Region Hannover

Region Hannover priorisiert Schul- und Hochbaumaßnahmen

[REGION]

Die Region Hannover hat den aktuellen Stand der Arbeiten an einer Gesamtpriorisierung aller Hochbaumaßnahmen veröffentlicht. Ziel des Prozesses ist es, die dringendsten Bauvorhaben, insbesondere im Schulbereich, transparent, nachvollziehbar und mit Blick auf die vorhandenen Ressourcen zu steuern. Bis Jahresende soll eine abschließende Priorisierungsliste vorgelegt werden, die als Grundlage für die Haushaltsberatungen 2027 dienen soll.

„Wir müssen Prioritäten setzen, um mit den vorhandenen Mitteln die größten Effekte zu erzielen“, sagt Isabella Gifhorn, Dezernentin für Bildung, Kultur und Baumanagement der Region Hannover. Seit ihrem Start Anfang des Jahres bei der Region Hannover habe die Architektin die Erstellung einer Gesamtpriorisierung vorangetrieben. „Die Priorisierungsliste schafft Klarheit: Sie zeigt auf, welche Projekte wir mit den aktuellen Kapazitäten realistisch umsetzen können – und wo wir an Grenzen stoßen. Das ist keine einfache, aber eine notwendige Entscheidung, um langfristig handlungsfähig zu bleiben.“

Hier für den täglichen Newsletter anmelden

Die Priorisierung umfasst 78 Großbaumaßnahmen, darunter 43 laufende und 35 geplante Projekte. Den größten Teil machen Schulbauvorhaben aus. Die Region Hannover sieht sich nach eigenen Angaben aufgrund gesetzlicher Vorgaben wie dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, Inklusion und Barrierefreiheit mit einer historisch hohen Nachfrage nach Sanierungs-, Neubau- und Unterhaltungsmaßnahmen konfrontiert. Hinzu kommen technische Mängel, moderne pädagogische Anforderungen an Lernumgebungen, Digitalisierung und die demografische Entwicklung mit derzeit noch steigenden Schülerzahlen.

Die Analyse zeigt nach Angaben der Region, dass mit den derzeit verfügbaren 11,9 Vollzeitstellen im Baumanagement nicht alle 78 Maßnahmen gleichzeitig bearbeitet werden können. Die Priorisierungsliste soll erstmals transparent machen, wo die Kapazitätsgrenze liegt und welche Projekte deshalb zurückgestellt werden müssen.

Mit der Gesamtpriorisierung verfolgt die Region mehrere Ziele. Sie soll Transparenz darüber schaffen, welche Maßnahmen mit den vorhandenen Kapazitäten umsetzbar sind. Investitionsmittel sollen vorrangig in Projekte mit belastbarer Planungsreife fließen. Zugleich soll eine gemeinsame Sachbasis für Regionsversammlung, Verwaltung, Schulleitungen, Schüler, Eltern und Lehrkräfte entstehen.

Außerdem sollen Projekte künftig erst aktiviert werden, wenn fachliche, organisatorische und wirtschaftliche Grundlagen geklärt sind. Vorhaben mit unzureichend abgestimmter Bedarfsplanung sollen zurückgestellt werden, bis die Voraussetzungen vorliegen. Dadurch sollen Planungsabbrüche und Kostensteigerungen reduziert werden. Zugleich soll die Priorisierung flexibel genug bleiben, um auf neue Rahmenbedingungen wie Förderprogramme oder Schadensereignisse reagieren zu können.

Bewertet werden die Maßnahmen nach fünf gleichwertigen Kriterien. Dazu gehören der bauliche Zustand und mögliche Risiken, etwa Sicherheitsmängel oder akute Betriebsgefährdungen. Außerdem fließen der Planungsstand, die Qualität der Bedarfsplanung, der fachliche Bedarf sowie rechtliche Erfordernisse in die Bewertung ein.

Die nun vorgelegte Drucksache dokumentiert den Sachstand vor der Sommerpause. Bis Jahresende soll eine Beschlussvorlage erarbeitet werden, die eine vollständige Priorisierungsliste aller Hochbaumaßnahmen, einen Kapazitätsabgleich sowie Handlungsempfehlungen für die politische Entscheidung enthält.

„Ohne zusätzliche Ressourcen oder eine klare Priorisierung drohen weitere Verzögerungen, Kostensteigerungen und sogar Sicherheitsrisiken“, sagt Gifhorn. „Diese Priorisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein notwendiger Schritt, um die Handlungsfähigkeit der Region Hannover im Bildungs- und Infrastrukturbereich zu sichern. Wir müssen heute entscheiden, was morgen gebraucht wird – und das mit Augenmaß für die begrenzten Mittel.“

Die aktuelle Vorlage wird in einer Sondersitzung am Donnerstag, 18. Juni, um 15 Uhr von den Mitgliedern des Schulausschusses sowie des Ausschusses für Organisation, Personal, Finanzen und Digitalisierung beraten.

Download als PDF

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"