Burgdorf

Neue Kita für Ehlershausen: Ortsrat setzt auf Modulbau parallel zum Wald

[EHLERSHAUSEN]

Der Entschluss steht längst: Die Kita in Ramlingen-Ehlershausen muss neu gebaut werden. Was noch nicht feststeht, ist wie — und genau damit beschäftigte sich am heutigen Montagabend,8. Juni 2026, eine gemeinsame Sitzung des Ausschusses für Jugendhilfe und Familie gemeinsam mit dem Ortsrat Ramlingen-Ehlershausen. Das Ergebnis war ein klares Signal aus dem Ortsrat, das vom Ausschuss einmütig mitgetragen wurde: Bevorzugt wird Variante 4 in Modulbauweise.

Bilal Baran von der Gebäudewirtschaft der Stadt Burgdorf und sein Planungsteam hatten vier Konzeptvarianten ausgearbeitet und vorgestellt. Das Grundproblem ist komplex: Die neue Kita muss 1.800 Quadratmeter Nutzfläche bieten, der laufende Betrieb darf während des Baus nicht unterbrochen werden, ein Waldabstand von 30 Metern ist Pflicht, der Sportplatz soll möglichst erhalten bleiben — und obendrein laufe gerade noch eine artenschutzfachliche Untersuchung, ob sich im Bereich seltene Eidechsenarten tummeln, die dort vermutet werden.

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Die vier Varianten reichen von einem eingeschossigen L-förmigen Bau über eine Errichtung parallel zur Waldstraße in mehreren Bauabschnitten bis hin zu zwei zweigeschossigen Lösungen. Eine Bewertungsmatrix der Stadtplanung sieht Variante 3 — einen zweigeschossigen Kubus — knapp vorne, gefolgt von Variante 4.

Der Ortsrat hatte eine klare Meinung

Ramlingen-Ehlershausens Ortsbürgermeister Wolfram Nolte ließ keinen Zweifel daran, welche Lösung der Ortsrat favorisiert. Variante 4 sieht vor, das neue Gebäude parallel zum Wald zu errichten — was eine Rodung von rund 1.000 Quadratmetern erfordert, den Sportplatz aber unangetastet lässt. Nolte nahm die Bedenken vorweg: Wer dort hinschaut, sehe kein hochwertiges Gehölz, sondern ein „strukturarmes Stangengehölz mit geringem ökologischen Wert“. Die Untere Naturschutzbehörde und eine Revierförsterin haben das Gelände begutachtet und bestätigt, dass eine Rodung ökologisch vertretbar sei — zumal die Fläche danach nicht versiegelt, sondern gemeinschaftlich durch Kita, Schule und Ehrenamt aufgewertet werden könne.

Was Nolte aber mindestens genauso wichtig war wie die Frage der Variante: das Tempo. Vor einigen Jahren gab es beim Bau der Interimsräume erhebliches Verkehrschaos am Morgen. Das hat sich inzwischen durch gemeinsames Nachdenken mit Eltern und Kita-Vertretung verbessert — und diese Erfahrung soll unbedingt in die neue Planung einfließen. „So gut, dass es auch in die Planung einfließen muss“, sagte Nolte. Er betonte zudem: Eine Sanierung der Grundschule oder der Sporthalle darf auf keinen Fall parallel laufen.

Und dann ist da noch der Bolzplatz. Für Variante 4 bleibt er erhalten — ein Argument, das beim Ortsrat stark wiegt, weil der Platz nicht nur zum Kicken genutzt wird, sondern ein echter Jugendtreffpunkt im Ort ist.

Elf Millionen Euro, frühestens 2028

Die Kosten für den Neubau liegen je nach Variante und Bauweise zwischen 10,3 und 12,8 Millionen Euro, im Durchschnitt bei rund 11,4 Millionen. Davon entfallen etwa 60 Prozent auf das Gebäude selbst, der Rest verteilt sich auf Außenanlagen, eventuelle Sportplatzdrehung, Herrichten des Grundstücks und Baunebenkosten und ähnliches. Diese erhöhten Nebenkosten entstehen, weil hier eben nicht auf der grünen Wiese gebaut wird.

Ob konventionell oder in Modulbauweise gebaut wird, mache, so Nolte, ebenfalls einen Unterschied — nicht nur beim Preis, sondern vor allem bei der Bauzeit. Konventionell würde bis zu 48 Monate dauern, Modulbauweise käme auf etwa 30 Monate. Nolte rechnete realistisch vor: Wenn die Politik bis Anfang 2027 eine Entscheidung trifft und danach zügig ein Architekturbüro ausgeschrieben wird, könnte das Gebäude in Modulbauweise im Spätsommer 2028 fertig sein. Baran kalkuliert eher mit Sommer 2029 inklusive Außenanlagen.

Als nächster Schritt wird ein Planungsbüro ausgeschrieben, das dann im Laufe des Jahres 2027 konkrete Varianten zur politischen Abstimmung vorlegen soll. Eine verbindliche Entscheidung über die Umsetzung fällt voraussichtlich im Sommer 2027. Bis dahin gilt: Konzept steht, Richtung ist klar — und der Ortsrat schaut genau hin.

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