der Verwaltung hat sich das Angebot an kostenfreiem oder kostengünstigem Saatgut in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Saatgutmischungen zur Förderung der Artenvielfalt würden inzwischen an zahlreichen Stellen kostenlos ausgegeben oder könnten zu geringen Kosten erworben werden. Der ursprüngliche Zweck des Automaten könne daher auch auf wirtschaftlichere Weise erreicht werden. Für den Doppelhaushalt seien lediglich 100,00 Euro für die Beschaffung neuen Saatgutes eingeplant, jeweils für die Jahre 2027 und 2028. Diese Mittel könnten nach Darstellung der Verwaltung zum Beispiel an Kindertagesstätten und Schulen verteilt werden, um das Bewusstsein für Biodiversität und Insektenschutz zu fördern. Als weitere Möglichkeit nennt die Vorlage eine inhouse-Nutzung für den „Zukunftstag“, um jungen Menschen mit entsprechenden Materialien die Wichtigkeit von Umweltschutz zu verdeutlichen.
Der Samenkapsel-Rückgabekasten soll noch bis zum Donnerstag, 31. Oktober 2026, am bisherigen Standort verbleiben, damit vorhandene Mehrwegkapseln zurückgegeben werden können. Danach soll auch dieser entfernt werden. Finanzielle Auswirkungen entstehen nach der vorgesehenen Entscheidung keine Investitionskosten für einen neuen Bienenfutterautomaten. Die im Haushalt vorgesehenen 100,00 Euro für Saatgut sollen stattdessen für alternative Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität verwendet werden; zugleich entfallen die im Haushalt berücksichtigten geschätzten Einnahmen in Höhe von 100,00 Euro für den Automaten.
Die Vorlage ist für den Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Bau am Montag, 24. August 2026, zur Vorberatung und für den Verwaltungsausschuss am Dienstag, 15. September 2026, zur Entscheidung vorgesehen.
Ausführliche Informationen stehen in den Ratsunterlagen zur Verfügung: Vorlage.







