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K+S: Flutung in der Grube Niedersachsen-Riedel aus Unternehmenssicht ungefährlich

[HÄNIGSEN]

K+S sieht keine Hinweise darauf, dass das Bergwerk Niedersachsen-Riedel in Hänigsen instabil ist. Auch die genehmigte und laufende Flutung beeinträchtige die Standfestigkeit der Grube nicht, so das Unternehmen am heutigen Donnerstag, 18. Dezember 2025, in einer Pressemitteilung. Während der planmäßigen Flutung würden das Bergwerk und die Oberfläche kontinuierlich überwacht.

Nach Darstellung von K+S wird das Bergwerk auf Grundlage des rechtskräftigen Abschlussbetriebsplans vom 11. September 2006 geflutet. Die Flutung sei gesetzlich vorgeschrieben, weil in einem Abschlussbetriebsplan nachgewiesen werden müsse, dass der Schutz Dritter und die Wiedernutzbarmachung der Oberfläche sichergestellt sind. Dazu gehöre auch der Nachweis über die Stabilität der Grubenhohlräume, der laut K+S bereits 2005 durch gebirgsmechanische Gutachten erbracht und in einer Nachbewertung 2017 bestätigt worden sei.

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Zur Überwachung der Oberfläche verweist K+S auf ein jährliches Nivellement, bei dem die Flächen über den Grubenhohlräumen regelmäßig vermessen werden. Seit Flutungsbeginn 2006 hätten die Messungen demnach gezeigt, dass die Senkungsraten deutlich niedriger ausfallen als vor der Flutung prognostiziert. Aus Sicht des Unternehmens bedeutet dies, dass sich die geologischen Schichten weniger bewegen als angenommen und das Risiko einer Verletzung dieser Schichten geringer sei als in den gutachterlichen Berechnungen für den Abschlussbetriebsplan unterstellt.

Behauptungen der Bürgerinitiative Umwelt-Wathlingen, die Grube sei durch eine Explosion bei der Bergung von Kampfmitteln am 18. Juni 1946 so stark geschädigt worden, dass sie heute instabil sei, weist K+S zurück. Für diese Aussage gebe es keine Belege, so das Unternehmen. Die 650-Meter-Sohle, auf der sich die damalige Munitionsanstalt der Wehrmacht befunden habe, sei trocken. Auch eine Untersuchungsstrecke in 600 Metern Teufe habe einen trockenen und damit unversehrten Salzstockrand vorgefunden. Eine Verbindung zwischen Grundwasserleitern und den Grubenbauen bestehe nicht.

K+S wendet sich zudem gegen Vergleiche der Flutung in Niedersachsen-Riedel mit den Fällen Neu-Staßfurt südlich von Magdeburg und Ronnenberg südwestlich von Hannover. Diese Vergleiche führten in die Irre, weil sich die Gruben und die Vorgänge dort erheblich unterschieden, teilte das Unternehmen mit. In Neu-Staßfurt sei relativ weiches, carnallitisches Kalisalz am Rand der Lagerstätte und nahe der Oberfläche abgebaut worden, zudem habe es während des Abbaus immer wieder Wassereinbrüche gegeben. In Niedersachsen-Riedel sei dagegen das stabilere Kalisalz Sylvinit in steiler Lagerung abgebaut worden, der höchste Abbau werde von rund 200 Metern Steinsalz überdeckt. In Neu-Staßfurt sei bereits vor der planmäßigen Flutung davon ausgegangen worden, dass es zu Absenkungen und Brüchen bis zur nahegelegenen Oberfläche kommen könnte, weil Pfeiler im Grubengebäude bereits geschwächt oder gebrochen gewesen seien.

Für Ronnenberg verweist K+S darauf, dass es dort nach einer Bohrung von der Tagesoberfläche zum Grubengebäude zu einem Zufluss großer Grundwassermengen gekommen sei, der nicht mehr kontrolliert werden konnte. Die Grube sei aufgegeben und in kurzer Zeit vollständig geflutet worden, die Folge seien erhebliche Schäden an der Erdoberfläche durch den Abfall des Grundwasserspiegels gewesen. Diese Gefahr bestehe in Niedersachsen-Riedel nach Angaben von K+S nicht, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Flutung erfolge über Rohrleitungen innerhalb des bestehenden Grubengebäudes, die Einleitpunkte seien gebirgsmechanisch berechnet, die Flutung finde kontrolliert und schrittweise statt. Die Entwicklung des Hohlraums werde laufend dokumentiert und von der Bergaufsicht überwacht.

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