Jahreshauptversammlung der Feuerwehr F.B. erstmals im neuen Feuerwehrhaus
Foto: Bastian Kroll
Am gestrigen Freitag, 16. Januar 2026, hat die Freiwillige Feuerwehr Isernhagen F.B. ihre Jahreshauptversammlung erstmals im neuen Feuerwehrhaus an der Hauptstraße abgehalten. Ortsbrandmeister Dirk Leifers und seine Stellvertreterin Ute Splinter-Kempter begrüßten rund 65 Gäste. Inhaltlich prägten die Rückschau auf das Einsatzjahr 2025, die noch offenen Punkte rund um den Neubau, die spürbaren Auswirkungen der Baustelle im Ort und ein Ausblick auf Termine in 2026 sowie auf das anstehende 125-jährige Bestehen der Ortsfeuerwehr die Versammlung.



Zur Begrüßung waren unter anderem Gemeindebürgermeister Tim Mithöfer, Erster Stadtrat Jörg Schuster, Ordnungsamtsleiterin Dagmar Keib, die Vorsitzende des Ausschusses für Feuerwehr, Katastrophenschutz, öffentliche Sicherheit und Integration, Stefanie Rennspieß, Ortsbürgermeisterin Angela Leifers und Mitglieder des Ortsrates sowie Pastor Karsten Henkmann im neuen Haus. Außerdem nahmen Gemeindebrandmeister Marc Perl, der stellvertretende Gemeindebrandmeister Björn Van Veen, der stellvertretende Brandschutzabschnittsleiter Dirk Thelow und Tobias Plesse als Ortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Isernhagen H.B. und designierter 2. stellvertretender Gemeindebrandmeister teil.
In den Grußworten setzte Tim Mithöfer gleich zu Beginn einen Ton, der sich durch den Abend zog. „Grußworte finde ich immer etwas seltsam, denn es geht eher darum, Danke zu sagen“, sagte er, und er verband diesen Dank ausdrücklich „im Namen der Bürger“ aus Isernhagen, insbesondere F.B. Mithöfer hob hervor, dass die Feuerwehrleute diejenigen seien, „die losfahren und immer zur Stelle sind“, wenn sie gerufen werden, und dass dies für die Menschen vor Ort bedeute, sich weniger Sorgen machen zu müssen. Er sprach von „viel Sicherheit“, die „aller Ehren“ und „aller Dank“ wert sei, und freute sich darüber, dass nun „aus dem neuen Gerätehaus“ ausgerückt werden könne. Mithöfer brachte ein Geldgeschenk in Höhe von 100 Euro für die Kinder- und Jugendfeuerwehr mit, die gemeinsam mit K.B. betrieben wird, und verband damit die Erwartung, dass Nachwuchsarbeit und Betreuung weiter gestärkt werden. Er würdigte die Betreuer, die „neben den Ausbildungen und Einsätzen auch noch den Nachwuchs betreuen“, und sagte, diese Arbeit forme Kinder so, dass sie später im Einsatz „Selbstbewusstsein und Vertrauen in eigene Möglichkeiten und Mut“ hätten, zu helfen. „Das ist das, was Feuerwehr ausmacht“, sagte Mithöfer, und schloss mit dem Angebot: „Wo auch immer ihr Hilfe braucht, bitte fragt mich.“
Ortsbürgermeisterin Angela Leifers dankte „im Namen des Ortsrates“ den aktiven Feuerwehrkameraden und betonte, sie seien „immer da, wenn ihr gebraucht werdet“. Sie blickte auf eine lange Phase zurück, die nach ihren Worten von mehr als 20 Jahren Diskussionen und sechs Jahren im Provisorium geprägt gewesen sei, und sagte, die vergangenen Jahre seien für die Mitglieder anstrengend gewesen. Leifers sprach auch kritisch an, dass „zu viel Technik“ im neuen Haus auch einen hohen Aufwand in Betrieb und Wartung bedeute, und sie plädierte für „eine ehrliche Rückschau“, auch mit Blick auf zukünftige Gerätehäuser. Insgesamt, so ihre Einordnung, überwiege aber das Positive.
Pastor Karsten Henkmann dankte den Aktiven für ihren Dienst und bezog den Dank ausdrücklich auf alle, die sich ehrenamtlich engagieren. Es sei „ganz wichtig“, sagte er, und er mahnte, man müsse aufpassen, „dass es in unserer Gesellschaft nicht verloren geht, sich für andere einzusetzen“. Ein Vertreter des Schützenvereins F.B. bedankte sich für die Zusammenarbeit und überreichte nach Mitschrift eine kleine Aufmerksamkeit in Form eines Glasschilds.



Stefanie Rennspieß ordnete die Versammlung als besonderen Moment ein. Sie sagte, Feuerwehr sei für sie „was ganz Großartiges“, auch weil ihr Mann in Neuwarmbüchen in der Feuerwehr sei, und sie nannte die erste Jahreshauptversammlung im neuen Gerätehaus einen „ganz großartigen Tag“ für die Freiwillige Feuerwehr F.B. und den Ort. Dass noch nicht alles fertig sei, blendete sie nicht aus, stellte dem aber die lange Vorgeschichte entgegen und sprach vom „Lohn für 20 Jahre Leiden und Hartnäckigkeit“. Rennspieß griff den Satz auf: „Am Ende wird alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende“, und leitete daraus ab: „Also sind wir noch nicht am Ende, aber es wird von Mal zu Mal besser.“ Das neue Haus bezeichnete sie als „Pionierleistung“ und als „Blaupause“ für weitere Projekte, weil die Erfahrungen aus F.B. künftig berücksichtigt werden könnten. Die Feuerwehr sei zudem „wichtig für das gesellschaftliche Gefüge im Ort“.
Gemeindebrandmeister Marc Perl überbrachte Grüße des Gemeindekommandos und berichtete, dass begonnen worden sei, neue Dienstgrade einzuführen. Zugleich sagte er, das Land Niedersachsen wolle neue Dienstuniformen einführen, und er kommentierte dies mit dem Satz, man werde sich „so lange wie möglich davor verwehren“. Den Neubau des Feuerwehrhauses bezeichnete Perl als „sportliche Umsetzung“ und als Zeichen der Wertschätzung. Er appellierte, sich durch Punkte, die noch nicht gut laufen, nicht entmutigen zu lassen, und sagte: „Lasst uns miteinander reden.“
Der stellvertretende Brandschutzabschnittsleiter Dirk Thelow verband seinen Dank mit einer deutlichen Mahnung zur Sicherheit. „Kein Einsatz ist es wert, dass eure Leben auf der Strecke bleibt“, sagte er, und er bat mit Blick auf die Wetterlage darum, bei Fahrten zu Einsatzstellen und zum Gerätehaus genau auf den Untergrund zu achten. Thelow nannte zwei Arbeitsgruppen, die sich mit „Robotik in der Feuerwehr“ sowie einer Überarbeitung des ABC-Konzepts“befassen, und verwies darauf, dass die Bereitschaftsübung 2025 am Flughafen stattgefunden habe. Außerdem berichtete er, die Truppführerausbildung werde in den Kommunen durchgeführt und zentral an drei Feuerwehrtechnischen Zentralen abgenommen. Sein Dank richtete sich ausdrücklich auch an die Familien, die die Einsatzbereitschaft mittragen.
Im Bericht des Ortsbrandmeisters nannte Dirk Leifers für 2025 insgesamt 21 Einsätze. Dazu gehörten drei Brände in F.B., eine Brandsicherheitswache, zwei technische Hilfeleistungen in F.B., drei nachbarschaftliche Löscheinsätze, eine technische Hilfeleistung in der Nachbarschaft, sechs Tierrettungen im Gemeindegebiet und fünf Fehlalarme. Leifers sagte, es habe „nichts Gravierendes“ gegeben, nannte aber als Beispiel die lange Suche nach einem Kabelbrand im REWE-Markt. Bei den Fehlalarmen sprach er von einer für F.B. ungewohnt hohen Zahl und schilderte, der erste Fehlalarm habe das eigene Feuerwehrhaus betroffen, was „ein komisches Gefühl“ sei, „wenn auf dem Melder die eigene Adresse steht“. Weitere Auslösungen führte er auf neue Technik zurück, etwa auf Handy oder Uhr, die sich verselbstständigen, oder auf Meldungen aus Fahrzeugen. Das werde man nicht abstellen können und müsse damit leben, so Leifers. Bei den Tierrettungen berichtete Leifers von einem Marder in einer Dachrinne sowie von verunfallten Katzen und verletzten Tieren, darunter ein Schwan, eine Schleiereule und ein Graureiher.
Als Problem benannte Leifers die Baustelle im Ort, die sich „wie Kaugummi“ ziehe, Zeit koste und den Zustand der Wirtschaftswege von Jahr zu Jahr verschlechtere, gerade wenn nun „die gesamte Gemeinde“ diese aufgrund der Baustelle auf der Hauptstraße nutze. Er äußerte die Hoffnung, dass die Baustelle auch einmal ende, und kündigte zugleich an, dass es im Sommer noch einmal besonders schwierig werden könne, wenn die Baustelle direkt vor der Tür liege und möglicherweise erneut ein anderer Standort für die Fahrzeuge gefunden werden müsse. Bei der Wasserversorgung schilderte er, dass zwar erneuert werde, man aber von der bisherigen 300er Leitung eine 150er Leitung bekomme, also nur noch die Hälfte an Durchlass. Das werde sich erst nach Fertigstellung austesten lassen, und bis dahin bat er die Maschinisten sinngemäß darum, „mit Gefühl“ zu arbeiten und genau zu beobachten, was im Netz passiert. Als Vorteil nannte er, dass die alte Leitung bestehen bleibe und per Inliner ertüchtigt werde, sodass eine 200er Leitung entstehe, allerdings mit Hydranten nur alle 400 bis 500 Meter.
Zum neuen Feuerwehrhaus sagte Leifers, 2025 seien viele Termine mit der Verwaltung notwendig gewesen, und er sei weiter guter Dinge, dass 2026 die kleineren und größeren offenen Punkte abgearbeitet werden. Er sprach dabei auch grundsätzlich an, dass Technik verbaut wurde, „und keiner weiß, wie man sie bedienen kann“. Er erinnerte an das Fest im Sommer am neuen Gebäude, das nach seiner Darstellung mit Applaus aufgenommen wurde, und dankte allen, die diese Einweihung gestaltet haben.
Mit Blick auf die Mitglieder nannte Leifers zum Stand 31. Dezember 2025 zehn Mitglieder in der Jugendfeuerwehr, 33 Aktive, sechs Mitglieder in der Altersabteilung und 147 Fördernde, insgesamt 196 Mitglieder. Besonders freute ihn nach Mitschrift die Zahl von 13 neuen Fördernden.
Als großes Manko sprach er fehlenden bezahlbaren Wohnraum an und verband das mit dem Hinweis, wer bezahlbaren Wohnraum habe, solle sich melden, man werde dies weiterleiten. Leifers berichtete außerdem von 14 Lehrgängen und Fortbildungen, vermisste aber Lehrgänge an der Feuerwehrschule und fragte sinngemäß, ob es die Feuerwehrschule noch gebe.
Er nannte außerdem Veranstaltungen, an denen die Ortsfeuerwehr teilgenommen oder die sie selbst durchgeführt habe, darunter Boßeltour, Osterfeuer, Kinderkartenfest der Kita F.B., Schützenfest, Laternenumzug, Volkstrauertag, Nikolausfest sowie Lichterfahrten und Lichterfeste der Kita, und er dankte Kameraden für Unterstützung in Aufgaben wie Gemeindeausbildung oder Kleiderkammer, ebenso Firmen für Freistellungen sowie für Sach- und Geldspenden in 2025.
Für den Ausblick nannte Leifers Sonntag, 5. April 2026, als Termin für das Osterfeuer. Er sagte, er wolle dafür Carport und altes Gerätehaus nutzen und das Osterfeuer am alten Gerätehaus durchführen, weil am neuen Standort kein Feuer mehr möglich sei. Marc Perl antwortete kurz: „Wir machen das schon.“ Mit Blick auf das 125-jährige Bestehen der Ortsfeuerwehr sagte Leifers, wegen der Baustelle sei noch zu klären, ob ein Umzug möglich sei, man befinde sich in der Findungsphase und wolle die Planung am Bauablauf ausrichten. Als weitere Termine nannte er Freitag, 9. Oktober 2026, für den Laternenumzug und Sonntag, 6. Dezember 2026, für die Nikolausfeier.
Im Bericht des Gruppenführers Moritz Splinter wurden für 2025 insgesamt 7.191 Stunden genannt. Auf 21 Einsätze entfielen 251,5 Stunden, für Übung und Ausbildung wurden 1.347,5 Stunden angegeben, für sonstige Dienste wie Versammlungen, Lehrgänge und Veranstaltungen 4.455 Stunden, für Wartung und Instandsetzung 570 Stunden sowie für Büro und Verwaltung weitere 577 Stunden, unter anderem für das Erstellen von Einsatzberichten. Insgesamt seien 145 Ereignisse verzeichnet worden.
Aus der Jugendfeuerwehr wurde berichtet, dass es sieben Jungen und drei Mädchen gibt und rund 2000 Dienststunden geleistet wurden. Genannt wurden unter anderem Aktivitäten rund um Osterfeuer, Schützenausmarsch und Laternenumzug, außerdem die Nutzung der neuen Küche und die Freude über den neuen Jugendfeuerwehrraum im neuen Haus. Es wurde zudem von einer Fahrt in den Harz, einem Filmabend und einem Termin in Bispingen zur Abnahme der Leistungsspange berichtet; zwei Kinder hätten die Jugendflamme 1 abgelegt. Verbunden wurde dies abschließend mit Dank „für die Hilfe aus den Reihen der Aktiven“.






Bei den Dienstgraden wurden Jonas Schäfer, Dirk Dörwald und Michael Peter Bundies zum Feuerwehrmann beziehungsweise zur Feuerwehrfrau ernannt. Maximilian Dehner erhielt den Dienstgrad Oberfeuerwehrmann, Justin Wrede und Klaus Lilienthal den Dienstgrad Hauptfeuerwehrmann, und Tobias Gust wurde zum Brandmeister – nach den neuen Dienstgraden – ernannt. Für langjährige aktive Mitgliedschaft wurden Klaus Lilienthal für 25 Jahre und Wolfgang Schneider für 50 Jahre mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Frank Riedel wurde für 25 Jahre als förderndes Mitglied geehrt.













