Hochschule Hannover startet neuen Masterstudiengang für Erweiterte Pflegepraxis
Foto: Ulf Ostlaender
Die Hochschule Hannover führt zum Wintersemester 2026/27 einen neuen Masterstudiengang für Erweiterte Pflegepraxis ein. Der Studiengang „Erweiterte Pflegepraxis Advanced Nursing Practice (ANP) / Community Health Nursing (CHN)“ soll auf Herausforderungen wie demografischen Wandel, Fachkräftemangel und wachsende Versorgungslücken im Gesundheitssystem reagieren.
Mit dem neuen Angebot an der Fakultät V – Diakonie, Gesundheit und Soziales will die Hochschule Hannover Pflegefachpersonen berufsbegleitend auf eine eigenverantwortliche, evidenzbasierte Tätigkeit in der Versorgung von Menschen mit komplexen Bedarfen vorbereiten. Dazu gehören unter anderem chronische Erkrankungen, psychosoziale Fragestellungen und Gesundheitskompetenz.
„Das deutsche Gesundheitssystem steht vor tiefgreifenden Herausforderungen: Die Bevölkerung wird älter, Krankheitsbilder komplexer, Hausärztinnen und -ärzte – vor allem auf dem Land – immer knapper. Gleichzeitig bleiben die Kompetenzen hochqualifizierter Pflegender hierzulande häufig ungenutzt“, erklärt Prof. Dr. Kirsten Kopke, Professorin für Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt erweiterte Pflegepraxis und Beratung.
Advanced Practice Nurses und Community Health Nurses könnten nach Angaben der Hochschule dabei helfen, Versorgungslücken zu schließen. Sie unterstützen chronisch Kranke im Alltag, verbessern die Gesundheitskompetenz, ermöglichen niedrigschwellige Zugänge zu Hilfe und können vermeidbare Krankenhausaufenthalte verhindern.
Der Masterstudiengang ist auf fünf Semester angelegt. Die direkte klinische Praxis in unterschiedlichen Bereichen bildet den Kern des Studiums. Fünf übergeordnete Themenfelder strukturieren das Curriculum: Erweiterte Pflegepraxis, Forschung, Community Health Nursing, Professionsentwicklung sowie die Reflexion des eigenen Handelns. Interprofessionalität und Diversität sind als Querschnittsthemen vorgesehen.
„Mit diesem zukunftsweisenden Studiengang setzen wir in der Region ein klares Zeichen: Pflege ist nicht nur systemrelevant – sie ist systemgestaltend. Einen Masterabschluss, der Erweiterte Pflegepraxis in dieser Breite und Tiefe vereint, gibt es in Niedersachsen bislang nicht. Wir sind überzeugt, dass wir damit einen Studiengang einführen, der die Versorgungslandschaft der Region und darüber hinaus nachhaltig mitgestalten kann“, sagt Prof. Dr. Nina Fleischmann, Professorin für Pflegewissenschaft an der Hochschule Hannover.
Absolventen können später in unterschiedlichen Bereichen arbeiten, darunter Gemeinden und kommunale Gesundheitsämter, hausärztliche Praxen, PORT-Zentren und Medizinische Versorgungszentren, Beratungsstellen und Pflegestützpunkte, ambulante Pflegedienste sowie stationäre Einrichtungen der Langzeit- und Akutversorgung. Besonders gefragt seien sie nach Angaben der Hochschule dort, wo der Versorgungsdruck hoch ist, etwa in strukturschwachen ländlichen Regionen und sozial benachteiligten Stadtteilen.
Die erste Bewerbungsphase für den neuen Masterstudiengang läuft noch bis zum 15. Juli 2026. Der Studiengang startet erstmals im September 2026 und richtet sich an Bewerber mit einem Bachelor- oder gleichwertigen Abschluss in einem pflegebezogenen Studiengang mit mindestens 30 Credit Points Pflegewissenschaft sowie einer pflegerischen Berufszulassung. Ausländische Abschlüsse werden nach den Bewertungsvorschlägen der Kultusministerkonferenz anerkannt.
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