NGG appelliert zum Welt-Trinkgeld-Tag an Gäste
Foto: NGG, Tobias Seifert
Zum Welt-Trinkgeld-Tag am Donnerstag, 21. Mai, appelliert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten an Gäste in Hannover und der Region, beim Trinkgeld nicht zu sparsam zu sein. Nach Angaben der NGG gibt es in der Stadt und Region Hannover rund 25600 Beschäftigte in Biergärten, Gaststätten, Restaurants und Hotels, für die Trinkgeld eine wichtige zusätzliche Einnahme ist.
„Der Rest ist für Sie“ oder „Stimmt so“ seien Sätze, die Kellner in Restaurants und Biergärten gerne hörten, sagt Philipp Thom von der NGG Hannover. Feste Regeln für die Höhe des Trinkgeldes gebe es zwar nicht. Als Faustregel nennt die Gewerkschaft jedoch etwa 10 Prozent des Rechnungsbetrages. Auch 15 Prozent seien angemessen. „Denn Trinkgeld ist für alle Kellnerinnen und Köche in der Stadt und Region Hannover wichtig. Immerhin verdienen sie nicht wirklich üppig“, so Thom.
Der Geschäftsführer der NGG Hannover betont, dass Trinkgeld immer zusätzlich zum Lohn gezahlt werden müsse. Es sei ein Bonus für freundlichen Service und gut zubereitetes Essen. „Trinkgeld ist Wertschätzung“, sagt Thom. Gastronomen, die Trinkgeld mit dem Lohn verrechnen wollten, erteilt die Gewerkschaft eine klare Absage. „Das ist absolut tabu. Denn Lohn ist Lohn. Und Tip ist Tip“, macht Thom deutlich.
Nach Angaben der NGG ist es üblich, Trinkgeld im Team gerecht zu teilen. Auch Küchenhilfen und Minijobber, die etwa im Biergarten aushelfen, sollten dabei berücksichtigt werden.
Gästen rät die Gewerkschaft, beim Trinkgeld ruhig nachzufragen, besonders bei Kartenzahlung. Dabei könne geklärt werden, ob das zusätzlich gezahlte Trinkgeld tatsächlich beim Service und in der Küche ankommt. Kartenlesegeräte, die auf dem Display bereits Trinkgeldbeträge vorschlagen, sieht Thom kritisch. Viele Gäste seien von der Auswahl zwischen mehreren Prozentwerten genervt oder überfordert und wählten dann die Taste „Kein Trinkgeld“. Das hätten weder guter Service noch eine gute Küche verdient.
Besonders wenig Trinkgeld komme nach Beobachtung der NGG häufig in Fast-Food-Restaurants an. Gerade bei Burgern, Pizza, Pommes, Hotdogs, Chicken Wings, Döner oder Currywurst werde oft gespart, obwohl die Beschäftigten dort häufig nicht gut bezahlt würden.
Zugleich macht die Gewerkschaft deutlich, dass Trinkgeld keine fairen Löhne ersetzen könne. „Trinkgeld hat null Einfluss auf die Rente. Daher lieber Lohn rauf: Am Tariflohn führt schon deshalb kein Weg vorbei“, sagt Thom.