30 Jahre, eine kaputte Tür und jede Menge Tratsch: VVV-Theater Burgdorf feiert Jubiläum im Kulturzelt
Foto: Bastian Kroll
Wenn das Laientheater Generalprobe hat, darf auch mal eine Tür mitspielen. Das VVV-Theater Burgdorf hat am heutigen Mittwoch, 3. Juni 2026, im Zelt im Rahmens des Burgdorfer Erzählzirkus auf dem Gelände der Astrid-Lindgren-Grundschule vor rund 30 Zuschauerinnen und Zuschauern seine Generalprobe abgehalten — und dabei nicht nur sein schauspielerisches Können bewiesen, sondern auch seine Schlagfertigkeit.
Das Ensemble feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen und hat für diesen besonderen Anlass ein ebenso besonderes Stück ausgewählt: „Tratsch im Treppenhaus“, ein Schwank in vier Akten von Jens Exler, für das VVV-Theater in der überarbeiteten Fassung von Silke Keim und Florian Battermann. Der Klassiker des Ohnesorg-Theaters eignet sich bestens, um ein Publikum zu unterhalten — und das weiß auch Regisseur Klaus-Dieter Garms, der selbst auf die Bühne stieg und mit der Rolle des pensionierten Steuerinspektors Ewald Brummer eine der Hauptrollen übernahm. Damit er auch zwei Gründungsmitglieder in das Stück einbauen konnte, schrieb er kurzerhand zwei Rollen dazu. 30 Jahre VVV-Theater bedeuten eben: Man kennt sein Team.
Mit Udo Jürgens‘ Hit „Ein ehrenwertes Haus“ eröffnete das Stück seinen kurzweiligen Lauf — und das 20-köpfige Ensemble zeigte sich textsicher und professionell. Worum geht es? Um Meta Boldt (Christel Garms), die Klatschbase schlechthin: Sie lauscht an Türen, bringt Gerüchte in Umlauf und nimmt es mit der Wahrheit nicht immer so genau. Sie wohnt mit Ewald Brummer und der Witwe Knoop (Petra Borchert) in einem Mietshaus, das Schlachtermeister Tramsen (Olaf Stolte) gehört — und in dem es dank Untermieterin Silke Seefeldt (Jaqueline Schmidtmann), ihrem Vater Herr Seefeldt (Peter Hilmer), Brummers Neffen Markus (Kevin Borchert) sowie dem Ehepaar Sonnenschein (Monika Büntjen und Marius Knabenschuh) zu allerlei Verwechslungen, Missverständnissen und Streitigkeiten kommt.
Die Tür macht Theater
Ein unverhoffter Höhepunkt der Generalprobe gehörte allerdings einem Requisit. Als Jaqueline Schmidtmann als Silke Seefeldt die Bühne durch eine Tür betrat, löste sich diese aus ihrer oberen Verankerung. Während Schmidtmann ungerührt ihren Dialog weiterführte, eilten die guten Geister hinter den Kulissen zur Reparatur. Als die Schauspielerin später die Tür vorsichtig zu öffnen versuchte — und sie tadellos funktionierte — erntete sie ein herzliches Zwischenlachen aus dem Publikum. Textsicherheit beweist man eben auch dann, wenn die Kulisse mitspielt.
Aufführungen ab Freitag
Die Premiere findet am kommenden Freitag, 5. Juni 2026, um 19:30 Uhr statt. Weitere Aufführungen folgen am Sonnabend, 6. Juni (19:30 Uhr), und Sonntag, 7. Juni (15:00 Uhr, mit Kaffee und Kuchen), sowie am Mittwoch, 10. Juni, Freitag, 12. Juni und Sonnabend, 13. Juni (jeweils 19:30 Uhr). Spielort ist das Kulturzelt auf dem Gelände der Astrid-Lindgren-Grundschule, Lippoldstraße 10 in der Burgdorfer Weststadt.
Karten gibt es im Vorverkauf für 12 Euro (Abendkasse 14 Euro, VVV-Mitglieder erhalten 1 Euro Ermäßigung) unter www.vvvtheater-burgdorf.de oder beim Vorverkauf bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2 in Burgdorf.





























