Sehnde beschließt Wärmeplan und startet digitalen Bürger-Zwilling
Die Stadt Sehnde hat einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltige Wärmeversorgung gemacht. Der Rat der Stadt Sehnde hat am 19. März 2026 den im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung erarbeiteten Wärmeplan einschließlich der darin enthaltenen Umsetzungsmaßnahmen beschlossen. Damit liegt ein strategischer Fahrplan vor, der aufzeigt, wie die Wärmeversorgung im gesamten Stadtgebiet schrittweise auf grüne Quellen umgestellt werden soll.
Der Wärmeplan wurde bereits Ende August 2025 fertiggestellt und anschließend bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Forum der KGS Sehnde vorgestellt. Danach folgte eine 30-tägige öffentliche Auslage des Berichts. Der finale Bericht mit Maßnahmenkatalog ist unter www.sehnde.de/waermeplanung abrufbar.
Mit der Fertigstellung erfüllt die Stadt Sehnde die Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes des Bundes deutlich vor der gesetzlichen Frist Ende Dezember 2026. Die Erarbeitung wurde nach Angaben der Stadt über Bundesfördermittel aus der Kommunalrichtlinie finanziert und belastete den städtischen Haushalt nicht zusätzlich. Erstellt wurde der Wärmeplan in Zusammenarbeit mit der Wärmeschmiede GmbH.
Der Wärmeplan ist für Eigentümer und Energieversorger nicht rechtlich bindend. Er soll jedoch Orientierung für künftige Investitionen in die lokale Infrastruktur geben. Außerdem muss der Plan spätestens alle fünf Jahre fortgeschrieben werden. Durch den Beschluss bekennt sich die Stadt dazu, die Ziele des Wärmeplans künftig bei planerischen, infrastrukturellen und baulichen Vorhaben als fachliche Strategie zu berücksichtigen.
Der Wärmeplan umfasst insgesamt 21 konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Wärmewende. Drei Basismaßnahmen befinden sich durch das städtische Sanierungsmanagement bereits in der Umsetzung. Dazu gehören die Koordination der Wärmewende, regelmäßige öffentliche Sprechstunden mit kostenloser Energieerstberatung sowie die Veranstaltungsreihe „Energietreff Sehnde“ mit Informationen zur energetischen Gebäudesanierung.
Der Rat hat zudem fünf strategische Schlüsselmaßnahmen priorisiert, die innerhalb der kommenden fünf Jahre begonnen und vorangetrieben werden sollen. Dazu zählen die BürgerSolarBeratung, Informationsbeschaffung zur Geothermie sowie Pilotstudien für mögliche zentrale Wärmeversorgung in Sehnde Kern und Ilten Kern. Für Haimar soll ein Kaltnetzkonzept geprüft werden. Außerdem wurde das Fokusgebiet Sehnde Nordwest priorisiert, weil dort ein besonders hohes Sanierungs- und Wärmeeinsparpotenzial gesehen wird.
Für mehr Transparenz startet die Stadt den digitalen „Bürger-Zwilling“. Das Online-Werkzeug stellt die Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung kostenlos und interaktiv dar. Nutzer können Ergebniskarten zur Bestandsanalyse, Potenzialanalyse und zum Zielszenario 2040 aufrufen, nach Adressen suchen und Zusatzinformationen abrufen. Der Bürger-Zwilling ist unter waermeplanung.sehnde.de erreichbar.
Ansprechpartner für die Kommunale Wärmeplanung ist Timo Rogge, Klimaschutz- und Sanierungsmanager der Stadt Sehnde. Er ist per Mail an timo.rogge@sehnde.de erreichbar.