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Mittwoch, 08.06.2022 - 09:16 Uhr

Neue Krypto-Steuerrichtlinien in Deutschland: 5 Tipps

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Wann muss ich Steuern zahlen und wann sind Kryptowährungen steuerfrei? Wir zeigen, was Krypto-Besitzer und Anleger wissen müssen.

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Aus steuerlicher Sicht sind Bitcoin und Altcoins keine relevante Währung, wenn es um Einkünfte aus Kapitalvermögen geht. Anstatt Quellensteuer auf die Gewinne zu zahlen, handelt es sich um ein privates Verkaufsgeschäft. Doch fallen beim Verkauf steuerpflichte Gewinne an, dann unterliegen sie dem persönlichen Steuersatz. Das Finanzamt hat Bitcoin-Besteuerungen dabei immer mehr auf dem Schirm. Wir zeigen mit unseren Tipps, wie sich Kryptowährungen auf die Steuer auswirken und was Krypto-Besitzer und Anleger wissen müssen.

 

1. Wann Einkommensteuer gezahlt werden muss

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern sieht man Kryptowährungen in Deutschland als einen privaten Vermögenswert an. Das steht zum Beispiel im Kontrast zu Immobilien – was sich unmittelbar auf die Steuern auswirkt. Unter bestimmten Umständen unterliegen Kryptowährungen einer individuellen Einkommensteuer, aber nicht der Kapitalertragsteuer. 

 

Wer private Vermögenswerte wie Kryptowährungen veräußert, muss die jeweiligen Steuervorschriften beachten. Wichtig ist dabei zum Beispiel der Zeitraum, über den man den Vermögenswert gehalten hat. Besitzt man die Kryptowährung weniger als ein Jahr, muss auf alle Gewinne aus einer Veräußerung Einkommensteuer gezahlt werden. Zu den Veräußerungen gehören ganz klassisch der Tausch von Kryptowährung gegen Euro oder eine andere Kryptowährung sowie der Tausch der Kryptowährung gegen eine andere oder Dienstleistungen und Waren. Kurzfristige Gewinne können immerhin steuerfrei entnommen werden. Hier gilt aber ein Maximalgewinn in Höhe von 600 Euro pro Kalenderjahr.

 

Deshalb unser Tipp: Kryptowährungen sollte man nach Möglichkeit länger als ein Jahr halten. Dann kann das private Vermögen steuerfrei veräußert werden, weshalb sich das Sparen absolut lohnt. Darüber hinaus gibt es aber einige Krypto-Transaktionen, welche als Einkommen gewertet werden. Dazu gehören Einsatzprämien oder Mining. Hier muss ebenfalls Einkommensteuer gezahlt werden. 

 

2. Keine Steuern auf Glücksspielgewinne mit Kryptowährungen

Ob man sie nun liebt oder hasst: Digitale Währungen sind nicht mehr wegzudenken. Sie sind schon längere Zeit Teil unseres Lebens und ihre zunehmende Beliebtheit sind ein klares Anzeichen dafür, dass sie bleiben werden – trotz anhaltender Skepsis vieler Menschen. Tatsächlich sind Kryptowährungen so begehrt geworden, dass sogar schon viele beliebte und neue Casinos ohne Einzahlung auf diese Bezahlmethode setzen. Manche Casinos bieten sogar ausschließlich Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum an. 

 

Doch die Verwendung von Kryptowährungen verpflichtet nicht automatisch von der Steuerpflicht. Deshalb ist es wichtig, zu klären, ob die Verwendung der bargeldlosen Transaktionsmethode am Ende teuer werden könnte, weil hohe Steuern zu entrichten sind. Für Glücksspielgewinne gilt grundsätzlich, dass diese steuerfrei sind. Nur auf Zinsen fallen ab dem zweiten Jahr eventuell Steuern an. Auch ist zu überlegen, was mit den Gewinnen gemacht wird. Spekuliert man damit weiter, gelten wieder andere Regeln als wenn der Gewinn einfach direkt nach dem Spielen überwiesen wird.

 

3. FIFO-Methode: Haltedauer von Kryptos

Wer Bitcoin häufiger kauft oder verkauft, kann nur schwer die genaue Haltedauer bestimmen. In der Regel muss es eine Einzelzuordnung geben, auch fortgeführte Kaufpreise müssen berechnet werden. Lässt sich das nicht ermitteln, kann ein Durchschnittswert herangezogen werden. Das wiederum geht mit einem großen Aufwand einher, denn es ist nur schwer möglich, jedes Datum und jede Transaktion zu verfolgen.

 

Damit Bitcoin trotzdem gut versteuert werden können und Einnahmen in der Steuererklärung berücksichtigt werden, empfiehlt sich die FIFO-Methode. FIFO steht für „First In First Out“ und wird bei vielen Finanzämter akzeptiert, weil sie die Besteuerung vereinfacht. Dabei verkauft man zuerst die Kryptowährungen, die man auch zuerst gekauft hat.

 

4. So werden Kryptowährungen bei der Steuer angegeben

Wer mit einem Steuertool arbeitet, sollte darauf achten, dass Kryptowährungen von Anfang an mit einbezogen und unterstützt werden. Denn das ist tatsächlich nicht bei allen gängigen Anbietern der Fall. Einfach funktioniert es aber zum Beispiel mit Taxfix, hier können Erträge aus Bitcoin-Verkäufen unkompliziert mit angegeben werden.

 

Navigiert man sich zum Einkommen-Bereich, muss dort angegeben werden, dass im jeweiligen Steuerjahr Kryptowährungen erworben wurden. Die Folgefragen helfen dann dabei, die Besitzdauer zu ermitteln und welche Preise beim Einkauf wie auch Verkauf galten. Viele Steuerprogramme funktionieren auf diese Weise, was die Besteuerung sehr einfach macht. Außerdem gilt: Lieber informieren, statt am Ende Probleme zu bekommen. Wie wir hier gezeigt haben, fallen zwar nicht immer Steuern auf Kryptowährungen an. Doch es gibt einige Ausnahmen, die steuerlich geltend gemacht werden müssen. 

 

5. Wenn Kryptowährungen gestohlen werden oder verloren gehen

Verloren gegangene oder gar gestohlene Kryptowährungen können beim BZSt als Schaden geltend gemacht werden. Um das zu tun, braucht man Nachweise. Dazu gehören die Adresse der E-Brieftasche, zu welcher der Schlüssel gehört. Auch braucht es Angaben darüber, wann der Key erworben wurde und wann er verloren gegangen ist. Ein Hardware-Nachweise und die Transaktionen von einer Börse, die mit der Identität verbunden sind, können ebenfalls zuträglich sein.

 

Es ist zu beobachten, dass die Cyberkriminalität insgesamt zunimmt. Immer öfter landen Bitcoin und Co. auf falschen Konten. Oft setzen Kriminelle auf die bekannte Phishing-Methode. So erhalten Betroffene Sicherheitsmeldungen per Mail, im Zuge derer persönliche Angaben gemacht werden sollen. Nachrichten sollten deshalb immer überprüft werden. Auch mit Verlinkungen sollte man vorsichtig sein. Ein Antivirenprogramm kann ebenfalls einen guten Phishing-Schutz darstellen.