Uetze

Gemeinde Uetze wirbt für einen „mähfreien Mai“

[UETZE]

Wenn im Mai die Natur zu vollem Leben erwacht, ruft die Gemeinde Uetze gemeinsam mit Naturschützern und Gartenexperten zu einer ungewöhnlichen Maßnahme auf: einfach einmal nichts tun. Unter dem Motto „Mähfreier Mai“ sollen Gartenbesitzer ihren Rasenmäher für einen Monat im Schuppen lassen. Auch der Bauhof Uetze will mit gutem ökologischem Beispiel vorangehen und Teilflächen, die nicht der Verkehrssicherheit dienen, für einige Wochen unberührt lassen.

Ziel der Aktion ist es, aus monotonen Grünflächen wertvolle Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und andere bedrohte Insekten zu entwickeln. Hintergrund ist der seit Jahren festgestellte Rückgang der Insektenbiomasse. Als Hauptgründe gelten der Verlust von Nahrung, Brutstätten und Lebensraum. Nach Angaben der Gemeinde haben entomologische Untersuchungen Rückgänge von bis zu 75 Prozent bei flugaktiven Insekten ergeben. Der Schutz der Biodiversität werde deshalb als zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge verstanden.

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„Der Handlungsbedarf ist mehr als gegeben, Aktionen wie diese alternativlos. Aus ökologisch und mikroklimatisch betrachtet ist dauerhaft kurzer Rasen für unsere Umwelt eine Katastrophe. Der mähfreie Mai setzt genau hier an. Bereits ein kurzer Verzicht auf den Rasenschnitt lässt wertvolle Kräuter erblühen. Der Garten wird zur Nektar-Tankstelle, das Blattwerk wird als Eiablage und Raupenfutter dringend benötigt. Viele dieser Insekten revanchieren sich dann später bei der Bestäubung von Obst, Gemüse und Zierpflanzen“, erklärt Jürgen Burdack, Teamleiter für Umwelt, Klima und Grünflächen.

Nach Angaben der Gemeinde zeigen Untersuchungen, dass auf ungemähten Flächen bis zu zehnmal mehr Insekten Nahrung finden als auf wöchentlich gestutzten Rasenflächen. Die Kampagne, die ursprünglich in Großbritannien als „No Mow May“ entstanden ist und inzwischen auch in Deutschland zunehmend Anhänger findet, lasse sich auch auf kleinen Flächen und an Randbereichen umsetzen.

Neben dem Schutz der Artenvielfalt nennt die Gemeinde weitere Vorteile. Höheres Gras beschatte den Boden, speichere Feuchtigkeit besser und schütze den Rasen bei früher Hitze vor dem Austrocknen. Außerdem könnten Kinder und Erwachsene beobachten, welche Pflanzen und Tiere in den Garten zurückkehren. Nicht zuletzt spare der Verzicht auf das wöchentliche Mähen auch Zeit.

Damit die Artenvielfalt langfristig profitiert, rät die Gemeinde dazu, auch nach dem Mai behutsam vorzugehen. Wer den Rasen im Juni wieder kürzt, sollte die Schnitthöhe zunächst hoch ansetzen und das Schnittgut erst am nächsten Tag entfernen. So könnten Wildblumen gegenüber stark wachsenden Gräsern gefördert werden, zugleich erhielten Insekten die Möglichkeit, aus dem Schnittgut zu klettern.

Passend zur Aktion und zum Start in die Gartensaison lädt die Gemeinde Uetze zudem zum Umwelt- und Familientag am Sonnabend, 18. April 2026, ein. Von 11 bis 15 Uhr soll sich der Festplatz in Uetze in ein Informationszentrum rund um Natur- und Klimaschutz verwandeln. Angeboten werden unter anderem einheimische Gehölze, Obstbäume zum Sparpreis sowie kostenlose Komposterde für Privatgärten. Für Rückfragen ist die Umweltsachbearbeitung unter Telefon 05173/970341 oder per Mail an strassen-und-umwelt@uetze.de erreichbar.

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