Burgdorf

Bahnübergang Ahrbeck: Stadt sucht Strategie

[BURGDORF]

Der Bahnübergang Ahrbeck beschäftigt den Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Liegenschaften und Verkehr schon seit Jahren – und ein Ende ist nicht in Sicht. In seiner Sitzung am heutigen Donnerstag, 23. April 2026, debattierten die Mitglieder über das weitere Vorgehen gegenüber InfraGO. Ein formeller Beschluss fiel nicht; ein Antrag der SPD-Fraktion soll folgen.

InfraGO schafft Fakten

Beratendes Ausschussmitglied Lutz Wackermann schilderte die Ausgangslage in klaren Worten: Seit zwei Jahren habe man das Gefühl, dass InfraGO die Stadt an der Nase herumführe und versuche, den Bahnübergang überflüssig zu machen. Als konkreten Schritt wertete er die Tatsache, dass InfraGO die Fahrbahnbefestigung am Übergang entfernt habe – und nun erkläre, es handele sich damit nicht mehr um eine Reparatur, sondern um einen Neubau. „Das ist deutschlandweit gängige Praxis“, sagte Wackermann. „Alle Kommunen, die sich nicht wehren, schauen in die Röhre.“ Er appellierte, die Stadt müsse sich externe Hilfe holen – im Kreuzungsrecht und im Eisenbahnrecht. „Es ist nicht unsere Aufgabe, uns einzuarbeiten, was sie zu machen haben.“

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Hinz fordert klare Schritte

Gerald Hinz (SPD) skizzierte einen Sechs-Punkte-Plan, den er als Antrag einbringen will: Die Verwaltung solle InfraGO anschreiben und eine Frist von drei Monaten setzen, die Überquerung wieder zu öffnen. Parallel dazu solle das Eisenbahnbundesamt als Aufsichtsbehörde über InfraGO eingeschaltet werden, um die Wiederherstellung zu erzwingen. Außerdem soll Kreuzungsrecht beantragt und die Vorbereitung einer verwaltungsgerichtlichen Klage eingeleitet werden – einschließlich der Wiederherstellung der Fahrbahnbefestigung.

Ariane Thieleking rät zur anderen Strategie

Ariane Thieleking (CDU) zeigte Verständnis für den Frust, warnte jedoch vor dem Klageweg. Aus der Antwort des Eisenbahnbundesamtes habe sie herausgelesen, dass die Chancen vor Gericht „bei 0,1 Prozent“ lägen – und selbst dann würde ein Rechtsstreit länger als sechs Jahre dauern. „Selbst das Eisenbahnbundesamt sagt uns, dass es nicht geht.“ Sie plädierte dafür, alle Energie darauf zu verwenden, die Kreuzungslösung so schnell wie möglich umzusetzen. InfraGO habe immerhin signalisiert, einen Tunnel zu bauen. „Bei einem Rechtsstreit haben wir keine Aussicht auf Erfolg.“

Fleischmann: Ins Mobilitätskonzept

Ratsmitglied Michael Fleischmann (parteilos) wies auf eine strukturelle Lücke hin: Zwischen Ahrbeck-Süd und Otze gebe es keinen weiteren barrierefreien Übergang. Er empfahl, diesen Bahnübergang im Mobilitätskonzept der Stadt zu verankern und damit an das Eisenbahnbundesamt zu gehen. „Dann werden die guten Chancen haben, InfraGO anzuweisen – und müssen nicht sieben oder acht Jahre warten.“ Zudem gingen nach wie vor Menschen widerrechtlich über die Gleise und brächten sich in Gefahr.

Pollehn: Keine Kosten für die Stadt

Bürgermeister Armin Pollehn (CDU) betonte, dass der Stadt in den bisherigen Gesprächen schriftlich zugesichert worden sei, keine Kosten zu tragen. In den Gesprächen sei immer auf die Kostenfrage geschaut worden. Die Frage, ob nun ein weiterer Vorstoß bei InfraGO oder ein Rechtsstreit der richtige Weg sei, ließ er offen: „Wenn wir klagen, ist das ein Rückschlag – und wir wissen nicht, wer ihn gewinnen wird.“

Wackermann bekräftigte seine Position: Bei InfraGO handele es sich um Ablenkungsmanöver. „Wir müssen sie dazu bringen, etwas zu tun.“ Der Antrag der SPD mit den konkreten Schritten soll dem Ausschuss in Kürze zur Beratung vorgelegt werden.

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