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Sonnabend, 10.04.2021 - 14:13 Uhr

Initiative von Grundstückskäufern: Aus "Grotefricken Kamp" soll die Straße "In den Gärten" werden

Aufn.:

IMMENSEN

"Grotefricken Kamp" soll die Straße im Neubaugebiet an der Arpker Straße in Immensen heißen - das hat der Ortsrat im April vergangenen Jahres aus einer großen Auswahl an eingereichten Vorschlägen der Bürger beschlossen. Einige Familien des mittlerweile vollständig vermarkteten Baugebiets haben den Ortsrat bereits im vergangenen Herbst in einem persönlichen Schreiben gebeten, den Namen der zukünftigen Straße gemeinsam noch einmal neu zu diskutieren.

 

"Grotefricke" geht in der Dorfhistorie als ehemaliger Besitzer der Nachbarsländerein am heutigen Eilertweg bis ins 17. Jahrhundert zurück. Durch die Benennung der neu entstehenden Straße sollen die Erinnerungen an die damaligen Besitztümer aufrecht erhalten werden. Der Großteil der insgesamt 23 Familien, die sich mit dem Neubau ihrer Häuser in Immensen eine Zukunft aufbauen und deren Kindern schon bald zur nächsten Generation im Dorf gehören, haben nun zusammen mit der SPD im Ortsrat einen Antrag auf erneute Bürgerbeteiligung bei der Namensfindung eingereicht.

 

"Wir haben uns im Dorf umgehört und mit dem Namen Grotefricken konnte kaum jemand etwas anfangen. Da wir den Traditionsgedanken dahinter aber sehr schätzen und uns gerne aktiv in die Dorfgemeinschaft einbringen möchten, haben wir uns noch einmal intensiv mit der Historie beschäftigt und streben auf dieser Grundlage eine erneute, gemeinsame Diskussion mit dem Ortsrat zur Benennung der Straße an. Wir möchten aus voller historischer Überzeugung hinter dem traditionellen Straßennamen stehen - schließlich werden wir diesen in Form unserer zukünftigen Anschrift weit über die Immenser Dorfgrenze hinaustragen", erklärt Cordula Schultz, die bereits seit vielen Jahren in Immensen wohnt und nun im Baugebiet eines der Grundstücke erworben hat.

 

Auf dem Land des jetzigen Baugebiets durften geflohene Familien nach dem zweiten Weltkrieg Nahrungsmittel anbauen und sich damit in der schweren Zeit versorgen. Die Familien der nun dort entstehenden Häuser schlagen daher einen Namen vor, der bereits auch von Immenser Bürgern in der ersten Beteiligungsrunde im Frühjahr eingereicht wurde: "In den Gärten" soll mit der dahinterstehenden Geschichte ein Zeichen für die Offenheit und Hilfsbereitschaft in der Immenser Dorfgemeinschaft setzen und Menschen aus aller Welt willkommen heißen.

 

"Mit der Namensgebung der Parallelstraße 'Eilertweg' wurde ein Aufschlag für die Widmung des hilfsbereiten Einsatzes der Immenser bereits vor einigen Jahren gemacht - Frau Eilert setzte sich ehrenamtlich für die Versorgung und Aufnahme der Flüchtlinge ein", betonen die Familien. "Wir finden, für einen Straßennamen am Ortseingang gibt es keine schönere Tradition und Geschichte, als einen Namen, der die Gastfreundschaft und Herzlichkeit des Dorfes betitelt", sagt Björn Bodensieck, der mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter aus Hannovers Südstadt bald nach Immensen ziehen wird. "Am kürzlich eröffneten Dorfladen sehen wir, dass wir Teil einer starken Gemeinschaft werden dürfen, in der man sich gegenseitig unterstützt und füreinander da ist. Das finden wir toll und möchten dieser menschlichen Tradition mit der Benennung unserer Straße ein Zeichen setzen. Gerade in diesen Zeiten ist der Zusammenhalt untereinander wichtiger denn je", betont der Lehrter Hendrik Edeler, der zusammen mit seiner Frau eines der Häuser beziehen wird.

 

Die alte Hofstelle und der damit verbundene Name "Grotefricke" soll aber keinesfalls in Vergessenheit geraten - mit einer Informationstafel am Eingang der neuen Straße könnte das historische Erbe für Besucher und Einheimische sowohl sichtbar als auch informativ gewürdigt werden, erklären die Initiatoren.

 

Die gemeinsame Diskussion über den Straßennamen ist für die kommende Ortsratsitzung am 14. April 2021 in der Kleinen Sporthalle der Heinrich-Bokemeyer-Grundschule angedacht.

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