Foto: Danny Schack
Wehmingen wurde am vergangenen Sonnabend, 13. Juni 2026, wieder zum Treffpunkt der Indiaca-Szene. Beim Sir Tobey Masters 2026 kamen auf der Bürgerwiese 40 Mannschaften, mehr als 200 Spieler und über den Tag verteilt mehr als 300 Gäste zusammen. Zwei Regenpausen, zwei Pools, Musik, ein großes Turnierdorf und ein spannendes Finale machten die Veranstaltung erneut zu einem besonderen Sport- und Dorffest.
Was 2013 oder 2014 auf einem Grundstück neben der heutigen Bürgerwiese mit rund 30 Teilnehmern begann, ist inzwischen deutlich gewachsen. Viele Mannschaften reisen mittlerweile schon am Vortag an, bauen Zelte und Pavillons auf und richten kleine Lager ein. In diesem Jahr kam sogar ein zweiter Bereich hinzu, weil die Sägerei Herbing ihre Wiese bereitstellte, auf der weitere Mannschaften ihr Lager aufschlagen konnten.
Für Festivalstimmung sorgte erneut DJ Norminez. Er baute seine Anlage im großen Spielturm mit Rutsche auf, der inzwischen auch Motiv der Fanshirts ist, und hielt die Stimmung selbst während der Regenpausen hoch. Statt abzubrechen, wurde im Regen getanzt.
Sportlich setzte sich in der 1. Liga das Team „Alles Außer Scharf“ aus Bolzum durch. Die Mannschaft, die sich vor einigen Jahren dem SV Bolzum angeschlossen hat, war bereits 2025 Zweiter geworden und trainiert inzwischen mehrfach im Monat über das Jahr hinweg. Im Finale gewann „Alles Außer Scharf“ gegen „Die 24“ aus Ilten, die unter der Fahne des TVE antraten. Der SV Bolzum war insgesamt mit vier Mannschaften vertreten. Der Sieg in der 1. Liga ist beim Sir Tobey Masters mehr als ein Pokalerfolg, denn nur der Gewinner darf sich mit Mannschafts- und Teamnamen auf dem „Holz der Ehre“ verewigen.
Der Vorjahressieger „Zabergäu Squad“ aus Nordhausen war ebenfalls wieder dabei. Das Team spielte eine starke Ligaphase und wurde dort Zweiter in der 1. Liga, unterlag im Viertelfinale aber knapp mit 18:20 gegen „Die 24“. Das Team steht in fast gleicher Besetzung bereits am kommenden Sonnabend wieder auf dem Feld, dann in einem Spiel um die Deutsche Meisterschaft. Damit waren in Wehmingen nicht nur Hobby- und Spaßmannschaften am Start, sondern auch erfahrene Indiaca-Spieler.
Auch „Ave Caesar“ war wieder vertreten. Die Mannschaft spielte sich bis ins Halbfinale der 1. Liga, verlor dort gegen den späteren Sieger „Alles Außer Scharf“ und belegte am Ende Platz vier. In der 1. Liga gewann „Alles Außer Scharf“ aus Bolzum vor „Die 24“ aus Ilten, „Pudelwohl 2“ aus Sehnde und „Ave Caesar“ aus Sehnde.
In der 2. Liga sah es nach der Ligaphase zunächst nach einer klaren Sache für „Bier Connetion“ aus Ahlten aus. Das Team führte die Tabelle nach der Ligaphase an. In der K.o.-Phase drehten jedoch „Die Unentschlossenen“ auf, gewannen ihr Halbfinale gegen die „SturzflugStaffel“ und setzten sich im Finale mit 2:0 gegen „DrüberGuckZwei“ durch. Damit gewann „Die Unentschlossenen“ vor „DrüberGuckZwei“, den „Sehnder Devils“ und der „SturzflugStaffel“ aus Wehmingen. Der Titel „Sieger der Herzen“ ging per App-Voting an die „Schmelzschwestern“ und wurde vom Sponsor Zahnärzte Zentrum Ladeholz vergeben.
Der Turniertag hatte neben sportlichen Höhepunkten auch ungeplante Momente. Bereits um 9:50 Uhr und damit zehn Minuten vor der offiziellen Eröffnung musste der Rettungsdienst wegen einer ausgekugelten Schulter anrücken. Der betroffene Spieler musste medizinisch versorgt werden, stand später aber wieder bei der Siegerehrung auf dem Platz.
Abseits der Felder wurde ebenfalls viel geboten. Die Firma Beermann sponserte ein 25 mal 6 Meter großes Banner. Sascha Ulla vom REWE Sehnde stellte Spezialitäten-Gewinnkörbe für die ersten drei Plätze bereit. Die VGH Thies Bröcker spendierte zum Antritt mit Hymne, „Holz der Ehre“, Fackeln und Bengalos für die Spieler eine Sangria-Bowle.
Für das leibliche Wohl sorgten unter anderem Wild-Burger von Jan Benwig, der während des Turniers sogar Nachschub holen musste, ein Cocktailwagen und ein Eiswagen. Familie Schack kümmerte sich ehrenamtlich rund zwölf Stunden lang um den Ausschank. Ihre Tiki-Bar mit Sofa und Blick „auf das Meer“ wurde von vielen Teilnehmern besonders gelobt. Am Ende des Tages waren nach Angaben der Organisatoren alle Vorräte aufgebraucht.
Auch organisatorisch entwickelte sich das Turnier weiter. Dani Herbing und ihr Team administrierten den kompletten Turniertag über eine eigens programmierte App. Spielpläne, Ergebnisse, Teamübersichten und Abläufe konnten dadurch zentral gesteuert werden. Im Vorfeld war das Sir Tobey Masters außerdem bei radio ffn angekündigt worden. Die Turnier-Hymne ist auf der Homepage über Spotify zu hören, auch das Aftermovie ist dort eingebunden.
Mitveranstalter und Gründer Marcel Aue zog nach dem Turnier ein positives Fazit. „Das war schon wieder das beste Turnier bis hierhin. Sollte es eine 2027-Version geben, müssen wir uns wirklich etwas Abgefahrenes ausdenken.“ Veranstalter Nick Hapke betonte: „Es ist einfach schön, dass einmal im Jahr alle zusammenkommen und friedlich und fair miteinander diese Randsportart spielen.“ Auch Felix Herbing, ebenfalls Hauptveranstalter, war zufrieden: „Ablauf- und orgatechnisch ist das super gelaufen.“
Auch aus dem Teilnehmerfeld gab es positive Rückmeldungen. Ein Spieler aus Ilten schrieb nach dem Turnier: „Jeder von uns bekommt beim Gedanken an das Sir Tobey Gänsehaut und gefühlt Tränen in den Augen. Bitte behaltet noch lange das Feuer und die Motivation dafür in euch. Es werden dir viele hundert Menschen danken.“ Aus Wehmingen selbst wurde das Turnier als „super tolle Veranstaltung“ beschrieben. Gelobt wurden Stimmung, Menschen, Verpflegung und DJ.
Warum das Turnier eigentlich Sir Tobey Masters heißt, weiß heute niemand mehr genau. Eine Theorie hält sich jedoch hartnäckig: Ein alkoholisierter Spieler soll vor jedem Aufschlag „Sir Tobey!“ gerufen haben, damit sich alle entsprechend konzentrieren. Ob diese Geschichte stimmt, bleibt offen.
Klar ist jedoch, dass aus dem einstigen kleinen Garten-Turnier ein Ereignis geworden ist, das längst über ein normales Hobbyturnier hinausgeht. Mannschaften kommen verkleidet, tragen auffällige Namen und kämpfen um Punkte, Pokale und die Verewigung auf dem „Holz der Ehre“. Das Sir Tobey Masters ist damit nicht nur für die Spieler ein Jahreshöhepunkt, sondern zunehmend auch für Wehmingen selbst.