Schauspiel „Blind“ bildet den Abschluss der Burgdorfer Theatersaison
Foto: Theater für Niedersachsen, Tim Müller
Mit dem Schauspiel „Blind“ von Lot Vekemans verabschieden sich der VVV und die Stadt Burgdorf am Freitag, 29. Mai 2026, aus der aktuellen Gastspielzeit des Theaters für Niedersachsen. In der Inszenierung von Annalena Köhne übernehmen Gotthard Hauschild und Linda Riebau die Hauptrollen.
Bevor sich um 20 Uhr der Vorhang im Theater am Berliner Ring hebt, lädt um 19:30 Uhr eine kostenlose Einführung dazu ein, mehr über die Entstehungsgeschichte des Stücks zu erfahren. Eintrittskarten gibt es bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Telefon 05136/1862, sowie online über www.reservix.de. Jugendliche und VVV-Mitglieder erhalten Ermäßigungen.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Richard, der früher in der Wasserwirtschaft gearbeitet hat. Seit dem Tod seiner Frau hat er sich stark zurückgezogen. Um sein tägliches Wohlergehen kümmert sich seine Haushälterin Lizzy. Seine Tochter Helen besucht ihn nur selten. Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter ist angespannt, weil Richard Helens Ehemann wegen seiner Hautfarbe ablehnt.
An diesem Tag ist die Haushälterin jedoch nicht erschienen, und Helen muss einspringen. Ihr Vater ist auf Hilfe angewiesen, da ihm die Erblindung droht. Zwischen beiden beginnt eine Auseinandersetzung, in der Vater und Tochter sprachlich gewandt, politisch und sehr persönlich miteinander ringen. Es geht um Souveränität, Überzeugungen und ein selbstbestimmtes Leben, aber auch um gegenseitige Zuneigung und Liebe.
Die niederländische Autorin Lot Vekemans ist dem Publikum des Theaters für Niedersachsen bereits durch ihre Stücke „Gift. Eine Ehegeschichte“ und „Judas“ bekannt. Die Uraufführung ihres neuesten Werkes „Blind“ fand 2023 statt.
Das Stück verbindet Kontroverse und Zärtlichkeit und gibt Einblicke in eine familiäre Beziehung, die menschlich und tief angelegt ist. Der Theaterabend greift Themen wie Klimawandel und Rassismus auf, ohne mit erhobenem Zeigefinger zu erzählen. Immer wieder blitzt dabei auch Humor auf.
In einer Zeit, in der schnelle Antworten und pauschale Urteile über andere Ansichten verbreitet sind, zeigt „Blind“, wie wichtig es ist, einander zuzuhören. Das Stück versteht sich als Plädoyer für mehr Toleranz und zugleich als intensiver Abend der Schauspielkunst.
Nach der durch Umbauarbeiten verlängerten Sommerpause startet am Freitag, 11. Dezember, die Spielzeit 2026/27 mit Peter Shaffers „Komödie im Dunkeln“. Der Verkauf der neuen Abonnements beginnt im Spätsommer bei Bleich Drucken und Stempeln. Ab November sind auch Einzelkarten für alle Vorstellungen erhältlich.