Lehrte

Vortrag der AG60 plus Lehrte thematisiert Altersdiskriminierung im Alltag

[LEHRTE]

Am Donnerstag, 8. Januar 2026, hatte die AG60 plus Lehrte um 15 Uhr zu einem Vortrag mit dem Titel „Altersdiskriminierung – die soziale und ökonomische Benachteiligung“ in die Begegnungsstätte der Stadt Lehrte in der Goethestraße 12 eingeladen. Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse und war sehr gut besucht.

Referentin war Rita Heitsch, Mitglied im Bundesvorstand der AG60 plus sowie Vorsitzende der AG60 plus im Unterbezirk Region Hannover und im Bezirk Hannover. In ihrem Vortrag beleuchtete sie umfassend die unterschiedlichen Facetten von Altersdiskriminierung und deren Auswirkungen auf den Alltag vieler Menschen.

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Grundlage waren unter anderem Ergebnisse einer aktuellen Umfrage, nach der 45 Prozent der Menschen in Deutschland bereits Altersdiskriminierung erlebt haben. Besonders betroffen sind dabei sowohl ältere als auch jüngere Menschen. In der Altersgruppe der über 65-Jährigen gaben 39 Prozent an, im täglichen Umfeld diskriminierende Erfahrungen gemacht zu haben.

Heitsch erläuterte, dass Altersdiskriminierung in zahlreichen Lebensbereichen auftrete. Besonders häufig werde sie im Gesundheitswesen wahrgenommen, wo 37 Prozent der Befragten entsprechende Erfahrungen gemacht hätten. Auch in Geschäften und bei Dienstleistungen berichteten 24 Prozent von Benachteiligungen. Auf dem Wohnungsmarkt hätten 22 Prozent Diskriminierung bei der Wohnungssuche erlebt, während 19 Prozent angaben, durch fortschreitende Digitalisierung benachteiligt zu werden.

Anhand konkreter Beispiele aus dem Alltag zeigte die Referentin auf, wie ältere Menschen strukturell benachteiligt werden. Sie nannte unter anderem nach Altersgruppen steigende Beiträge bei Kfz-Versicherungen, die Verweigerung von Krediten trotz vorhandener Sicherheiten sowie die zunehmende Digitalisierung, die viele Menschen ausschließe oder überfordere.

Im Anschluss an den Vortrag beteiligten sich zahlreiche Teilnehmende an der Diskussion, stellten Fragen und schilderten eigene Erfahrungen mit Altersdiskriminierung.

Vor diesem Hintergrund fordert die AG60 plus der SPD, das Diskriminierungsverbot im Grundgesetz zu erweitern. Konkret soll in Artikel 3 Absatz 3 der Zusatz „wegen seines Alters“ aufgenommen werden. Darüber hinaus setzt sich die AG60 plus für die Einführung eines bundesweiten Seniorenmitwirkungsgesetzes ein. Beide Forderungen befinden sich nach Angaben der Referentin bereits im politischen Beratungsprozess.

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