Weniger Unfälle in der Region Hannover, aber mehr Verkehrstote

In der Stadt und Region Hannover ist die Zahl der Verkehrsunfälle 2025 zum dritten Mal in Folge gesunken. Dennoch stiegen sowohl die Zahl der Verkehrstoten als auch die Zahl der Schwerverletzten. Das geht aus dem Verkehrssicherheitsbericht 2025 der Polizeidirektion Hannover hervor, der am Dienstag, 14. April 2026, vorgestellt wurde.
Insgesamt registrierte die Polizei 35.587 Verkehrsunfälle. Das waren 207 weniger als im Vorjahr und entspricht einem Rückgang um 0,6 Prozent. Gleichzeitig kamen 34 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, zwei mehr als 2024. Auch die Zahl der Schwerverletzten stieg von 494 auf 514. Die Zahl der Leichtverletzten erhöhte sich ebenfalls und lag bei 6111.
Polizeivizepräsident Stefan Sengel wertet die Entwicklung zwiespältig. Die erneut gesunkenen Gesamtunfallzahlen seien eine gute Nachricht. Der Anstieg bei den Getöteten und Verletzten zeige jedoch, dass in der Verkehrssicherheitsarbeit nicht nachgelassen werden dürfe.
Besonders auffällig ist der starke Anstieg bei den getöteten Radfahrern. Zehn Menschen kamen 2025 auf dem Fahrrad ums Leben, sieben mehr als im Jahr zuvor. Sechs der Todesopfer waren mit einem Pedelec unterwegs. Erstmals waren damit nicht mehr Pkw-Insassen die größte Gruppe unter den Verkehrstoten, sondern Radfahrende. Zudem wurden acht Fußgänger, fünf Kradfahrer und zwei Lastwagenfahrer tödlich verletzt.
Auch bei den besonders gefährdeten Gruppen zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Zahl der verunglückten Kinder stieg leicht auf 486. Zwei Kinder kamen ums Leben. Bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren wurde dagegen erstmals kein Todesopfer registriert, obwohl die Zahl der Verletzten in dieser Altersgruppe leicht zunahm. Bei den Senioren setzte sich der negative Trend fort. 1017 Menschen ab 65 Jahren wurden im Straßenverkehr verletzt oder getötet. 19 von ihnen starben, sieben mehr als im Vorjahr. Damit gehörte mehr als die Hälfte aller Verkehrstoten dieser Altersgruppe an.
Bei E-Scooter-Fahrenden nahm die Zahl der Betroffenen erneut deutlich zu. Insgesamt wurden 355 Menschen auf E-Scootern bei Unfällen verletzt oder getötet. Das waren 61 mehr als im Vorjahr. Erstmals starben dabei auch zwei E-Scooter-Fahrende.
Zu den häufigsten Ursachen tödlicher Unfälle zählten Fehler beim Abbiegen oder Wenden, Vorfahrtsverstöße und Fehlverhalten von Fußgängern. In vier Fällen spielte überhöhte Geschwindigkeit die entscheidende Rolle. Daneben registrierte die Polizei auch weiterhin zahlreiche Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. 463 Fälle betrafen dabei Fahrten unter Cannabiseinfluss, hinzu kamen 50 Fälle von Mischkonsum mit Alkohol.
Die Polizeidirektion Hannover kündigt an, ihre Präventionsarbeit und Kontrollen weiter auf die Hauptunfallursachen und besonders gefährdeten Gruppen auszurichten. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf Rücksichtnahme, Achtsamkeit und Sicherheit im Radverkehr liegen.