Nach fünfmonatiger Verspätung wird „Gertrud“ offiziell in Dienst genommen
Foto: Bastian Kroll
Am heutigen Freitag, 10. April 2026, hat die Ortsfeuerwehr Katensen ihr neues Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W) offiziell in Dienst genommen – mit fünf Monaten Verspätung und einer kleinen Geschichte, die André Judel gut für die Annalen seiner Wehr aufheben darf. Denn Katensen hatte das Pech, ein sogenanntes Montagsauto zu erwischen: Das neue Fahrzeug musste unmittelbar nach der Auslieferung im Juni 2025 wieder in die Werkstatt. Nach auf den Tag genau fünf Monaten war es zurück. Heute konnte die Übergabe feierlich begangen werden.
Ortswehrmeister André Judel begrüßte zur feierlichen Übergabe am heutigen Freitag zahlreiche Gäste am Feuerwehrhaus im Burgdorfer Weg, darunter Brandschutzabschnittsleiter Tobias Jacob, sein Stellvertreter Tim Herrmann, Gemeindebrandmeister Uwe Richter, der Vorsitzende des Feuerwehrausschusses, Wulf Langeheine, der zweite Gemeinderat Lorenz Bode, Volker Böhnke von der Gemeindeverwaltung sowie Ortsbürgermeister Olaf Reese mit Mitgliedern des Orts- und Gemeinderates. Schützenchef Detlef Reinecke war ebenso gekommen wie Pastor Dr. Tibor Anca von der Kirchengemeinde An Aue und Fuhse. Abordnungen der Ortsfeuerwehren aus Altmerdingsen, Dollbergen, Hänigsen, Schwüblingsen, Dedenhausen und Uetze begleiteten die Feier.



„Es ist alles gut geworden“
Für den erkrankten Gemeindebürgermeister Florian Gahre übernahm der zweite Gemeinderat Lorenz Bode das Grußwort – und verknüpfte es mit einer persönlichen Anekdote: Dieses Fahrzeug war der erste Fall, der nach seinem Dienstantritt auf seinem Schreibtisch landete. Ausgeliefert war es zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal. „Es ist alles gut geworden“, sagte Bode, der die Gelegenheit nutzte, den Einsatzkräften ausdrücklich für ihre Geduld und ihren Durchhaltewillen zu danken. Es sei sicherlich nicht einfach gewesen, die Motivation über diesen langen Zeitraum hochzuhalten – doch die Motivation sei immer da gewesen, hatte er erkannt. „Das ist vorbildlich für die gesamte Gemeinde“, betonte Bode und sprach den Dank der Verwaltung an die Feuerwehrkräfte aus. Er überreichte den symbolischen Schlüssel zunächst an Gemeindebrandmeister Uwe Richter, der ihn wiederum in die Hände von Katensens Ortsbrandmeister André Judel gab.



Gemeindebrandmeister Uwe Richter freute sich, dass das Fahrzeug endlich seinen Platz gefunden hat, und dankte allen Beteiligten, die an der langen Beschaffung mitgewirkt hatten.
Wulf Langeheine, Vorsitzender des Feuerwehrausschusses, unterstrich die politische Rückendeckung für die Wehr: „Dies ist ein wichtiger Tag für die Ortsfeuerwehr.“ Die Feuerwehr stehe bei allen Aufgaben der Gemeinde nicht zur Disposition – parteiübergreifend stünden die politischen Gremien hinter ihr. Das neue Fahrzeug bringe zudem Stabilität, denn moderne Technik sei wichtig, um sich weiterzuentwickeln. Doch nicht nur das Fahrzeug sei entscheidend, sondern auch die Menschen, die es bedienen. Brandschutzabschnittsleiter Tobias Jacob schloss sich dem an: „Es ist ein wichtiger Schritt nach vorne – auch zur Motivation“, auch wenn es mit dem Fahrzeug anfangs Startschwierigkeiten gegeben hat. Der Abschnittsleiter erinnerte daran, dass es eine schwierige Geburt für dieses Fahrzeug gewesen sei – das nun aber für mindestens 20 Jahre seinen Dienst in Katensen leisten soll. Etwas Gelächter war ihm da sicher. Am Ende stellte sich heraus, dass es ein Softwareupdate war, welches eine reibungslose Auslieferung verhindert hatte.
„Gertrud“ heißt sie
Pastor Dr. Tibor Anca hatte sich für die Übergabe eine besondere Geste überlegt. Er taufte das neue Fahrzeug: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr, taufe ich dich auf den Namen Gertrud“, so der Pastor. „Nun ist es raus“ kommentierte es Ortswehrmeister André Judel schmunzelnd: „Aber wir haben ja auch schon eine Marlene – und damit nun zwei Frauen.“ Pastor Anca überreichte der Ortsfeuerwehr zudem einen Schlüsselanhänger in Form eines Engels und segnete die Einsatzkräfte. Der Wunsch, dass immer alle heil nach Hause kommen, zog sich durch alle Grußworte des Abends.



André Judel schloss die Feierstunde mit Dank an die Gemeinde, alle Beteiligten der langen Beschaffung und an den Förderverein, der die Kosten für den anschließenden geselligen Teil mit Speis und Trank übernommen hatte.
Das TSF-W – die Technik
Das neue TSF-W auf dem Fahrgestell IVECO Daily ist mit einer Integralkabine beschafft worden: Es führt zwei Atemschutzgeräte im Mannschaftsraum mit, die bereits während der Anfahrt zur Einsatzstelle angelegt werden können. Zwei weitere Atemschutzgeräte befinden sich im Aufbau. Als Besonderheit verfügt das Fahrzeug über einen größeren Löschwasserbehälter mit 800 Litern Fassungsvermögen sowie über zusätzliche Lagerungen für Motorsäge und Zubehör, Stromerzeuger und Beleuchtungsmaterial sowie Schaumausstattung. Eingebaut sind außerdem ein Lichtmast mit vier LED-Scheinwerfern, ein Hygienebord, eine Standheizung und eine Rückfahrkamera. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 3,0-Liter-Dieselmotor mit 152 kW und einer 8-Gang-Wandlerautomatik; das Gesamtgewicht beträgt 7.200 Kilogramm.
Das TSF-W ersetzt einen VW LT TSF-W aus dem Baujahr 2003. Neu hinzugekommen sind neben dem Fahrzeug auch ein neuer Stromerzeuger sowie eine neue Tragkraftspritze des Typs Ultra Power 4.
Die gemeinsame Beschaffung für Katensen und Obershagen war im Januar 2019 im Feuerwehr-Bedarfsplan der Gemeinde Uetze festgeschrieben worden. Den Auftrag erhielt schließlich im Januar 2025 die Firma Wiss GmbH + Co. KG aus Herbolzheim.
„Es ist das geworden, was wir wollten“, fasste es André Judel am Ende der kleinen Feierstunde zusammen.








