Region Hannover

IG BAU fordert Anpassung der Rente an harte körperliche Arbeit

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Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt fordert, die Rente stärker am „Härtegrad der Arbeit“ auszurichten. Hintergrund sind nach Angaben der IG BAU Niedersachsen-Mitte aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur: Von rund 13.100 Bauarbeitern in Stadt und Region Hannover seien lediglich etwa 550 Beschäftigte älter als 63 Jahre.

„Ob Maurer, Dachdecker, Kanal- oder Straßenbauer: Sie machen harte körperliche Arbeit. Und das bei Wind und Wetter – bei Hitze und Frost“, sagt Stephanie Wlodarski, Vorsitzende der IG BAU Niedersachsen-Mitte. Für viele Beschäftigte sei gesundheitlich bereits vor dem 60. Lebensjahr Schluss. „Sie packen die Arbeit auf dem Bau gesundheitlich dann einfach nicht mehr“, so Wlodarski.

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Die Gewerkschaft kritisiert vor diesem Hintergrund die Pläne der Rentenkommission, die die Bundesregierung umsetzen will. „Es schafft kaum einer, auf dem Bau bis 67 zu arbeiten. Wenn es demnächst dann noch länger gehen soll: keine Chance“, sagt Wlodarski. Aus Sicht der IG BAU fehle eine Flexi-Rente, also die Möglichkeit vernünftiger Übergänge vom Arbeitsleben in den Ruhestand für Branchen, in denen Beschäftigte gesundheitlich früher an ihre Grenzen kommen.

Eine faire Rente müsse dem „Härtegrad der Arbeit“ angepasst werden, fordert Wlodarski. Betroffene bräuchten einen „Expresszugang in den regulären Ruhestand“. Das gelte nicht nur für die Baubranche, sondern auch für die Land- und Forstwirtschaft, die Gebäudereinigung sowie den Garten- und Landschaftsbau.

Appell an Bundestagsabgeordnete

Die IG BAU Niedersachsen-Mitte appelliert an die Bundestagsabgeordneten aus Stadt und Region Hannover, „Renten-Rückgrat“ zu zeigen und die Pläne der Bundesregierung zu korrigieren. Andernfalls würden Berufe, in denen körperlich hart gearbeitet werde, weiter an Attraktivität verlieren.

Ein weiterer Kritikpunkt der Gewerkschaft ist eine mögliche Abschaffung der Rente mit 63. „Das wäre gerade für viele Baby-Boomer ein Schlag ins Gesicht. Es macht ihnen nämlich einen dicken Strich durch ihre Lebensplanung“, sagt Wlodarski.

Nach Angaben der IG BAU Niedersachsen-Mitte gibt es in Stadt und Region Hannover 170.500 Baby-Boomer, die in den kommenden zehn Jahren in Rente gehen werden. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Berechnungen des Pestel-Instituts.

Viele Menschen dieser Jahrgänge hätten ihre Beitragsjahre bereits voll. „Sie haben 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt und damit eine enorm lange Zeit ihres Lebens gearbeitet. Ihnen jetzt – gewissermaßen kurz vor knapp – die Rente mit 63 vor der Nase wegzuschnappen, das geht nicht. Das kostet politisches Vertrauen – und Vertrauen in den Staat“, sagt Wlodarski.

Auch beim Rentenniveau sieht die IG BAU Handlungsbedarf. Die Gewerkschaft fordert eine garantierte Haltelinie und warnt vor einem Absenken des Rentenniveaus unter 48 Prozent ab 2031. „Auch hier muss die Rentenpolitik Verantwortung zeigen: Rente ist politische Vertrauenssache“, so Wlodarski.

Die Bundesregierung müsse klarstellen, dass es keinen Einbruch beim Rentenniveau gebe, auch nicht beim Übergang zu einer kapitalgedeckten Zusatzrente. Grundsätzlich müsse das Rentenniveau schnell wieder auf mindestens 53 Prozent steigen. Auch dafür sollen sich nach Forderung der IG BAU Niedersachsen-Mitte die heimischen Bundestagsabgeordneten in ihren Fraktionen in Berlin stark machen.

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