Viele Berichte, personelle Veränderungen und eine seltene Ehrung bei der Ortswehr Neuwarmbüchen
Foto: Bastian Kroll
Während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Neuwarmbüchen am Freitag, 9. Januar 2026, in der Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses standen zahlreiche Berichte, Ernennungen und Ehrungen auf der Tagesordnung. Neben Rückblicken auf ein einsatzreiches Jahr prägten personelle Veränderungen und eine besonders seltene Auszeichnung den Abend, an dem die Leistungen der Aktiven, der Nachwuchsabteilungen und der Unterstützer im Mittelpunkt standen.



Ortsbrandmeister Benedikt Labove und sein Stellvertreter Sebastian Sörensen begrüßten rund 60 Gäste, darunter den stellvertretenden Brandschutzabschnittsleiter Dirk Thelow, Gemeindebrandmeister Marc Perl und dessen Stellvertreter Björn van Veen, Gemeindebürgermeister Tim Mithöfer, Ordnungsamtsleiterin Dagmar Keib, die Vorsitzende des Ausschusses für Feuerwehr, Katastrophenschutz, öffentliche Sicherheit und Integration, Stefanie Rennspieß, Ortsbürgermeisterin Vanessa Schenke sowie Mitglieder des Ortsrates. Ebenfalls anwesend waren Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung, der ehemalige Abschnittsleiter Horst Holderith und Ehrenortsbrandmeister Helmut Bode. Für die Getränkeversorgung sorgten Kräfte der Ortsfeuerwehr Kirchhorst-Stelle.
Dank aus Politik und Verwaltung
Gemeindebürgermeister Tim Mithöfer richtete deutliche Worte des Dankes an die Einsatzkräfte. „Beim Tagesordnungspunkt ‚Grußworte der Gäste‘ wird nicht gegrüßt, sondern man sagt Danke, und das ist auch angebracht. Ein großes Dankeschön im Namen der Bürger Isernhagens, insbesondere aus Neuwarmbüchen“, sagte er. Die Feuerwehr rücke „zu jeder Zeit aus, wenn Hilfe gefordert wird“. Übungsdienste und Fortbildungen kosteten viel Zeit im Ehrenamt: „viel Zeit für die Sicherheit, das ist aller Ehren wert“. Besonders hob Mithöfer die Arbeit der Kinder- und Jugendfeuerwehr hervor, die die Gemeinde mit 100 Euro unterstütze. Dort würden nicht nur feuerwehrtechnische Inhalte vermittelt, sondern auch Dinge gelernt, „die einen aufs Leben vorbereiten“. Entscheidend sei dabei, „zu lernen, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen, aus eigener Motivation heraus“.
Ausschussvorsitzende Stefanie Rennspieß sprach von einer „besonderen Atmosphäre“ im Feuerwehrhaus und informierte über aktuelle Themen aus dem Ausschuss. Einen freudigen Ausblick verband sie mit der Bauleitplanung für ein neues Feuerwehrhaus. Das Raumprogramm stehe, „es geht voran mit großen Schritten“. Der Prozess sei zügig und konstruktiv verlaufen. Ihr Dank galt den Aktiven und ihren Familien, „die das alles unterstützen“.
Ortsbürgermeisterin Vanessa Schenke betonte erneut ihren Stolz auf die Neuwarmbüchener Feuerwehr. „Das ist eine Wahnsinns-Truppe“, sagte sie mit Blick auf die Zahl der Aktiven in dem vergleichsweise kleinen Ort. Auch die Fördermitglieder seien wichtig, idealerweise solle „eigentlich jeder Einwohner förderndes Mitglied sein“. Die Feuerwehr sei im Ort eine Besonderheit, weil sie viele Aktivitäten über den Einsatzdienst hinaus übernehme. Die Feier zum 125-jährigen Bestehen bleibt in guter Erinnerung und soll als Dorffest fortgeführt werden. „Das, was ihr on top macht, ist nicht selbstverständlich“, sagte Schenke und dankte für die Einsätze ebenso wie den Familien. Auch sie überreichte ein Präsent.








Feuerwehr als verlässliche Konstante
Der stellvertretende Abschnittsleiter Dirk Thelow gab einen Überblick über das Einsatzgeschehen in der Region, in der durchschnittlich rund 24 Einsätze pro Tag zu bewältigen seien. Die Kinderfeuerwehr bezeichnete er als „Grundlage für die aktive Abteilung“. Es sei bemerkenswert, wie dieses Konzept eingeschlagen habe, vielerorts gebe es inzwischen Wartelisten. Der Dank gelte den Betreuern, deren Arbeit „enorm“ sei. „Feuerwehr funktioniert. Es kann ringsum Chaos herrschen, aber was immer funktioniert, ist Feuerwehr“, sagte Thelow. Diese Beobachtung sei für ihn immer wieder faszinierend. Auch er schloss mit einem Dank an die Familien.
Gemeindebrandmeister Marc Perl sprach über neue Dienstgrade, die auch für die Alters- und Ehrenabteilung eingeführt worden seien. Es gebe „keine zwei Klassen“. Neue Dienstanzüge seien im kommenden Jahren allerdings nicht vorgesehen, „das Geld kann sinnvoll an anderer Stelle eingesetzt werden“. Deutlich sprach er sich für ein neues Gerätehaus aus. „Ja, ich mag es auch kuschelig, aber es braucht das neue Gerätehaus, das braucht es auf jeden Fall.“ Politik und Verwaltung hätten das Thema im Blick, nun wünsche er sich, „dass hier entsprechend Fahrt aufgenommen wird“. Das sei auch ein Stück Anerkennung für die geleistete Arbeit.
Einsatzreiches Jahr und Blick nach vorn
Ortsbrandmeister Benedikt Labove berichtete ausführlich über das vergangene Jahr. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Feuerwehr Neuwarmbüchen 314 Mitglieder. Davon gehörten 33 der Einsatzabteilung an, aufgeteilt in 7 Frauen und 26 Männer. „Darunter, und das ist bemerkenswert, sind 20 Atemschutzgeräteträger“, so Labove. Hinzu kamen 11 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr, 6 in der Kinderfeuerwehr, 11 in der Alters- und Ehrenabteilung sowie 253 fördernde Mitglieder. Drei neue Aktive wurden im Jahr 2025 aufgenommen.
Die Zahl der Einsätze stieg auf 25 Alarmierungen, nach 12 im Jahr 2024. Neun Einsätze entfielen auf technische Hilfeleistungen, zehn auf Brandeinsätze, hinzu kamen sechs Fehlalarme. Labove erinnerte an personelle Veränderungen. Nach den Rücktritten von Frank Zeyn und Tim Leineweber habe es im Mai Beratungen über die Nachfolge gegeben. Am 19. Mai sei er kommissarisch eingesetzt worden, um die Handlungs- und Einsatzfähigkeit der Ortsfeuerwehr sicherzustellen. Die Wahl der Nachfolger folgte am 25. Juni. Wichtig seien „Zuverlässigkeit und Professionalität im Einsatzfall“ gewesen. Durch den hohen Ausbildungsstand sei dies stets gewährleistet gewesen. Neue Funktionen seien am 10. Oktober gewählt worden.
Auch die Ausbildung kam nicht zu kurz. Mehrere Lehrgänge wurden absolviert, darunter in der Modularen Grundausbildung, bei Maschinisten, im Atemschutz, bei Truppführern und in der Heißausbildung. „Ich bin da sehr, sehr zufrieden. Die Teilnehmerquote spricht für sich“, sagte Labove und dankte allen Ausbildern.
Neben dem Einsatzdienst prägten zahlreiche Veranstaltungen das Feuerwehrjahr, darunter Winterwanderung, Osterfeuer, der jährliche Tag der offenen Tür unter dem Motto „Auf ’ne Wurst“, Boßeln, die Begleitung des Laternenumzugs und eine Lichterfahrt im Dezember.
Mit Blick nach vorn sprach Labove von Jahren der Veränderung. Drei neue Fahrzeuge seien geplant, ein Löschfahrzeug 10, ein Gerätewagen Logistik und ein Mannschaftstransportwagen. Diese würden nicht nur moderner, sondern stärker auf Einsatzszenarien abgestimmt. Fahrzeuge allein reichten jedoch nicht aus. Das bestehende Feuerwehrhaus habe gute Dienste geleistet, doch die Anforderungen hätten sich geändert. „Das neue Feuerwehrhaus ist kein Luxus“, betonte Labove. Es sei eine Investition in die Zukunft und in die Einsatzbereitschaft. Die anstehenden Veränderungen sollten als Chance gesehen werden, die Feuerwehr leistungsfähiger und attraktiver für den Nachwuchs zu machen.
Einsätze, Nachwuchs und Ehrenamt
Gruppenführer Jan Jürgens ging detailliert auf die Einsätze ein. Die Zahl habe sich mehr als verdoppelt, von 12 Einsätzen im Jahr 2024 auf 25 im Jahr 2025. Besonders die Zahl der Brandeinsätze habe zugenommen. Anhand mehrerer Einsätze machte Jürgens deutlich, wie wichtig wasserführende Fahrzeuge und Logistikkomponenten seien und wie gut die Zusammenarbeit mit anderen Ortsfeuerwehren funktioniere. „Man sieht, wie wichtig solche Beschaffungen sind“, sagte er. Sein Dank galt allen Einsatzkräften für das „großartige Engagement“. Nach Einsätzen könne man immer wieder mit Stolz sagen: „Das haben wir gut gemacht.“
Ein besonderer Dank ging an Timo Berkelmann, Atemschutzgerätewart der Atemschutzstelle Altwarmbüchen, der bei jedem Einsatz unterstütze. „Solche Leute im Hintergrund brauchen wir, das macht uns stark“, sagte Jürgens und überreichte einen Präsentkorb.
Jugendfeuerwehrwart Michel Bonnecke berichtete von einem Jahr mit 3.750 geleisteten Stunden. Die Jugendfeuerwehr startete mit 16 Kindern, zum Jahresende waren es 11. Ein Übergang in die Einsatzabteilung habe stattgefunden. Das 50-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr sei im vergangenen Jahr mit Kindern und Betreuern gefeiert worden. Die Jubiläumsfeier sei für den 15. August 2026 geplant. Zahlreiche Veranstaltungen prägten das Jahr, zudem wurden Jugendflammen abgenommen.
Kinderfeuerwehrwartin Sophie Traue berichtete von sechs Kindern und vielen abwechslungsreichen Diensten. Spielerische Brandschutzerziehung, Erste Hilfe für Kinder, Bastelaktionen und kindgerechte Gerätekunde gehörten dazu. Die Kinderfeuerwehr habe am Laternenumzug teilgenommen und sei „ein wichtiger Bestandteil unserer Nachwuchsarbeit“. Interessierte Kinder seien jederzeit willkommen.
Der stellvertretende Ortsbrandmeister Sebastian Sörensen trug den Bericht der Alters- und Ehrenabteilung vor. Dort bestehe der Wunsch, sich stärker einzubringen und andere Abteilungen zu unterstützen. „Das hat bei uns offene Türen eingerannt“, hieß es dazu.
Beförderungen in der Einsatzabteilung
Ein weiterer Tagesordnungspunkt galt den Beförderungen in der Einsatzabteilung, die Ortsbrandmeister Benedikt Labove gemeinsam mit Gemeindebrandmeister Marc Perl vornahm. Zur Feuerwehrfrau wurde Gioia Ley ernannt. Benjamin Liese und Jakob Süßmuth erhielten den Dienstgrad Feuerwehrmann. Leonie Sophie Schenke wurde zur Oberfeuerwehrfrau befördert. Den Dienstgrad Hauptfeuerwehrmann erhielten Benjamin Winter und Mirco Sievers. Christoph Ley, der stellvertretende Ortsbrandmeister Sebastian Sörensen sowie Kinderfeuerwehrwartin Sophie Traue wurden jeweils zu Brandmeistern beziehungsweise zur Brandmeisterin ernannt.







Ehrungen und besondere Auszeichnungen
Im Rahmen der Ehrungen wurden zunächst langjährige fördernde Mitglieder für 25, 40 und 50 Jahre ausgezeichnet, von denen drei anwesend waren. Es folgten zahlreiche Beförderungen, die Ortsbrandmeister Labove und Gemeindebrandmeister Perl gemeinsam vornahmen.




Gemeindebürgermeister Mithöfer ehrte Michel Bonnecke mit der bronzenen Ehrennadel für zehn Jahre Tätigkeit in der Jugendfeuerwehr und damit als Mitglied des Ortskommandos. Sein „unermüdlicher Einsatz“ sei „aller Ehren wert“.
Weiter wurden nachträglich noch vier Hochwasserehrennadeln des Landes Niedersachsen als Dank für die Unterstützung beim Weihnachtshochwasser 2023/2024 verliehen.
Der stellvertretende Abschnittsleiter Dirk Thelow zeichnete André Rennspieß für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Niedersachsen aus.



Aus ihren Ämtern verabschiedet wurden der vormalige stellvertretende Ortsbrandmeister Tim Leineweber und Jugendfeuerwehrwartin Alicia Zeyn, die mit einem Geschenk und Blumen bedacht wurden und entsprechender Dank für ihre Tätigkeit ausgesprochen wurde.

Besonders emotional wurde es bei der Ehrung des ehemaligen Ortsbrandmeisters Frank Zeyn. Benedikt Labove würdigte dessen jahrzehntelanges Engagement und zeichnete seinen Weg in der Feuerwehr nach, der 1977 begann und zahlreiche Funktionen umfasste, darunter viele Jahre in der Jugend- und Gemeindefeuerwehrarbeit. Frank Zeyn bekleidete die Funktionen als stellvertretender Jugendfeuerwehrwart, Jugendfeuerwehrwart, stellvertretender Gemeindejugendfeuerwehrwart, Gemeindejugendfeuerwehrwart und stellvertretender Ortsbrandmeister und war seit dem 1. April 2015 über zehn Jahre „unser Ortsbrandmeister“, wie es Benedikt Labove beschrieb.
Insbesondere die Gründung der Kinderfeuerwehr 2017 fiel in seine Verantwortlichkeit und sei ein großer Meilenstein gewesen. Er habe sich über 31 Jahre in den verschiedenen Positionen „besondere Verdienste erworben“, so sein Nachfolger.
Dirk Thelow überreichte schließlich das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber, die zweithöchste Auszeichnung des Deutschen Feuerwehrverbandes an Frank Zeyn. Dieser nahm sie unter lang anhaltendem, stehendem Applaus sichtbar gerührt und mit Tränen in den Augen entgegen.
Zum Abschluss dankte Benedikt Labove allen Beteiligten. „Das, was ihr leistet, ist nicht selbstverständlich“, sagte er. Sein Dank galt den Einheitsführern, der Gemeindeverwaltung, der Gemeindefeuerwehrführung, den politischen Gremien und nicht zuletzt den Arbeitgebern und Familien, die das Engagement ihrer Mitarbeiter unterstützten.










